Etiketten von WeinflaschenAuf vino veritas

Ist Wein nur noch Design? Der Inhalt wurscht? Für diese Fragen hat die SZ einmal streng nach Etikett eingekauft. Ausgewählt wurden die Flaschen, die den Kunden am lautesten anschrien. Bedingung: Der Preis sollte ungefähr zwischen fünf und zehn Euro liegen. Aufkleber und Inhalt in der Analyse.

Jetzt mal ehrlich: Nach welchen Kriterien erfolgte der letzte Weinkauf? Genau, so war es: Freitag, 17.30 Uhr, vor dem Getränkeregal vom Dingensmarkt, der nur ausgewählt wurde, weil er auf dem Weg lag und man auch Zahnpasta und Milch brauchte. Die Gäste kommen in zwei Stunden, Kaltstellen wird also knapp, was für Roten spricht, geht aber nicht, denn es gibt Fisch.

Was hatten Bernd und Gabriele empfohlen? Klang wie Cabernet oder Kabinett. Egal. Wer jetzt zwei Euro mehr ausgibt als sonst, kann ja nirgends so richtig verkehrt liegen. Es ist eh alles entschieden: Die Zeit drängt, und die schlanke Flasche mit dem edlen Etikett in Preußischblau passt perfekt zu Zander mit Sellerie-Mus.

Bild: Robert Haas 5. Oktober 2012, 14:372012-10-05 14:37:10 © SZ vom 05.10.2012/jobr