DIY-Produkte Kann man von Selbstgemachtem leben?

320 000 Menschen bieten auf der Online-Plattform DaWanda ihre Ware an. Der seit Jahren ungebrochene DIY-Trend trifft hier auf Käufer, die nach individuellen Produkten suchen. Dem deutschen E-Commerce-Anbieter zufolge geht alle 20 Sekunden ein Schmuckstück über die virtuelle Ladentheke. Beim amerikanischen Pendant Etsy ist die Vielfalt noch größer: 1,5 Millionen Verkäufer bieten dort 32 Millionen Artikel an. Ob sie davon alle leben können? Fünf Etsy- und DaWanda-Verkäufer erzählen ihre Geschichte.

Von Kathrin Stein

Aus Bonnie Berlin und Betty Buttermilch wurde Bonnie & Buttermilk.

(Foto: Kathinka Petsch)

Stoff

Eike Braunsdorf und Kathinka Petsch haben Filmwissenschaft und Kunst studiert. Die beiden haben noch nicht einmal einen Nähkurs besucht. Trotzdem stellen die 37-jährigen Wahlberlinerinnen Kleidung für Frauen her. Das Besondere? Die Stoffe gibt es nirgendwo im Laden zu kaufen, sie sind selbst entworfen und bedruckt.

Warum selbstdesignte Mode?

Wir haben uns in einem Stoffladen kennengelernt, in dem Eike gearbeitet hat. Jede von uns hat gerne Kleidung genäht. Anfangs nur für unsere eigenen Kinder, dann haben wir die Stücke auch bei Da Wanda und Etsy angeboten. Früher noch unter zwei Labels: Bonnie Berlin und Betty Buttermilch. Daraus wurde 2010 Bonnie & Buttermilk. Bis der Entwurf für eine komplette Kollektion steht, brauchen wir etwa zwei Monate. Oft lassen wir uns von Büchern oder Filmen inspirieren. Von jedem Kleidungsstück stellen wir nur wenige Exemplare her - gefertigt wird erst nach der Bestellung, so ist jedes Modell auf die Maße der Kundinnen zugeschnitten und man kann beim Kauf spezielle Wünsche äußern. Bis das Stück fertig ist, dauert es dann ungefähr zwei bis drei Wochen. Neben Bonnie & Buttermilk, gibt es mittlerweile auch Bonnie & Buttermilk Home, -Kids und -Stoffe.

Können Sie davon leben?

Neben Bonnie & Buttermilk, gibt es auch Bonnie & Buttermilk Home, - Kids- und -Stoffe.

(Foto: Kathinka Petsch)

Ja. Früher haben wir die Kleidung noch im Wohnzimmer mit Haushaltsnähmaschinen gefertigt - einen Monat nach Eröffnung mussten wir den DaWanda-Shop wegen zu großer Nachfrage kurzzeitig deaktivieren. Dann hatten wir ein Atelier in einem Berliner Hinterhof und seit zwei Wochen haben wir endlich einen Showroom inklusive Werkstatt in Berlin. Die Designs sind immer noch von uns, genauso wie die Auswahl der Stoffmuster, aber mittlerweile haben wir auch einige Mitarbeiter. Unsere Shirts kosten um die 50 Euro, unsere Sweater etwa 70 Euro, Röcke und Kleider kosten zwischen 70 und 150 Euro.