9. Februar 2013, 10:50 Einteiler für drunter und drüber Wärmender Tourenskihüttenchic

Unverzichtbar, nicht nur jetzt im Fasching: Harlekin-ähnliche Overalls aus Funktionsstoff halten nicht nur warm. Sie ziehen abends am Kachelofen der Skihütte auch alle Blicke auf sich - bisweilen auch ungläubige.

Von Birgit Lutz

Das Ding ist ein Knaller. Man muss es einfach so sagen. Ein echter Knaller. Der Skiunterwäschenoverall MissH von Houdini sieht aus wie ein moderner Harlekin, Funktionsstoff, klar, aber an allen Extremitäten mindestens zwei Farben, und am Rumpf sowieso. Das macht ihn gerade jetzt im Fasching: unverzichtbar. Zu diesem Anzug fällt jedem, aber wirklich jedem, der einen darin sieht, etwas ein. Da kommt im Verlauf einer mehrtägigen Hüttenskitour eine Menge zusammen, ist doch allein aus Gewichtsgründen der ultimative Tourenskihüttenchic die Skiunterwäsche.

In der fläzt man abends am Kachelofen, brütet über Karten, plant die nächsten Touren und hört Kommentare, die von "siehst du bescheuert aus" bis "das ist ja total abgefahren" reichen. Das persönliche Testfazit tendiert stark zu letzterem.

Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen, die nur oberflächlich betrachtet etwas mit der eigenwilligen Optik der MissH zu tun haben. Houdini sitzt in Schweden, nahe Stockholm und hat sich vorgenommen, nur Produkte zu entwickeln, die aus recycelten und recycelbaren Materialien bestehen. Herstellung und Zulieferer sind bluesign-kontrolliert und zertifiziert, tragen also einen Qualitätsstempel. Den bekommt nur, wer den umfangreichen Anforderungen genügt, was die Umweltverträglichkeit, Ressourcenverwendung und Arbeitsbedingungen angeht.

Seit der Gründung 1993 ist Houdinis Philosophie, nichts in die Welt zu bringen, was der Sportler nicht wirklich braucht, und es so zu gestalten, dass es dem Planeten den geringstmöglichen Schaden zufügt - Riesenpluspunkt, oder?

Der Anzug selbst ist nicht nur ungewöhnlich, sondern durchaus sinnvoll designt: In dem Patchworkmuster sind dünnere und dickere Stoffe sinnvoll verarbeitet. Daumenschlaufen halten die Ärmel unter den Handschuhen. Und, ganz wichtig, der Anzug ist an der Rückseite zweigeteilt; rechts und links an den Beinnähten verfügt er über zwei Reißverschlüsse, wodurch sich im mittleren, hinteren Körperbereich eine Klappe öffnen lässt. Funktioniert auch alles, und durch die Überlappung bei der Zweiteilung wärmt der Anzug überdies die Nierengegend.

Es geht drunter und drüber

Auf der Skitour hält der Anzug warm, beim Skaten reichen eine dünne Hose und eine Weste darüber. Houdini ist aber bei Weitem nicht der einzige Hersteller, der den Overall für drinnen und drunter neu entdeckt hat: Onepiece, ein junges Label aus Norwegen, hat seine Jumpsuits konsequenterweise mit Norwegermuster versehen und explizit für den Gebrauch auf dem Sofa designt - Daumenschlaufen erübrigen sich.

Airblaster aus den USA haben sich einen Expedition Ninja Suit mit Kapuze ausgedacht, der deutlich kämpferischer anmutet als die bunte MissH. Von Burton kommt das Luxury Midweight OnePiece, wiederum funktional und mit besagter Klappe versehen, die hier EZ PeePort heißt.

Schließlich verarbeitet das Berliner Label Ken Panda Bio-Baumwolle zu Overalls mit Elefantenmuster, die man laut Hersteller - zumindest in Berlin - gut auf der Straße tragen kann. Die Reaktionen seien ermunternd gewesen, heißt es.