Rallye Dakar Peterhansel zum Zwölften

Nach seinem Gesamtsieg bei der Rallye Dakar deutet Rekordsieger Peterhansel seinen Rückzug an.

Rekordsieger ist er schon länger, nun hat Stéphane Peterhansel zum zwölften Mal die anspruchsvollste und härteste Rallye der Welt gewonnen. Der Franzose verteidigte am Samstag in seinem Peugeot bei der 13. und letzten Etappe der Rallye Dakar in Argentinien gemeinsam mit seinem Beifahrer Jean-Paul Cottret souverän seine deutliche Führung in der Gesamtwertung. Im Gesamtklassement lag Peterhansel, 50, am Ende mit 45:22:10 Stunden 34:58 Minuten vor dem Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah aus Katar im Mini des hessischen x-Raid-Rennstalls und mehr als eine Stunde vor dem Südafrikaner Giniel de Villiers mit dessen deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz im Toyota.

Dass der Sieg so deutlich ausfallen würde, war im Verlauf der Dakar, die über mehr als 9000 Kilometer durch Argentinien und Bolivien führte, lange nicht absehbar gewesen. Von der ersten Etappe an hatten die Fahrer auf den neu entwickelten und schnellen Peugeot-Buggys den Wettkampf dominiert, neben Peterhansel hatten sich Dakar-Debütant und Rallye-Rekordweltmeister Sébastien Loeb und der spanische Rallye- und Dakar-Veteran Carlos Sainz einen spannenden Wettkampf um den Gesamtsieg geliefert. Doch nach einem spektakulären und selbst verschuldeten Unfall in der achten Etappe von Loeb und einem technischen Defekt Sainz' in der zehnten Etappe, war aus dem Dreikampf zuletzt ein Sololauf des Rekordsiegers geworden. Loeb gewann immerhin noch das letzte Teilstück am Samstag.

Nach 9000 Kilometer am Ziel: Stéphane Peterhansel gewinnt die Rally Dakar 2016.

(Foto: Felipe Trueba/dpa)

Peterhansel begann als Skateboard-Profi

Wegen eines Protestes von Al-Attijahs X-raid-Team wegen angeblich illegalem Nachtanken in der achten Etappe ist Peterhansels Sieg allerdings noch unter Vorbehalt. Die finale Entscheidung eines Berufungsgerichts über die Beschwerde steht noch aus, ein Urteil gegen Peterhansel scheint aber äußerst unwahrscheinlich.

"Die Dakar zu fahren, das ist mein Leben", sagte Peterhansel einmal. Die Teilnahme an der einst als Wettbewerb der Abenteurer gegründeten Rallye Dakar sei für ihn schon ein Traum gewesen, seit "mein Vater mir mit acht Jahren das erste Motorrad geschenkt hat", sagte er. Die finanziell lukrativere Rallye-WM faszinierte den Franzosen nie, als Beruf gibt Peterhansel Rallye-Raid-Fahrer an. Sein Ding, sein Leben, das sind die motorisierten Ultra-Marathons durch unwegsames Gelände.

Seine Sportkarriere begann Peterhansel aber zunächst als Skateboard-Profi, Ende der achtziger Jahre wechselte er dann aufs Motorrad und gewann dank Werksunterstützung mit seiner Yamaha 1991, 1992, 1993, 1995, 1997 und 1998 sechsmal die damals noch in der Sahara ausgetragene Rallye Dakar. 1997 und 2001 wurde er außerdem Enduro-Weltmeister.

Sechs Siege auf Motorrädern, sechs mit Autos

Erst danach wechselte er auf vier Räder - und setzte seinen Siegeszug fort. Erst für Mitsubishi, dann für Mini, jetzt auch für Peugeot. Nach seinem sechsten Sieg im Auto deutete er am Samstag seinen Rücktritt an. "Genauso viele Siege mit dem Auto wie mit dem Motorrad zu holen, war das letzte große Ziel meiner Karriere", sagte er. "Jetzt ist es geschafft. Ich glaube nicht, dass es noch viele Dinge gibt, die mich motivieren. Der Druck war riesig, aber wir sind durchgekommen."

Über Stock, Stein und Dünen: 347 Fahrer starteten bei der berühmten Wüstenrallye, die durch Argentinien und Bolivien führte.

(Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Bei den Motorrädern gewann der australische KTM-Pilot Toby Price, der Argentinier Marcos Patronelli gewann zum dritten Mal die Quad-Kategorie.

Die Rallye wurde auch dieses Jahr von fatalen Unfällen überschattet. Bereits beim Prolog am 2. Januar wurden durch einen Unfall zwölf Zuschauer verletzt. Während der siebten Etappe überfuhr der Franzose Lionel Baud ebenfalls einen Zuschauer und fügte ihm dabei tödliche Verletzungen zu. Als der Wagen zurück nach Frankreich gebracht werden sollte, wurde er auf dem Weg zum Hafen in einen weiteren Unfall verwickelt, bei dem ein Mensch starb. In ihrer knapp 40 Jahre alten Historie kostete die Rallye rund 40 Menschen das Leben.