Eisschnellläuferin stürzt im Halbfinale der Teamverfolgung und rettet sich gerade noch ins Ziel. Im Finale sieht Friesinger-Postma ihre Kolleginnen im Hundertstel-Drama.

Slapstick-Einlagen und Bauchklatscher im Halbfinale, dann überschwänglicher Gold-Jubel: Trotz eines kuriosen Stolperlaufes von Anni Friesinger-Postma ist der "Deutschland-Express" am Samstag bei den Winterspielen zu Olympia-Gold in der Team-Verfolgung gerauscht. Im letzten Eisschnelllauf-Finale im Olympic Oval siegten die deutschen Damen nach einer furiosen Schlussrunde mit zwei Hundertstelsekunde Vorsprung gegen Japan. Dabei schien im Halbfinale gegen die USA schon alles verloren.

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Anni Friesinger-Postma auf dem Weg ins Ziel. (© Foto: dpa)

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Dort war Friesinger 300 Meter vor dem Ziel nach Berührung eines Begrenzungs-Klötzchens gestrauchelt, fand nie wieder ihren Rhythmus, brüllte ihren Gefährtinnen hinterher. 20 Meter vor dem Ziel stürzte sie und schlitterte auf dem Bauch Richtung Ziellinie, dabei machte Friesinger-Postma einige Schwimmbewegungen, um sich nach vorne zu schieben. Auf der Linie streckte sie noch ihren Schlittschuh nach vorne, um die Zeitmessung früher auszulösen. "Das war entscheidend dafür, dass wir das Finale überhaupt erreicht haben", meinte Bundestrainer Markus Eicher später. Wütend trommelte sie danach mit den Fäusten auf das Eis und fluchte - ehe sie die "1" auf der Anzeigetafel entdeckte und doch noch strahlte.

"Das war heute ein Auf und Ab - wie im Karussell", meinte Friesinger nach dem Happy End kopfschüttelnd und überglücklich. "Was da abging, kann man gut als Krimi verkaufen", sagte ihre Kollegin Daniela Anschütz-Thoms.

Dabei profitierten die Deutschen von einer Schwäche der Amerikanerinnen auf den letzten 100 Metern: Ganze 0,23 Sekunden trennten schließlich im Ziel beide Teams. "So etwas habe ich noch nie erlebt. Dieses Rennen wird in die Geschichte eingehen", meinte DESG-Präsident Gerd Heinze. "Sie hat mir nur gesagt, sie war 'ganz leer', berichtete Friesingers Heimcoach Gianni Romme im TV-Interview. "Wie sie gefinisht hat, war unglaublich. Aber es war natürlich totale Panik. Das Schlimmste, was in der Verfolgung passieren kann, ist wenn man abfällt", erklärte der Niederländer hinzu.

Nach diesem Lauf zogen die Verantwortlichen die Konsequenzen und ersetzten die völlig entkräftete 16-malige Weltmeisterin aus Inzell durch die Berlinerin Katrin Mattscherodt, die im Finale an der Seite der beiden Erfurterinnen Daniela Anschütz-Thoms und Stephanie Beckert lief.

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