WM in Harrachov Severin Freund ist Skiflug-Weltmeister

Nach Olympiagold nun Weltmeister: Severin Freund.

(Foto: Getty Images)

Der deutsche Skispringer feiert seine erste Einzelmedaille bei einem Großereignis. Der frühere Weltfußballer Rivaldo beendet seine Karriere. Alle drei Verfolger von Handball-Tabellenführer Kiel gewinnen. Roger Federer steht im Finale von Indian Wells.

Skiflug, WM: Severin Freund ist neuer Skiflug-Weltmeister. Der 25-Jährige gewann im tschechischen Harrachov nach einer Absage der für Samstag geplanten Durchgänge mit 391,0 Punkten vor dem Norweger Anders Bardal (379,0) und dem Slowenen Peter Prevc (375,6) die Goldmedaille. Für den Niederbayern ist es der erste große Einzel-Titel seiner Karriere. Freund ist der erste deutsche Skiflug-Weltmeister seit Sven Hannawald im Jahr 2002. Nur 26 Tage nach dem Gewinn der Goldmedaille im olympischen Teamwettbewerb krönte der deutsche Überflieger die mit Abstand erfolgreichste Saison seiner Karriere. Zuletzt hatte Freund drei Weltcup-Siege in nur zwei Wochen gefeiert. Insgesamt ist Freund der fünfte deutsche Skiflug-Weltmeister nach Hans-Georg Aschenbach (1973), Klaus Ostwald (1983), Dieter Thoma (1990) und dem zweimal erfolgreichen Hannawald (2000, 2002). Andreas Wellinger (Ruhpolding) beendete die WM als zweitbester Deutscher auf dem 13, Platz. Routinier Michael Neumayer (Berchtesgaden) und WM-Debütant Markus Eisenbichler (Siegsdorf) waren am Freitag auf den Rängen 34 und 38 bereits nach dem ersten Durchgang ausgeschieden.

Fußball, Rivaldo: Brasiliens Weltmeister Rivaldo hat am Samstag per Botschaft in seinem Instagram-Internetblog nach 24 Jahren Profifußball das Ende seiner Spielerkarriere verkündet. Der 41-Jährige, der seine erfolgreichste Zeit beim spanischen Topklub FC Barcelona (1997 bis 2002) hatte, war zuletzt in der Heimat beim unterklassigen Mogi Mirim EC tätig, wo er dem Fußball als Klubpräsident vorerst verbunden bleibt. Für die Seleção bestritt der torgefährliche Mittelfeldspieler, der 1999 zum FIFA-Weltfußballer gekürt worden war, 74 Spiele und feierte dabei Triumphe bei der WM 2002 im Finale gegen Deutschland (2:0), bei der Copa América 1999 und dem Confed Cup 1997. Herausragend in der Titelsammlung ist noch der Champions-League-Erfolg 2003 mit dem AC Mailand.

Handball, HBL: Die Rhein-Neckar Löwen, die SG Flensburg-Handewitt und der HSV Hamburg bleiben in der Handball-Bundesliga dem Spitzenreiter THW Kiel auf den Fersen. Die Löwen gewannen beim TBV Lemgo souverän mit 35:24 (17:11), und auch die Flensburger gaben sich keine Blöße und siegten beim Tabellenletzten TV Emsdetten 29:22 (17:9). Der HSV tat sich gegen den ThSV Eisenach beim 27:23 (13:12) etwas schwerer. In der Tabelle bleiben die Löwen mit 43:9 Punkten auf Rang zwei, die Kieler (44:6) können am Sonntag mit einem Heimsieg gegen den SC Magedburg den alten Abstand wieder herstellen. Die Nordrivalen Flensburg und Hamburg (42:10) folgen punktgleich auf den Plätzen drei und vier. Außerdem gewann am Samstag Frisch Auf Göppingen das Kellerduell beim Bergischen HC mit 30:28 (16:10), TuS N-Lübbecke setzte sich mit 30:29 (15:12) gegen GWD Minden durch. Die Löwen hatten bei ihrem zwölften Siege in Folge leichtes Spiel. Nationalspieler Patrick Groetzki war mit sechs Toren bester Werfer der Gäste. Bei den Flensburgern spielte Anders Eggert (11 Tore) überragend.

Snowboardcross, Weltcup: Snowboardcrosser Paul Berg hat im spanischen La Molina überraschend den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere eingefahren. Der 22-Jährige aus Konstanz setzte sich im Finale gegen den Russen Nikolai Oljunin und den Spanier Regino Hernandez durch. Konstantin Schad (Miesbach) war als Dritter im Halbfinale gescheitert und wurde am Ende Achter, Martin Nörl (Adlkofen) schied bereits im Achtelfinale aus. Berg ist nach Michael Layer (Dettingen) und Schad der dritte deutsche Snowboarder, der einen Cross-Weltcup gewann. Layer triumphierte im Oktober 2004 in Saas-Fee (Schweiz), Bergs Teamkollege Schad im März 2012 im italienischen Valmalenco. Im Gesamt-Weltcup landete Schad nach dem letzten Rennen auf Rang vier. Die Kristallkugel für den Sieger sicherte sich zum ersten Mal der Italiener Omar Visintin. Bei den Olympischen Spielen in Sotschi war Berg noch im Viertelfinale gescheitert, damals hatte ihn der Kanadier Christopher Robanske bei einer Kollision zu Fall gebracht. Robanske stand in La Molina ebenfalls im Endlauf, wurde nach einem frühen Fahrfehler aber nur Vierter.

Biathlon, Weltcup: Die deutschen Biathleten haben beim zweiten Weltcup-Sprint von Kontiolahti durch insgesamt elf Schießfehler die Podestplätze klar verpasst. Nach Rang drei am Donnerstag musste sich Arnd Peiffer mit drei Strafrunden am Samstag mit Platz 25 zufriedengeben. Beim erneuten Sieg des fehlerfreien Norwegers Johannes Thingnes Bö wurde der Russe Alexander Loginow Zweiter vor dem Amerikaner Lowell Bailey. Nach der starken Teamleistung vor zwei Tagen war Simon Schempp als 21. bester Deutscher vor Benedikt Doll. Florian Graf wurde 36., Erik Lesser 48. Damit verpassten die Deutschen eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung am Sonntag.

Bei den Frauen hat Andrea Henkel auf der Zielgeraden ihrer Karriere ihren 60. Podestplatz um 24,5 Sekunden verpasst. Die 36-Jährige, die nach dieser Saison aufhört, wurde am Samstag im zweiten Weltcup-Sprint von Kontiolahti als beste Deutsche Neunte. Trotz fehlerfreien Schießens konnte sie auf den 7,5 Kilometern läuferisch nicht ganz mithalten und hatte knapp 25 Sekunden Rückstand auf die drittplatzierte Tschechin Gabriela Soukalova. Ihren zweiten Sieg holte sich Lokalmatadorin Kaisa Mäkäräinen vor Tora Berger aus Norwegen. Dennoch verschaffte sich Henkel eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung am Sonntag. Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Nadine Horchler landeten im geschlagenen Feld.

NBA, New York Knicks: Den New York Knicks aus der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA ist offenbar eine spektakuläre Rückholaktion gelungen. Nach Informationen der New York Times wird Erfolgstrainer Phil Jackson (68) neuer Präsident des Traditionsteams, das ihn 1967 als Spieler in die Liga geholt hatte. Laut der Zeitung soll Jackson am Dienstag offiziell vorgestellt werden. Für den "Zen Master", der als Coach mit den Chicago Bulls (1989 bis 1998) und den Los Angeles Lakers (1999 bis 2004 und 2005 bis 2011) insgesamt elf Meisterschaften gewann, wäre es der erste Funktionärsposten seiner Karriere. Als Spieler gewann Jackson mit den Knicks 1973 den Titel. Derzeit droht das Team als Neunter im Osten die Play-off zu verpassen.

Premier League, Nicolas Anelka: Der wegen des "Quenelle-Grußes" gesperrte französische Ex-Nationalspieler Nicolas Anelka ist vom englischen Fußball-Erstligisten West Bromwich Albion entlassen worden. Der Vertrag des Stürmers wird nach einen umstrittenen Tweet und dem Unwillen, sich für seine Geste zu entschuldigen, mit 14-tägiger Frist aufgelöst, das sei ein "krasser Vertragsbruch". Zuvor hatte bereits Anelka sein Gastspiel eigenständig für beendet erklärt. "Nach Diskussionen zwischen mir und dem Klub wurden mir Vorschläge gemacht, um unter bestimmten Bedingungen ins Team zurückzukehren", schrieb Anelka bei Twitter: "Das kann ich nicht akzeptieren." Der Gruß des umstrittenen Komikers Dieudonné gilt in Frankreich als "verdeckter" oder "umgekehrter Nazi-Gruß". Der 35-Jährige war wegen der umstrittenen Geste vom englischen Fußball-Verband für fünf Partien gesperrt worden. Der Klub hatte zunächst verärgert auf die Äußerungen Anelkas reagiert und angegeben, formell nicht über dessen Absichten informiert worden zu sein. "Der Verein betrachtet die Veröffentlichung eines solchen Statements in sozialen Medien als höchst unprofessionell", hieß es in einer Stellungnahme.

Tennis, Indian Wells: Tennisprofi Roger Federer steht zum fünften Mal im Endspiel des ATP-Masters-Turniers von Indian Wells. Der ehemalige Branchenprimus aus der Schweiz hatte am Samstag im Halbfinale des kalifornischen Hartplatz-Klassikers wenig Mühe mit Rafael Nadal-Bezwinger Alexander Dolgopolow (Ukraine) und setzte sich klar in zwei Sätzen durch. Nach 62 Minuten hieß es 6:3, 6:1 für den 32-Jährigen. Federer hatte von 2004 bis 2006 sowie 2012 das mit 6,17 Millionen Dollar Preisgeld dotierte Turnier gewonnen und ist somit Rekordchampion in Indian Wells. Sein Endspielgegner wird zwischen dem serbischen Weltranglisten-Zweiten Novak Djokovic und John Isner aus den USA ermittelt.