Jack Sock Tennisprofi wird von Ex-Manager gestalkt

Jack Sock: Wird beim Tennisspielen auffällig oft gestört

(Foto: AFP)

"Jede Woche, jedes Turnier, jedes Match": Jack Sock wird von seinem ehemaligen Manager belästigt - in Indian Wells bekommt die Öffentlichkeit mit, wie obskur das abläuft.

Von Gerald Kleffmann

Der Tennisprofi Jack Sock führt ein angenehmes Leben. Er ist als 24. der Weltrangliste so gut platziert, dass er alle Turniere spielen kann, er reist um die Welt. Er kennt das schöne Wimbledon, die lauten Plätze in New York, den entspannten Melbourne Park. Mehr als drei Millionen Dollar hat der Amerikaner bislang erspielt, und ganz sicher wird noch das eine oder andere Milliönchen dazukommen. Sock, der für seine brachiale Vorhand besonders bekannt ist, ist erst 23 Jahre alt.

Tauschen mit ihm möchte wahrscheinlich trotzdem keiner zurzeit, zumindest in einer Angelegenheit. Denn Sock erlebt etwas, das es in dieser Form wohl noch nie gab. Sein früherer Manager stalkt ihn. Verfolgt ihn. Stört ihn bei Matches. In Indian Wells, bei der bedeutsamen Veranstaltung der Masters-Serie, hat nun die Öffentlichkeit mitbekommen, wie obskur das abläuft.

Beim Drittrunden-Spiel gegen den Österreicher Dominic Thiem wurde Sock wiederholt von einem seltsamen Geräusch gestört. Jemand trat mit dem Fuß gegen einen Gegenstand, offenbar gegen eine Bande. Wiederholt musste Sock seine Aufschlagbewegung abbrechen, besonders oft tat er es zum Ende des ersten Satzes hin. Als Thiem diesen mit 7:5 gewann, setzte sich Sock auf die Bank, hob sarkastisch den Daumen, schaute in jene Richtung, aus der die störenden Laute kamen - und offenbarte im Dialog mit dem Schiedsrichter Unglaubliches. "Jede Woche, jedes Turnier, jedes Match" störe ihn dieser Mann so, wenn er spiele. Er reise ihm also hinterher. "Er war mein Agent, ich weiß genau, was er macht", sagte Sock, der erst im vergangenen Sommer sein Management gewechselt hatte.

Hingis und Williams mussten sich vor aufdringlichen Fans schützen

Dass Tennisspieler wie andere Berufssportler auf unerfreuliche Art schon mal verfolgt und belästigt werden, ist bekannt. Und wie das Leben so in all seinen Facetten ist, gab es in einigen Fällen schon richtig hässliche Zuspitzungen. Die Schweizerin Martina Hingis musste sich, als sie noch die weltbeste Einzelspielerin war, mit diesem Thema auseinandersetzen. Die heutige Weltranglisten-Erste Serena Williams später auch. Beide mussten die eigenen Sicherheitsvorkehrungen erhöhen und am Ende gar die Polizei einschalten, um sich vor einem permanent aufdringlichen, angeblichen Fan zu schützen.

Ein anderer schlimmer, ja tragisch-bizarrer Fall war der der früheren French-Open-Siegerin Mary Pierce, die unter ihrem Vater litt, der sie regelmäßig bedrohte und verfolgte. Auch die Gegnerinnen von Pierce fürchteten Jim Pierce, der schon mal "Kill the bitch!" über den Platz zu seiner Tochter rief. Schließlich griff sogar die Frauentour WTA ein und sperrte den Vater für fünf Jahre.