Verband trennt sich von Frauen-Bundestrainer

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Michael Behrmann in London: Nicht viel zu feiern

(Foto: dapd)

Hockey, Nationalteam: Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) hat die Konsequenzen aus dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Hockey-Frauen bei den Olympischen Spielen in London gezogen. Der Verband teilte am Mittwoch mit, die Zusammenarbeit mit Frauen-Bundestrainer Michael Behrmann nicht fortsetzen zu wollen. Behrmanns Kontrakt läuft zum Jahresende aus. Ein Nachfolger steht noch nicht fest, erste Gespräche laufen. Mit Platz sieben in London konnten die Zielvorgaben des DOSB nicht eingehalten werden, heißt es in der Erklärung. "Persönlich ist mir die Entscheidung sehr schwer gefallen, da ich seit vielen Jahren mit Michi Behrmann in verschiedenen Positionen sehr vertrauensvoll und gut zusammen gearbeitet habe. Dennoch sind wir nach der Analyse der Olympischen Spiele zu der Auffassung gekommen, in Damenbereich einen Neuanfang zu machen", sagte DHB-Sportdirektor Heino Knuf.

Italien, Justiz: Dem italienischen Fußball-Erstligisten FC Genua, bei dem auch die deutsche Nachwuchshoffnung Alexander Merkel unter Vertrag steht, droht ein Justizverfahren. Die gesamte Mannschaft sowie Klub-Präsident Enrico Preziosi müssen sich vor dem Sportgericht des italienischen Fußballverbands FIGC verantworten, berichtet die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport. Grund für die Vorladung ist das Punktspiel gegen den AC Siena am 22. April (1:4). Randalierer hatten dort Genuas Akteure aufgefordert, ihre Trikots auszuziehen, weil sie nicht würdig seien, die Vereinsfarben zu tragen. Alle Spieler hatten den Drohungen der Hooligans nachgegeben. Ebenso hatten die Fans Rauchbomben gezündet und versucht, auf das Spielfeld zu gelangen. Die Begegnung musste daraufhin für 50 Minuten unterbrochen werden. Unklar ist in diesem Fall die Position von Kapitän Giuseppe Sculli, dem Beziehungen zu Hooligan-Gruppen vorgeworfen werden. Außerdem wurde er bei einem Treffen mit drei mutmaßlichen Mitgliedern einer illegalen Wettvereinigung abgebildet.

WM-Qualifikation, Protest: Der armenische Fußballverband hat gegen die 0:1-Niederlage im Qualifikationsspiel in Bulgarien Protest eingelegt. Der Einspruch richte sich gegen "die Episoden des Spiels, gegen die gemäß den Fifa-Regeln protestiert werden darf", zitierten Medien am Donnerstag aus einer Stellungnahme. Zudem wies der Verband Berichte als "ungenau" zurück, nach denen das Verhalten der bulgarischen Fans und die Schiedsrichterleistung der Grund seien. Schiedsrichter Stephan Studer aus der Schweiz hatte sich mit Platzverweisen gegen die Armenier Marcos und Geworg Kasarjan den Zorn der Ex-Sowjetrepublik zugezogen.

Italien, Klose: Miroslav Klose will auch in der kommenden Saison für den italienischen Erstligisten Lazio Rom spielen. "Ich habe bei Lazio einen Dreijahresvertrag unterzeichnet, den ich erfüllen will. Ich werde in dieser und in der nächsten Saison in Rom spielen", sagte der 124-malige Nationalspieler dem Corriere dello Sport. Klose hofft, dass sein Hauptstadtclub in der laufenden Saison gut abschneiden werde. "Ob ich auf den Titel hoffe? Dieses Jahr ist es schwieriger, doch Lazio ist gut in die Meisterschaft gestartet. Ich kann nicht sagen, wohin wir kommen werden. Jetzt wollen wir am Sonntag unbedingt in Verona gewinnen. Danach konzentrieren wir uns auf die Europa League", sagte der 34-Jährige.

England, FC Arsenal: Arsene Wenger, Teammanager des englischen Fußball-Erstligisten FC Arsenal, darf trotz sieben Jahren ohne Titel auf eine vorzeitige Verlängerung seines bis 2014 laufenden Vertrages hoffen. "Das ist kein Anfall von Sentimentalität", sagte Geschäftsführer Ivan Gazidis am Donnerstag dem Daily Mirror, "vielmehr sind wir davon überzeugt, einen unglaublichen Manager zu haben, der den Verein liebt und deshalb der richtige Mann ist, um den Klub wieder nach vorne zu bringen." 2005 hatten die Gunners den FA Cup gewonnen, bis heute ist es der letzte Titel für Arsenal. Zuletzt musste der Verein der deutschen Nationalspieler Lukas Podolski und Per Mertesacker die Weggänge von Robbin van Persie und Cesc Fabregas verkraften.

DFB-Auswahl, Sperre: Bundestrainer Joachim Löw muss im nächsten WM-Qualifikationsspiel in Irland ohne Philipp Lahm auskommen. Der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sah in der Partie in Österreich (2:1) am Dienstagabend wie vier Tage zuvor gegen die Färöer (3:0) eine Gelbe Karte. Nach den Regularien des Weltverbandes ifa ist der Bayern-Verteidiger damit für die Partie am 12. Oktober in Dublin gesperrt.

Holland, Huntelaar: Trotz seiner erneuten Reservistenrolle in der Nationalmannschaft hat Schalkes Torjäger Klaas-Jan Huntelaar den neuen niederländischen Bondscoach Louis van Gaal für dessen Umgang mit den Spielern gelobt. "Natürlich war ich enttäuscht, dass ich gegen die Türken und Ungarn nicht von Anfang an gespielt habe, aber die Entscheidungen sind nun offen und ehrlich", sagte Huntelaar der Tageszeitung De Telegraaf. "Meine Reservistenrolle war früh klar. Der Bondscoach schaut von Spiel zu Spiel." Mit van Gaals Vorgänger Bert van Marwijk war Huntelaar bei der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine heftig aneinandergeraten. Der Bundesliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison hatte van Marwijk vorgeworfen, ihm keine echte Chance auf einen Stammplatz gegeben zu haben.

Tennis, Davis Cup: Cedrik-Marcel Stebe eröffnet an diesem Freitag (11.30 Uhr) für das deutsche Tennis-Team das Davis-Cup-Relegationsspiel gegen Australien. Stebe trifft in Hamburg auf Bernard Tomic, wie die Auslosung am Donnerstag ergab. Anschließend tritt im zweiten Einzel Florian Mayer gegen den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Lleyton Hewitt an. Für das Doppel am Samstag nominierte Teamchef Patrik Kühnen das Duo Philipp Petzschner und Benjamin Becker. Australiens Kapitän Patrick Rafter bietet Chris Guccione und Hewitt auf. In den abschließenden Einzeln am Sonntag trifft Mayer zunächst auf Tomic, danach spielt Stebe gegen Hewitt. Änderungen sind aber bereits am Samstag möglich. Die ohne Philipp Kohlschreiber und Tommy Haas antretende deutsche Auswahl möchte den ersten Abstieg seit neun Jahren vermeiden und den insgesamt dritten nach 1982 und 2003. Der 28-malige Davis-Cup-Sieger Australien will mit einem Sieg nach fünf Jahren Zweitklassigkeit zurück in die Weltgruppe.