Nach den Korruptionsaffären bleiben für die WM-Vergabe zwei Favoriten übrig: Spanien/Portugal für 2018 und die USA für 2022. England dagegen hat kaum noch Chancen.
Sepp Blatter wirkt angeknockt am Tag vor der Wahl. Der zeitlos elegante Fifa-Boss, 74, der sich hingebungsvoll seinem jugendlichen Erscheinungsbild widmet, sieht derangiert aus; nicht wie ein strahlender Sportführer, sondern eher wie einer, der gleich eine tattrige Über-80-Auswahl aufs Feld führen muss. Ganz so hoch liegt der Altersschnitt seiner Fifa-Exekutive noch nicht, die am Donnerstag die beiden WM-Turniere 2018 und 2022 vergibt, aber es sind auch keine physischen Gebrechen, die dem Chef des Fußball-Weltverbandes in diesen Tagen zusetzen.
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Fifa-Entscheidung steht aus: Wer macht das Rennen? (© reuters)
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Ihn peinigen die Bestechungsvorwürfe, die seiner Fifa pünktlich zum Wahltermin aufgetischt wurden, seine Rolle als offenkundiger Mitwisser darin - und die Weiterungen, die sich für die WM-Küren und insbesondere die Zeit danach für Blatter ergeben. Er hat nicht mal eine Pressekonferenz zum Korruptionsthema gegeben, schon gar nicht getraut hat er sich, die drei belasteten Topfunktionäre Ricardo Teixeira (Brasilien), Nicolas Leoz (Paraguay) und Issa Hayatou (Kamerun) anzutasten. Im Mai 2011 muss er selbst in die Bütt. Deshalb stehen jetzt auch seine Thronchancen auf dem Prüfstand.
Dazu kam am Mittwoch die Hiobsbotschaft von Wladimir Putin. Russlands Premier stornierte seine Reise zur WM-Kür, damit setzte just der Mann ein Zeichen, den Blatter weit oben auf der Rechnung hatte. Würde Russland die WM 2018 erhalten, könnte ihm Putins legendärer Einfluss auf die Sportwelt in knapp einem Dutzend Ex-Sowjetrepubliken ein hübsches Stimmenpaket für die Fifa-Wahlen 2011 bescheren. Ohne Putin wird wohl nichts draus.
Russlands Premier hat gewöhnlich beste Antennen, als Verlierer dastehen mag er gar nicht - den Rest erzählt die offizielle Version, mit der er absagte: Liebend gern hätte er die Bewerbung persönlich präsentiert, nur hege er größten Respekt vor den Fifa-Vorstandsherren - und wolle daher den Anschein vermeiden, seine Präsenz könne zu deren Beeinflussung führen. Das war gut gebrüllt, doch alles andere als eine Last-Minute-Erkenntnis.
Gut in Erinnerung ist, wie Putin anno 2007, Stunden vor der olympischen Winterspielkür, mit großem Gefolge am Kongressort Guatemala Stadt einfiel und ruckzuck die Weichen für Sotschi stellte (wobei das enge Regelkorsett des IOC hübsch strapaziert wurde). Der tiefere Sinn für Putins Rückzug findet sich eher in Kommentaren wie dem des russischen IOC-Mitglieds Shamil Tarpischtschew: "In letzter Zeit beobachten wir eine offene Kampagne gegen Mitglieder der Fifa-Exekutive, die Schmutz auf diese ausschüttet und sie kompromittiert."
So kann man Bestechungsvorwürfe auch interpretieren. Klar ist, dass die Scheinangebote britischer Journalisten an Reynald Temarii (Tahiti) und Amos Adamu (Nigeria) Auswirkungen auf die Wahl haben. Die zwei Fifa-Hinterbänkler wurden, anders als die drei aktuellen im Fokus stehenden Schwergewichte, vor zwei Wochen suspendiert, ihre Voten fehlen bei der Abstimmung. Dass einer, womöglich beide, pro Russland gewesen sein könnten, war Mittwoch die vorherrschende Einschätzung in den Zürcher Messehallen.
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Reaktionen zum Champions-League-Finale
Wie gut kennen Sie den Rekordmeister?
"Bigotterie... davon kann man höchstens sprechen, wenn man andere kritisiert, aber selbst nicht besser ist. Und das trifft, mit Verlaub wohl eher auf Deutschland zu als auf die Schweiz."
Ihren Nationalismus in allen Ehren...
Aber warum bringen Sie immer wieder die Schweiz ins Spiel und wie toll sie ist?
Es ist ja schön, dass Sie Ihr Heimatland besser finden als alle anderen, und Sie dieses an allen Fronten verteidigen wollen oder müssen.
Und wenn dann mal was in der Schweiz schief läuft, dann kann die Schweiz nichts dafür, dass sind dann immer die bösen Kräfte von außen...
Das ist bigott...
Klar ist, dass der Sport bei der FIFA seit längerem zur Nebensache geworden ist und der Kommerz an erster Stelle steht. Auch bei der aktuellen Weltmeisterschaft in Südafrika ist dieser Status quo deutlich zu erkennen. Sämtliche Einahmen aus Sponsorenverträgen und TV-Übertragungsrechten fließen nicht in den südafrikanischen Haushalt und sozialen Projekten des Ausrichterlandes, sondern ausschließlich in die Kassen der FIFA nach Zürich. Die Kriterien eines WM-Zuschlages sind daher mehr fragwürdig als transparent. Anbei möchte ich einen Artikel empfehlen, der schon die ungerechten Rahmenbedingungen erläutert. Denn wenn es extern bereits unausgewogen ist, dann ist es intern umso stärker der Fall:
http://2010sdafrika.wordpress.com/2010/06/30/sudafrikaner-fuhlen-sich-von-fifa-verarscht/.
Bigotterie... davon kann man höchstens sprechen, wenn man andere kritisiert, aber selbst nicht besser ist. Und das trifft, mit Verlaub wohl eher auf Deutschland zu als auf die Schweiz.
Ich dachte, Herr Blatter wollte die WM auf allen Kontinenten unterbringen?
Jetzt ist (schon) wieder Europa dran und danach dann schon wieder Amerika??? Und v.a.: Schon wieder die USA? Die waren doch erst?
Wie wär s denn mit einer WM in Australien? Von da aus ist es dann auch noch kürzer nach Asien als von de USA aus...
@cj_calva: Ihr letzter Beitrag ist lustig... Er zeigt Ihre bigotte Handlung in Perfektion... Das muss man erstmal hikriegen... Natürlich ist es nicht schuld der Schweiz... Aber Blatter hat eine verblüffende Ähnlichkeit zu einem gewissen Herrn Ackermann...
... wenn es um viel Geld geht und um zu erreichende Ziele. Hilfst du mir, helf ich dir... ist irgendwie das natürlichste der Welt.
Bsp: Radsport; der eine hilft dem andern heute, der andere dem einen morgen. Und so kommen beide optimal raus. Der eine gewinnt die Etappe, der andere erhält das Leadertrikot.
Oder nehmen wir den Eurovision Singdingsbums...politische Wahlen ... Sportstadien.... Autobahnbauten.... Papstwahlen....
Deswegen auf der Schweiz rumzuhacken ist nicht angebracht. Wäre die Fifa in Deutschland oder anderswo zuhause, wär's genau so und es ist auch so.
Und erhalten die Deutschen den Zuschlag für ihre Olympiade, dann war das sicher auch das Resultat einer guten Lobbyarbeit. Das Ganze dann auf Schmiergeld zu reduzieren ist billig und zeugt lediglich von grossem Neid. Denn alljene, die sich hier über Blatter & Co aufregen, würden genau gleich handeln, wären sie in der entsprechenden Position.
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