Eishockey Schwarze Serie

Schon wieder kein Sieg im Bayern-Derby: Der EHC aus München verliert erneut gegen die Straubing Tigers mit 2:3. Die Niederbayern beweisen damit ihre gute Form und bauen ihre Siegesserie auf vier gewonnene Spiele aus.

Von Christian Bernhard

Larry Mitchell genießt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) höchstes Ansehen für seine Nase auf dem Transfermarkt. Der Trainer der Straubing Tigers ist bekannt dafür, Jahr für Jahr unbekannte Namen nach Deutschland zu holen, die dort auf sich aufmerksam machen und dann gerne zu größeren und zahlungskräftigeren Vereinen weiterwechseln. Neuerdings ist Mitchell auch noch Spezialist für Spiele gegen den EHC München. Am Sonntagnachmittag gewannen die Tigers beim EHC 3:2 (1:0, 2:2, 0:0), feierten so den vierten Sieg in Serie gegen die Münchner und beendeten damit deren sieben Spiele andauernde Heimsiegserie.

Aufgrund eines bereits absolvierten Spieles hatte der EHC am Freitag spielfrei und damit erstmals in dieser Saison eine komplette Woche Zeit, um sich auf eine Partie vorzubereiten. Das nutzten die Münchner, um Topscorer Dominik Kahun wieder auf die Beine zu bringen. Der 20-Jährige hatte die vorangegangenen vier Spiele aufgrund eines Magen-Darm-Infekts verpasst. Im ersten Drittel untermauerten aber die Straubinger ihre Defensivstabilität. Die Gäste standen kompakt und liefen die wenigen Lücken energisch zu. Der EHC hatte damit Probleme und musste es oft mit Schüssen von der blauen Linie probieren, da die Räume sehr eng waren. Die besten Münchner Gelegenheiten vergaben Daniel Sparre (13.) und Toni Söderholm (17.), die von Kahun und Jason Jaffray ideal bedient worden waren, aber an Straubings Torhüter Matt Climie scheiterten.

Zalewski schließt zum Siegtreffer einen Drei-gegen-Eins-Konter ab

Die Tigers versuchten es immer wieder mit langen Pässen aus dem eigenen Drittel, Blaine Down (2.) und Sean O'Connor (8.) kamen so in gute Schusspositionen, nutzten diese aber nicht. Als vieles auf ein torloses Startdrittel hindeutete, schlugen die Gäste zu: Nach einem abgefälschten Schuss konnte Münchens Torhüter David Leggio die Scheibe nur mit dem Schoner nach vorne abprallen lassen - direkt in den Schläger des Ex-Münchners Martin Hinterstocker, der keine Mühe hatte, sie aus kurzer Distanz zum 1:0 einzuschieben (20.). Die Führung ging aufgrund des engagierten Tigers-Auftritts in Ordnung.

Im Mitteldrittel machte der EHC von Beginn an großen Druck. Das Geschehen spielte sich nahezu ausschließlich im Straubinger Drittel ab, Climie hatte alle Hände voll zu tun und es aufgrund des dichten Verkehrs vor seinem Tor schwer, überhaupt die Übersicht zu behalten. Das gelang ihm aber gut, und wenn nicht, rettete ihn die Querlatte, wie bei Frederic St. Denis' Schuss (23.). Zehn Minuten später war auch Climie machtlos: In Überzahl kamen zwei Münchner vor sein Tor, und Keith Aucoin tunnelte ihn zum 1:1-Ausgleich (33.).

Das Tor war der Startpunkt zu einer turbulenten Phase, nur zwei Minuten später stand es 2:2: Connor James (34.) und erneut Aucoin (35.) waren jeweils in Überzahl per Nachschuss erfolgreich gewesen. Als Krönung dieser heißen Minuten kam es beinahe zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen Climie und Jerome Samson - der Straubinger Torhüter hatte sich in seinem Torraum zu sehr bedrängt gefühlt (38.). Doch nur eine Minute später hatte Climie schon wieder ein Lächeln im Gesicht, denn Steven Zalewski, Straubings erfolgreichster Torschütze, hatte einen äußerst seltenen Drei-gegen-Eins-Konter in eigener Überzahl erfolgreich abgeschlossen. Im Schlussdrittel verteidigten die Gäste den knappen Vorsprung, für den EHC geht die schwarze Serie gegen Straubing weiter.