Eishockey Kantersieg mit Kirsche

Der EHC München gewinnt zum Auftakt der DEL-Viertelfinalserie in eigener Halle 5:0 gegen die Straubing Tigers.

Von Christian Bernhard

Schön aufgereiht standen sie da, alle im Trikot des EHC München, und ließen sich vor der Nordkurve der Münchner Olympia-Eishalle feiern. In der Hand hielten sie ein Transparent mit der Aufschrift "Hier steht der Meister". Das ganze Stadion applaudierte. Meister? So weit ist es beim EHC in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) noch lange nicht. Die Spieler im Münchner Trikot waren aus dem Nachwuchsbereich, sie ließen sich dafür feiern, dass sie den Aufstieg in die Bayernliga geschafft hatten. Der Start ins Playoff-Viertelfinale der DEL ist aber auch den EHC-Profis geglückt: 5:0 (2:0, 1:0, 2:0) bezwangen sie am Dienstagabend die Straubing Tigers und gingen damit in der Best-of-seven-Serie 1:0 in Führung. Spiel zwei findet am Freitag in Straubing statt (19.30 Uhr). Durch den deutlichen Sieg machte der EHC die vier Niederlagen in den vier Hauptrundenduellen gegen Straubing schnell vergessen.

EHC-Trainer Don Jackson konnte pünktlich zum Playoffstart personell fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Verteidiger Richie Regehr (Beinverletzung) standen ihm alle Spieler zur Verfügung, wodurch es EHC-Urgestein Uli Maurer gar nicht in den Kader schaffte. Das Tor hütete US-Goalie David Leggio. Straubing musste auf Top-Verteidiger Dylan Yeo (krank) verzichten.

Jackson hatte vor dem Viertelfinale betont, seine Mannschaft dürfe gegen die defensiv starken und auf Konter lauernden Straubinger nicht in Panik verfallen. Allerdings bot sich den Tigers schon in der zweiten Spielminute die erste Zwei-auf-Eins-Konterchance, die sie zu schlampig ausspielten. Und nur eine Minute später vergab Thomas Brandl die große Chance, die Gäste in Führung zu bringen, doch Leggio war hellwach.

Schwergewichtskampf: Münchens Steve Pinizzotto (r.) und der in Straubing tätige frühere Münchner Sean O'Connor lassen die Handschuhe fallen und die Fäuste sprechen. Für O'Connor ist die Partie danach zu Ende.

(Foto: imago/GEPA pictures)

Die erste Straubinger Strafe brachte dann auch den EHC ins Spiel. Die erste Überzahlsituation nutzten die Münchner nicht, doch als direkt im Anschluss die zweite angezeigt wurde und der EHC einen zusätzlichen Feldspieler aufs Eis schickte, traf Steve Pinizzotto aus spitzem Winkel, da Straubings Torhüter Matt Climie nicht schnell genug von einer Seite seines Tores zur anderen gekommen war (5.). Straubing schockte der Rückstand nicht, allerdings ließen sie in Person von Mike Connolly, der freistehend den EHC-Kasten verfehlte, die nächste Top-Chance liegen (11.). Das sollte sich rächen: Knapp drei Minuten vor Ende des Startdrittels sah Jason Jaffray, dass Michael Wolf Platz hatte und servierte ihm die Scheibe: Der EHC-Kapitän ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und traf mit einem präzisen Direktschuss zum 2:0 (18.).

Das Mitteldrittel begann mit einem Schwergewichtskampf: Pinizzotto und der frühere Münchner Sean O'Connor, zwei ligaweit gefürchtete Faustkämpfer, ließen die Handschuhe fallen und die Fäuste sprechen. Für O'Connor war die Partie danach zu Ende, da er auf dem Weg zur Strafbank die Schiedsrichter beschimpft hatte, Pinizzotto hingegen kehrte am Ende des Mitteldrittels von der Strafbank wieder aufs Eis zurück. Da stand es bereits 3:0 für den EHC, da Verteidiger Matt Smaby mit einem Schuss von der Blauen Linie erfolgreich gewesen war (33.).

Die Viertelfinal-Termine

Spiel 2, Fr., 18.3. (19.30 Uhr): Straubing - EHC

Spiel 3, So., 20.3. (14.30 Uhr): EHC - Straubing

Spiel 4, Di., 22.3. (19.30 Uhr): Straubing - EHC

* Spiel 5, Do., 24.3. (19.30 Uhr): EHC - Straubing

* Spiel 6, Sa., 26.3. (19.30 Uhr): Straubing - EHC

* Spiel 7, M0., 28.3. (14.30 Uhr): EHC - Straubing

* falls bis dahin in der Best-of-Seven-Serie noch keine Entscheidung gefallen ist

Die Straubinger, die eigentlich für ihr geradliniges Spiel bekannt sind, machten es vor dem Münchner Tor mehrfach zu kompliziert, der EHC konnte sich zudem auf sein exzellentes Unterzahlspiel verlassen, das erneut hervorragend funktionierte. Keith Aucoin in Überzahl und Verteidiger Jeremy Dehner (beide 48.) beendeten mit ihren Treffern den Arbeitstag von Climie, Leggio hingegen verbuchte gleich in seiner ersten DEL-Playoff-Partie ein Zu-Null-Spiel: Es war die Kirsche auf den gelungenen EHC-Abend.