DHB Bernhard Bauer ist neuer Handball-Präsident

Neuer DHB-Präsident: Bernhard Bauer.

(Foto: Marius Becker/dpa)

DHB-Bundestag wählt Bauer einstimmig zum Nachfolger von Ulrich Strombach. Das US-Team Oracle holt beim America's Cup auf. Tennisprofi Sabine Lisicki trennt sich von ihrem Trainer. Baseballer Alex Rodriguez bricht einen 75 Jahre alten Rekord.

Handball, Präsident: Nach zwei Jahren Vorbereitung war der Führungswechsel nur noch Minutensache: Kurz nach dem Abtritt von Ulrich Strombach wurde Bernhard Bauer am Samstag zum achten Präsidenten des Deutschen Handballbundes (DHB) gewählt. Um 14.10 Uhr bestimmten die Delegierten auf dem Bundestag in Düsseldorf den 62 Jahre alten Juristen einstimmig für die nächsten vier Jahre zum neuen Chef des weltgrößten nationalen Handball-Verbandes. "Ich bin wirklich gerührt. Ich weiß um die Aufgaben, die vor uns stehen. Deswegen habe ich auch Respekt davor", sagte Bernhard Bauer in einer ersten Reaktion. Er wolle den Verband modernisieren: "Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert."

Mit ihm wurde auch sein Führungsteam fast komplett neu besetzt. Einen ebenso großen Vertrauensvorschuss wie Bernhard Bauer bekam Bob Hanning als neuer Vizepräsident Leistungssport, der ebenfalls ohne Gegenstimme gewählt wurde. Weitere neue Stellvertreter sind Georg Clarke für Jugend, Andreas Michelmann für den Breitensport, die in Abwesenheit gewählte Anja Matthies für Recht sowie Rolf Reincke für das Ressort Finanzen und Organisation. Aus der alten Führung bleiben die Liga-Präsidenten Reiner Witte (Männer) und Berndt Dugall (Frauen) sowie Karl-Friedrich Schwark für die Landesverbände im Amt. Ulrich Strombach hatte sich nach 15 Jahren an der Spitze des gut 830.000 Mitglieder starken Verbandes aus privaten Gründen nicht zur Wiederwahl gestellt.

Segeln, America's Cup: Titelverteidiger Oracle Team USA hat mit einem Sieg im 13. Rennen die Entscheidung beim Segelklassiker America's Cup vertagt. Die Amerikaner verkürzten am Freitag (Ortszeit) vor San Francisco ihren Rückstand auf das Team New Zealand auf 3:8 Punkte. Die Neuseeländer benötigen weiterhin nur noch einen Erfolg zum Gesamtsieg bei der 34. Auflage der traditionsreichsten Segelregatta der Welt. Das neuseeländische Team hatte Pech. Zunächst dominierte es das 13. Rennen und hatte einen halben Kilometer Vorsprung. Die Wettfahrtleitung brach die Wettfahrt wegen Überschreitung des Zeitlimits von insgesamt 40 Minuten jedoch kurz vor dem Ziel ab. "Das ist eine Horrorshow für Neuseeland", sagte der amerikanische TV-Kommentator Martin Tasker. Das Rennen musste wiederholt werden. Im zweiten Durchgang setzte sich der Cup-Verteidiger durch, nachdem Neuseeland aufgrund einer Wegerechtsverletzung den Rivalen hatte vorbeiziehen lassen müssen. "Am Anfang habe ich geglaubt, dass alles gegen uns läuft", sagte Oracle-Skipper James Spithill. "Jetzt glaube ich, dass sich das Blatt wendet."

DOSB, Präsidentensuche: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will bei der Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Präsidenten Thomas Bach offenbar keine Findungskommission einsetzen. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstag) soll der Nachfolger des neuen IOC-Präsidenten aus den eigenen Reihen gefunden werden. Bei einem Treffen der Spitzenverbände, unter anderem mit Übergangs-Chef Hans-Peter Krämer in Frankfurt, habe sich der Wunsch durchgesetzt, eine Führungskraft der Fachverbände zum Chef des DOSB wählen zu lassen. Bach war nach seiner Wahl als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) als DOSB-Chef zurückgetreten. Der momentan amtierende DOSB-Präsident Krämer werde nun in Kooperation Sondierungsgespräche führen, aber keine Findungskommission einrichten. Bis Mitte Oktober will der DOSB zwei Kandidaten herausgefiltert haben. Am 7. Dezember soll die Mitgliederversammlung in Wiesbaden über die Bach-Nachfolge entscheiden.

Baseball, USA: Alex Rodriguez hat in der nordamerikanischen Baseball-Profiliga MLB einen 75 Jahre alten Rekord gebrochen. A-Rod gelang beim 5:1-Sieg seiner New York Yankees gegen die San Francisco Giants der 24. Grand Slam. Damit übertraf der Third Baseman die 1938 von Yankees-Legende Lou Gehrig aufgestellte Bestmarke (23). Ein Grand Slam ist ein Homerun, bei dem alle drei Bases besetzt sind. Dafür bekommt ein Team die Optimalausbeute von vier Punkten. "Ich bin ein großer Fan von Lou Gehrig. Er ist der Maßstab für jeden Spieler der Yankees. Es ist ein besonderer Moment", sagte Rodriguez, der nur wegen seines Einspruchs gegen eine Dopingsperre über 211 Spiele auf dem Platz stehen darf. Mit einer Entscheidung in der Angelegenheit ist frühestens im November zu rechnen. Der 38-Jährige schlug den 654. Homerun seiner Karriere. Es fehlen nur noch sechs weitere, um mit dem in der "ewigen" Rekordliste viertplatzierten Willie Mays (660) gleichzuziehen. Gelingt ihm dies, erhält Rodriguez von seinem Klub eine Bonuszahlung in Höhe von 6 Millionen Dollar (etwa 4,5 Millionen Euro). Barry Bonds (762) führt vor Hank Aaron (755) und Babe Ruth (714).

Tennis, ATP-Turnier in Metz: Tennisprofi Florian Mayer hat beim ATP-Turnier im französischen Metz das Halbfinale erreicht. Der 29-Jährige aus Bayreuth setzte sich in der Runde der letzten Acht nach 2:19 Stunden mit 5:7, 6:4, 7:5 gegen den Argentinier Carlos Berlocq durch. Im Kampf um seinen sechsten Finaleinzug trifft Mayer, der auf der Tour erst einen Turniersieg (Bukarest 2011) gefeiert hat, auf den topgesetzten Jo-Wilfried Tsonga. Der Lokalmatador hatte zuvor Tobias Kamke (Lübeck) mit 4:6, 6:3, 6:4 ausgeschaltet. Auch Benjamin Becker (Orscholz) war im Viertelfinale gescheitert.

Eishockey, DEL: Die Krefeld Pinguine haben in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ihre Tabellenführung im Spitzenspiel gegen den bisher punktgleichen Meister Eisbären Berlin durch ein 2:0 (0:0, 1:0, 1:0) ausgebaut, Red Bull München hat am dritten Spieltag nach einem 1:3 (1:1, 0:0, 0:2) gegen die Grizzly Adams Wolfsburg dagegen zunächst den Anschluss verloren. Neuer Zweiter sind die Thomas Sabo Ice Tigers, die ihr Derby beim ERC Ingolstadt 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) gewannen. Die Düsseldorfer EG kassierte mit dem 2:6 (0:1, 0:4, 2:1) bei den Hamburg Freezers die nächste deutliche Niederlage und bleibt Schlusslicht. Ebenfalls ohne Punkt ist weiterhin Aufsteiger Schwenningen Wild Wings, der gegen die Iserlohn Roosters 0:4 (0:1, 0:2, 0:1) verlor. Zudem bezwangen die Augsburger Panther die Adler Mannheim 4:2 (1:0, 2:1, 1:1). Die Kölner Haie als Meisterschafts-Mitfavorit siegten 4:3 (1:1, 1:0, 1:2, 1:0) nach Penaltyschießen gegen die Straubing Tigers und belegen Rang acht.

Ringen, WM: Ringerin Aline Focken hat bei der WM in Budapest die erhoffte erste deutsche Medaille verpasst. In der Klasse bis 67 kg verlor die EM-Dritte aus Krefeld den Bronze-Kampf gegen Sara Dosho (Japan), sorgte mit Platz fünf aber am fünften Wettkampftag für die bislang beste Platzierung für den Deutschen Ringer-Bund (DRB) in Ungarn. "Eine professionelle Einstellung und eine starke Turnierleistung von Aline", sagte DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis. Focken (22) hatte nach zwei Siegen zum Auftakt ihr Viertelfinale gegen die spätere Weltmeisterin Alina Statnyk-Machynia verloren und war über die Hoffnungsrunde weitergekommen. Maria Selmaier (Jena/72 kg) feierte zu Beginn zwar auch einen Sieg, musste sich im Achtelfinale dann aber Swetlana Sajenko geschlagen geben. Da die Moldawierin im weiteren Turnierverlauf das Finale verfehlte, war das Turnier für Selmaier beendet. Bei den Männern scheiterte Griechisch-Römisch-Spezialist Lukas Höglmeier (Gailbach/55 kg) in der Hoffnungsrunde an Iwan Lizatowic (Kroatien).

Sabine Lisicki, Trainerwechsel: Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki hat sich von ihrem Trainer Wim Fissette getrennt. Das teilte das Management der 23 Jahre alten Tennisspielerin aus Berlin am Freitag mit. "Wim und ich hatten unterschiedliche Konzepte und haben beschlossen, getrennte Wege zu gehen", sagte Lisicki der Nachrichtenagentur dpa. Für das Turnier in Tokio in der kommenden Woche hatte die Weltranglisten-15. wegen Fiebers absagen müssen. Zum Turnier in Peking vom 28. September bis zum 6. Oktober werde sie mit ihrem Vater Richard reisen. Lisicki hatte seit den French Open in diesem Jahr mit dem früheren Coach von Kim Clijsters zusammengearbeitet. Der 33-Jährige teilte sich die Aufgabe mit Lisickis Vater Richard. "Wir ergänzen uns völlig unkompliziert", hatte Fissette nach dem überraschenden Endspiel-Einzug der deutschen Fed-Cup-Spielerin in Wimbledon gesagt. "Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit in dieser Zeit. Mein Vater wird vorerst wieder die Trainerrolle übernehmen", sagte Lisicki nun.