Deutscher Handballbund Öffentlicher Knatsch im Präsidium

Selten einig wie hier: DHB-Vizepräsident Bob Hanning (links) und DHB-Präsident Bernhard Bauer.

(Foto: dpa)
  • Gerade haben die deutschen Handballer die Olympia-Qualifikation geschafft - nun offenbaren sich schwere Verstimmungen an der Verbandsspitze.
  • Präsident Bernhard Bauer geht öffentlich auf seinen Stellvertreter Bob Hanning los.

Handball-Verbandschef Bauer attackiert Hanning

Präsident Bernhard Bauer wirft seinem Vize Bob Hanning öffentlich Egoismus vor - in der Führungsspitze des Deutschen Handballbundes (DHB) ist ein Streit entbrannt. "Ich erwarte von Bob, dass er seine Teamfähigkeit verbessert", sagte Bauer der Sport Bild: "Wenn es so weitergeht, dann können wir die Ziele, die wir für den deutschen Handball haben, nicht erreichen."

Krisengipfel schon in Katar

Länger schon trennt ein tiefer Graben den DHB-Boss und seinen für den Leistungssport zuständigen Stellvertreter. Nach SID-Informationen gab es bereits bei der WM in Doha einen Krisengipfel zwischen Bauer und Hanning, an dem außerdem Liga-Präsident Uwe Schwenker als Mediator sowie DHB-Generalsekretär Mark Schober teilnahmen. Bauer war unter anderem auch verärgert darüber, dass Hanning während der WM ohne interne Abstimmung beim ZDF-Sportstudio zu Gast war.

Helden auf dem Zahnfleisch

Die deutschen Handballer sichern sich mit dem Sieg gegen Slowenien die Teilnahme an der Olympia-Qualifikation. Die Enttäuschung über das WM-Aus gegen Katar ist allerdings noch nicht verarbeitet. Von Joachim Mölter, Doha mehr ... Spielbericht

Auslöser des nun öffentlich entbrannten Streits ist vor allem die Tatsache, dass Hanning dem früheren Nationalspieler Stefan Kretzschmar den Posten des Frauen-Bundestrainers angeboten und sich damit angeblich im Alleingang über die Arbeit der Trainerfindungskommission beim DHB hinweggesetzt hatte. Kretzschmar hatte anschließend öffentlich verkündet, er habe zwar über das Angebot nachgedacht, es aber letztlich aus einem Bauchgefühl heraus abgelehnt.

DHB lehnt Stellungnahme ab

Der DHB nahm am Mittwochnachmittag in Person seines Generalsekretärs Mark Schober zu dem Vorgang Stellung. "Im Arbeitsalltag jedes Unternehmens und Verbandes tauchen - was ganz normal ist - immer wieder Reibungspunkte auf", wird Schober in einer Mitteilung des Verbandes zitiert: "Wir werden das intern aufarbeiten und einen Weg finden." Zu den Schilderungen der Sport Bild, so teilte der DHB außerdem mit, "werden sich die Beteiligten sowie weitere Vertreter des Verbandes darüber hinausgehend nicht äußern".

Auch Hanning war am Mittwoch für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zunächst nicht zu erreichen.