Boxen "Boxen geht weiter!"

Die zweite Niederlage im 23. Kampf: Vincent Feigenbutz (r.) verliert gegen Giovanni De Carolis.

(Foto: Martin Rose/Getty Images)

Vincent Feigenbutz verpasst die Chance, Deutschlands jüngster Profi-Champion zu werden. Er verliert den WBA-Kampf durch technischen K.o.

Vincent Feigenbutz taumelte, ein Schlag nach dem anderen traf ihn an der Schläfe, sein kämpferischer Blick wurde immer leerer - dann war es vorbei. Feigenbutz, 20, aus Karlsruhe hat am Samstagabend eine große Chance verpasst: die Krönung zum jüngsten Profi-Champion der deutschen Box-Geschichte. Der 20-Jährige aus Karlsruhe verlor den WM-Kampf der WBA am Samstagabend in Offenburg gegen Giovanni De Carolis durch technischen K.o. in der elften Runde.

Damit bleibt vorerst der Berlinerin Graciano Rocchigiani der jüngste deutsche Champion: "Rocky" hatte sich die WM-Krone 1988 mit 24 Jahren geholt. Super-Mittelgewichtler Feigenbutz kassierte im 23. Kampf erst seine zweite Niederlage (19 K.o.-Siege). Bereits beim ersten Vergleich mit dem 31-jährigen De Carolis am 17. Oktober 2015 in Karlsruhe hatte Feigenbutzgroße Probleme gehabt und nur äußerst umstritten nach Punkten gewonnen, obwohl er sogar zu Boden gegangen war.

"Meine Leistung hat nicht gereicht. Ich war nicht fit, obwohl ich gesund war. Aber ich komme wieder. Im dritten Kampf wird alles entschieden", sprach Feigenbutzbei nach dem Kampf ins Hallenmikrofon. De Carolis sagte ihm den Rückkampf zu: "Dafür stehe ich jederzeit zur Verfügung. Ich bin ein Kämpfer. Heute bin ich sehr, sehr glücklich. Das ist die Belohnung für die Arbeit meines ganzen Lebens." Feigenbutz rief: "Ich komme wieder stark zurück. Boxen geht weiter!"

Vor 4100 Zuschauern in der ausverkauften Baden Arena agierte der Lokalmatador zunächst zu passiv und musste einige Treffer von De Carolis einstecken. Danach wurde Feigenbutz offensiver, allerdings blieb der Italiener immer gefährlich. Die Niederlage war umstritten, weil De Carolis zum Schluss in Richtung des Hinterkopfes von Feigenbutz schlug. Für den deutschen Hoffnungsträger ist die Schlappe ein herber Rückschlag. Bei einem Sieg wäre ein Duell um den Titel des Super-Champions mit dem Sieger des Kampfes zwischen Felix Sturm (Leverkusen) und Fjodor Tschudinow (Russland) wahrscheinlich gewesen, die am 20. Februar in Oberhausen gegeneinander boxen.

Der Veranstaltung am Samstag war nur wenige Tage zuvor ein kühner Winkelzug des weltweit ältesten Profi-Boxverbandes vorausgegangen. Die WBA hatte kurzerhand Titelträger Tschudinow zum Super-Champion ernannt und damit den Kampf von Interims-Weltmeister zum WM-Fight hochgestuft. "Das ist eine große Sache, ein Lebenstraum", hatte "Iron Junior" gesagt.