Basketball-WM Frankreich tröstet sich mit Bronze

Mickael Gelabale (links) und seine Teamkameraden jubeln über den dritten Platz bei der Basketball-WM.

(Foto: AFP)

Europameister Frankreich besiegt nach dem Halbfinal-Aus Litauen im Spiel um Platz drei bei der Basketball-WM. Die französischen Tennisspieler erreichen das Davis-Cup-Finale. Nick Heidfeld überschlägt sich kurz vor dem Ziel und verpasst beim Auftaktrennen der Formel E den Sieg.

Basketball, WM: Europameister Frankreich hat bei der Basketball-WM in Spanien die Bronzemedaille geholt. Die Franzosen gewannen in Madrid das Spiel um Platz 3 mit 95:93 (43:42) gegen Litauen. Erfolgreichster Werfer in der Neuauflage des EM-Finals von 2013 war Nicolas Batum von den Portland Trail Blazers mit 27 Punkten. Der mit zahlreichen weiteren NBA-Spielern wie Brian Diaw, Rudy Gobert und Evan Fournier besetzte Favorit lag nach dem dritten Viertel bereits mit 64:71 zurück. Im Schlussabschnitt gelang den Franzosen aber noch einmal ein Kraftakt, obwohl sie noch die Enttäuschung und körperliche Belastung der überraschenden 85:90-Halbfinal-Niederlage gegen Serbien am Vorabend in den Knochen hatten. Die Serben treffen am Sonntagabend im Endspiel auf den Titelverteidiger, Olympiasieger und großen Turnierfavoriten USA. Die Amerikaner sind bei dieser WM noch ungeschlagen.

Tennis, Davis Cup: Frankreich hat als erstes Team das Endspiel um den Davis Cup erreicht. Im heimischen Stade Roland Garros in Paris sicherten Richard Gasquet und Jo-Wilfried Tsonga den Franzosen den vorentscheidenden Punkt zum 3:0 gegen Titelverteidiger Tschechien. Das Duo setzte sich im Doppel gegen Tomas Berdych/Radek Stepanek mit 6:7 (4:7), 6:4, 7:6 (7:5), 6:1 durch. Am Freitag hatten Gasquet und Tsonga ihre Einzel gewonnen und damit den Grundstein für die erste Finalteilnahme seit 2010 gelegt. Die beiden abschließenden Einzel am Sonntag zwischen Tsonga und Berdych sowie Gasquet und Rosol haben nur noch statistischen Wert.

Im zweiten Halbfinale verpasste die Schweiz die vorzeitige Entscheidung gegen Italien. Im Doppel unterlagen Australien-Open-Sieger Stan Wawrinka und sein Partner Marco Chiudinelli dem italienischen Duo Fabio Fognini/Simone Bolelli nach fünf umkämpften Sätzen mit 5:7, 6:3, 7:5, 3:6, 2:6. Den Italienern gelang in der Halbfinal-Begegnung damit der Anschluss zum 1:2, nachdem Roger Federer und Wawrinka die Eidgenossen am Freitag mit 2:0 in Führung gebracht hatten. Teamchef Severin Luthi hatte für Federer überraschend den 33-jährigen Chiudinelli berufen, doch die Maßnahme ging nicht auf. Das italienische Duo verwandelte nach 4:01 Stunden seinen dritten Matchball. Am Sonntag stehen die letzten beiden Matches im Einzel zwischen Federer und Fognini sowie zwischen Wawrinka und Bolelli auf dem Programm. Für die Schweizer wäre es der erste Finaleinzug seit 1992, Italien stand zuletzt 1998 im Endspiel um den Davis Cup.

Motorsport, Formel E: Mit einem spektakulären Unfall zwischen den beiden führenden Nicolas Prost und Nick Heidfeld wenige Meter vor dem Ziel und einem Sieg des Brasilianers Lucas di Grassi in einem Auto des deutschen Abt-Teams ist der Auftakt der Formel E in Peking geendet. "Nur damit es alle wissen: Es geht mir gut - körperlich", twitterte Heidfeld, der für das Team von Hollywoodstar Leonardo DiCaprio fährt: "Ich hätte es gewonnen/gewinnen können/gewinnen müssen. Stattdessen nichts - so ist Racing." Bei dem Versuch, den vom Start weg führenden Prost kurz vor der Zielinie noch zu überholen, wurde Heidfeld von dem Franzosen nach links abgedrängt. Das Auto des Mönchengladbachers geriet auf den Randstein, hob ab, überschlug sich und landete mit den Rädern nach oben auf der Strecke. Heidfeld konnte sich selbst aus dem Wrack befreien und stellte Prost Sekunden später zur Rede. Die beiden wurden auf den Plätzen zwölf und 13 gewertet. Platz zwei belegte der Franzose Montagny aus dem Team Andretti. Teamchef-Sohn Daniel Abt war als Dritter ins Ziel gefahren, anschließend aber von der Rennleitung auf Platz zehn zurückgestuft worden, weil er zuviel Energie verbraucht hatte. Seinen dritten Platz übernahm der Brite Sam Bird vom Team Virgin Racing. Der nächste Lauf der zehn Rennen umfassenden Formel E findet am 22. November in Malaysia statt.

Motorsport, DTM: Der souveräne DTM-Spitzenreiter Marco Wittmann (Markt Erlbach/BMW) hat sich für den achten Saisonlauf auf dem Lausitzring eine passable Ausgangsposition für den vorzeitigen Titelgewinn geschaffen. Im Qualifying zum drittletzten Rennen wurde der 24-Jährige als bester BMW-Pilot Siebter. Die Pole Position ging in 1:17,547 Minuten erstmals an Pascal Wehrlein (Sigmaringen/Mercedes). Der 19-Jährige musste wegen Überholens in der Working Lane allerdings kurz um seinen Erfolg bangen. Die Rennkommissare belegten den Youngster, der nun jüngster Pole-Setter der DTM-Geschichte ist, letztlich lediglich mit einer Verwarnung.

Im Rennen am Sonntag (13.30 Uhr MESZ/ARD) genügt Wittmann (120 Punkte) Platz vier, um sich vorzeitig den Titel zu sichern - nach nur acht von zehn Rennen gelang dies noch niemandem in der "neuen" DTM seit 2000. Zweiter in der Lausitz wurde der Meisterschafts-Zweite Mattias Ekström. Der Audi-Pilot aus Schweden hat bereits 64 Punkte Rückstand auf Wittmann und muss im Kampf um seine zweite Meisterschaft bei nur noch 75 zu vergebenden Zählern auf Schützenhilfe hoffen. Der frühere Formel-1-Pilot Timo Glock (Wersau/BMW) verpasste als Neunter ebenso den abschließenden dritten Qualifikationsabschnitt der besten Acht wie Titelverteidiger Mike Rockenfeller (Neuwied/Audi) auf Rang zehn.

Fußball, WM der Frauen: Die deutschen Fußballerinnen haben sich vorzeitig für die WM 2015 in Kanada qualifiziert. Die Auswahl von Bundestrainerin Silvia Neid setzte sich im vorletzten Qualifikationsspiel gegen Russland 4:1 (3:1) durch und machte in Moskau mit dem neunten Sieg im neunten Spiel vor dem abschließenden Duell am Mittwoch (18.00 Uhr/ARD) mit Irland in Heidenheim den Gruppensieg in der Staffel 1 perfekt. Dreifachtorschützin Celia Sasic (19./28./72.) und Simone Laudehr (6.) sorgten für den Erfolg des zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisters, Xenia Zybutowitsch (9.) erzielte per Foulelfmeter den Treffer für die Gastgeberinnen.

Fußball, Fifa: Brasiliens Fußball-Verband CBF droht wegen angeblicher Luxus-Geschenke an zahlreiche Fifa-Funktionäre Ärger mit dem Weltverband. Nach Informationen der Welt am Sonntag schenkte der CBF während der WM in Brasilien mehreren Dutzend Funktionären kostbare Uhren. Fifa-Exekutivmitglied Theo Zwanziger und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bestätigten das der Zeitung. Dem Bericht zufolge hat FIFA-Chefermittler Michael Garcia bereits interne Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen. Zwanziger sagte der "Welt am Sonntag", er habe erst nach seiner Rückkehr nach Deutschland bemerkt, "dass mir der CBF eine Uhr geschenkt hat. Ich habe dann die Ethikkommission über meinen Fund informiert und gesagt, dass ich die Uhr umgehend zurückgeben möchte". Zugleich forderte er Konsequenzen für Brasiliens Verband: "Falls die Uhr einen großen Wert hat, dann ist das eine Frechheit. Dann muss der CBF bestraft werden." Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erhielt nach Angaben von Mediendirektor Ralf Köttker eine Uhr. Er habe sie gar nicht erst angenommen, "sondern umgehend per Boten an den CBF zurückgeschickt", so Köttker in der "WamS". Der Ethik-Kodex der FIFA verbietet die Annahme solcher Geschenke ausdrücklich.

Fußball, 3. Liga: Der letztjährige Zwangsabsteiger MSV Duisburg hat die Stuttgarter Kickers von den Tabellenspitze der 3. Fußball-Liga gestürzt und sich selbst auf einen Aufstiegsplatz geschoben. Mit dem 2:0 (1:0) zogen die Meidericher an den Schwaben vorbei auf den zweiten Rang. Die Spitze übernahm Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden dank des 3:1 (1:1) beim Aufsteiger SG Großaspach. Preußen Münster ist nach dem 1:0 (0:0) bei Jahn Regensburg seit fünf Spielen ohne Niederlage und verbesserte sich auf den fünften Platz. Auch Arminia Bielefeld setzte den Aufwärtstrend mit dem 3:0 (2:0) gegen Borussia Dortmund II fort und kletterte mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen auf den siebten Rang. Zweitliga-Absteiger Energie Cottbus rutschte nach dem 0:0 beim Schlusslicht FSV Mainz 05 II auf den achten Platz ab. Der VfL Osnabrück verbuchte mit dem 2:1 (1:1) gegen Holstein Kiel den dritten Sieg in den letzten vier Partien. Weiter auf den ersten Heimsieg wartet dagegen der Hallesche FC nach dem 0:2 (0:2) gegen den VfB Stuttgart II. Den ersten Dreier im heimischen Stadion holte Aufsteiger Fortuna Köln beim 2:0 (1:0) gegen die SpVgg Unterhaching.

Tennis, Honkong: Sabine Lisicki hat ihr erstes Finale seit dem Endspiel von Wimbledon 2013 erreicht. In der Vorschlussrunde des WTA-Turniers in Hongkong gewann die topgesetzte 24-Jährige nach 120 umkämpften Minuten gegen die Italienerin Francesca Schiavone 6:3, 3:6, 6:2. Lisicki, die in der Partie zwölf Asse schlug, nahm ihrer Gegnerin im entscheidenden Durchgang zweimal den Aufschlag ab. Im Finale des mit 250 000 Dollar dotierten Hartplatz-Turniers bekommt es die Fed-Cup-Spielerin am Sonntag mit Karolina Pliskova (Tschechien/Nr. 3) zu tun, die die ungesetzte Belgierin Alison van Uytvanck 6:1, 4:6, 6:4 besiegte. Lisicki, einzige deutsche Starterin in Hongkong, hatte eine Wildcard für das Turnier erhalten.