Wegen Überbuchung am Boden zu bleiben, ärgert alle Passagiere. Noch schlimmer aber ist für viele der Abstieg in eine niedrigere Ticketklasse, zeigt eine neue Studie der TU München.
Wie reagieren Passagiere, wenn sie ihren Platz in der Business Class wegen Überbuchung kurzerhand gegen einen Sitz in der "Holzklasse" tauschen müssen oder am Ende gleich ganz am Boden bleiben? Kurzfristig: mit Ärger. Langfristig: mit Abwendung vom Unternehmen - wobei dies nicht für alle Passagiere gleichermaßen gilt. Und auch nicht für jede entgangene Leistung.
Langfristig schaden sich Airlines mit der Überbuchung von Flugzeugen. (© Foto: AFP)
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"Verhaltenskonsequenzen aus der Überbuchung von Service-Kapazitäten" lautet der Titel einer Studie, die sich genau mit diesem Thema befasst. Durchgeführt von Florian von Wangenheim von der TU München und Tomás Bayón von der Heilbronn Business School hat dieser Beitrag zur Dienstleistungsforschung gerade als erste deutsche Publikation überhaupt den "Best Service Award 2008" der American Marketing Association (AMA) gewonnen.
Kurzfristiges Hoch, langfristiger Schaden
Überbuchung ist ein gängiges Auslastungskonzept, mit dem Airlines verhindern wollen, dass aufgrund von nichterschienenen Passagieren Plätze im Flugzeug leer bleiben. "In der Krise der Branche nach dem 11. September 2001 hat gerade bei US-Airlines die Zahl der überbuchten Plätze stark zugenommen", sagte Florian von Wangenheim zu sueddeutsche.de. Andere Fluggesellschaften hätten nachgezogen, denn kurzfristig verbessere das die Gewinnsituation.
Auf lange Sicht bedeuteten viele Überbuchungen aber auch viele enttäuschte Kunden - die ihr Glück dann zukünftig bei anderen Airlines versuchen.
Basierend auf einem umfangreichen Datensatz aus der Flugbranche zeigt Wangenheims und Bayóns Untersuchung, dass dieser Effekt unabhängig von Nationalität oder kulturellen Unterschieden eintritt. Deutsche Passagiere sind also genauso nachtragend wie amerikanische. Auch hinsichtlich Privat- und Geschäftsreisenden gab es kaum Abweichungen.
Bedeutsame Unterschiede zeigten sich dafür hinsichtlich des Status der Passagiere. Sogenannte High Value Customer, also Vielflieger, First- und Business-Class-Kunden, wurden durch negative Erfahrungen mit einer Airline mehr verprellt als die Low Value Customer, die Gelegentlich-Flieger und Economy-Class-Passagiere.
Am größten war der Ärger bei Premium-Kunden, wenn sie aus ihrer gebuchten Klasse herabgestuft wurden. "High Value Customer haben dann das Gefühl, sie bekommen nicht das, was sie eigentlich verdienen, was sie der Airline durch ihren höheren finanziellen und zeitlichen Einsatz wert sein sollten", so von Wangenheim, Professor und Leiter des Lehrstuhls für Dienstleistungs- und Technologiemarketing an der TU München, zu sueddeutsche.de.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum selbst Upgrading bei vielen Passagieren nicht unbedingt Freude auslöst.
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Reiseknigge: Türkei
Träumen, planen, reisen
Am ulkigsten finde ich imemr, dass Business und First Class zuerst einsteigen "dürfen" und dass sich sofort beim ertönen der Boarding-Meldung eine Schlange bildet. Als wäre es eine Belohnung ind er Sardinenbüchse zu hocken. Selbst First Class Kunden sollte es doch angenehmer erscheinen im vielleicht miefigen, dafür mit Fenstern ausgestatteten Wartebereich zu sitzen, als in der kunstlichterhellten Düsternis des Fliegers.
Wenn ich für ein Business Class Ticket 1500EUR bezahlt hätte, bräuchte mir auch keiner damit kommen mich ohne Entschädigung in die Eco zu setzen.
Wenn man dann noch berücksichtigt, daß ein Senator oder noch schlimmer ein HON Circler seiner Fluggesellschaft mehrere 10,000 EUR im Jahr beschert kann man den Ärger auch dieser Personengruppe verstehen.
Ich möchte nicht wissen wie ihr euch aufführen würdet wenn euch sowas passieren würde. Das kann ich ja sogar als regelmäßiger Flieger ohne Frequent Traveller Status, der immer Economy mit der günstigsten Rate fliegen muß, durchaus verstehen.
Aber vielleicht bin ich ja gerade weil ich so oft fliege glücklich darüber nicht so ein "armes Schwein" mit Senator oder HON Circle zu sein.
Heißt das etwa, das die Roland Bergers, Kienbaums, McKinseys und der Rest unserer "Beraterelite" dann etwa zwischen den Leuten sitzen müssen, deren Arbeitsplätze abzuschaffen, sie grad ihrem Kunden verkauft haben.
Die armen Leute! Furchtbarer Gedanke...
Also bitte, streicht mir bloß die Überbuchungen nicht.
Es ist einfach herrlich in erster Reihe zu sitzen, wenn die Nachricht der Überbuchung kommt und die Stars
- FREQUENT TRAVELLER
- SENATOR
oder gar
- HON CIRCLE MEMBER
die Arena lauthals betreten. Besser als jede Komödie und noch im Flugpreis eingeschlossen. Wenn nur nicht die Damen und Herren am Lufthansa-Schalter wären, die einem dann wirklich leid tun können und ein wenig vom Witz der Situation nehmen.
Mir z.B. war die Heilbronn Business School bisher vollkommen unbekannt ... und ich werde auch sofort wieder vergessen, daß es sie gibt!
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