Sitzplätze für jeden Typ Der sicherste Platz im Flugzeug

Die schlechte Nachricht vorweg: Der eine sicherste Platz mit Überlebensgarantie existiert leider nicht. Aber es gibt Plätze, auf denen man im Unglücksfall zumindest statistisch gesehen größere Chancen hat. Dies liegt daran, dass von diesen Plätzen aus der Notausgang schneller erreichbar ist. Muss ein Flugzeug nach einer Bruchlandung oder wegen eines Brandes evakuiert werden, zählt jede Sekunde - und jede Reihe weiter weg von einem Ausgang kostet wertvolle Zeit.

Die Universität Greenwich hat sich des Themas angenommen und nicht nur 105 Luftfahrunfälle ausgewertet, sondern auch fast 2000 Betroffene befragt. Das Ergebnis der Studie (A Database to Record Human Experience of Evacuation in Aviation Accidents, 2008): Die größten Überlebenschancen hat man im vorderen Bereich des Flugzeugs, entweder direkt am (hoffentlich noch intakten) Notausgang oder in den Reihen davor oder dahinter. Passagiere, die bis zu fünf Reihen von einem Notausstieg entfernt sitzen, sind ebenfalls recht schnell draußen.

Wer weiter weg ist und sich anhand der Leuchtmarkierungen am Boden zum Ausgang tasten muss, braucht noch mehr Glück im Unglück. Die Chancen steigen zudem für diejenigen, die vorne im Bug des Flugzeugs sitzen (65 Prozent Überlebenswahrscheinlichkeit, im Heck reduziert sich diese auf 53 Prozent).

Für Flugängstliche ist nun gut zu wissen: Laut einer Statistik der US-Behörde für Transportsicherheit liegt die Wahrscheinlichkeit, eine Bruchlandung zu überleben (die in den meisten Fällen kurz nach dem Start oder in der Landephase vorkommt, also eher selten in Reiseflughöhe über dem Meer oder über den Bergen), bei optimistisch stimmenden 95,7 Prozent. Außerdem erhalten Flugzeuge nur eine Zulassung, wenn die Evakuierung der Maschine bei Tests nicht länger als 90 Sekunden dauert.

Die folgenden Sätze überspringen Leser mit Flugangst bitte: In der Realität gelingt die Flucht aus dem Flugzeug nicht so schnell: Schock, Panik und Verletzungen verlangsamen die Evakuierung. Außerdem befolgen Passagiere die Anweisungen der Crew nicht immer oder nicht sofort: zum Beispiel wenn sie doch einen weiter entfernten Notausgang nehmen müssen, weil der viel nähere blockiert ist, was nicht alle Flüchtenden glauben mögen.

Und bei den Tests wird nicht miteinberechnet, dass sich nicht jeder so schnell er kann und ganz allein in Sicherheit bringt: Oder wer lässt seine (langsamere) Familie zurück, um seine eigene Haut zu retten? Daher ist ein Platz nahe am Notausstieg, möglichst noch am Gang, tatsächlich am sichersten. Und wer bei der oft als langweilig geschmähten Sicherheitsvorführung trotzdem aufgepasst hat, weiß auch, wo er die nächsten Notausgänge findet.

Noch besser ist es, sich beim Einsteigen die Anzahl der Sitzreihen zwischen dem Notausstieg und dem eigenen Platz zu merken. So kann man sich im Notfall zählend in Sicherheit tasten und ist nicht allein auf die Bodenmarkierung angewiesen.

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