Mitten in AbsurdistanHundeleben in Córdoba

Die Pracht der spanischen Stadt macht nicht alle glücklich. Und an der sonnigen Amalfiküste reichen zwei Worte, um die Idylle zu zerstören.

Mitten in ... Praiano

Auf einer Barterrasse in Italiens Küstenstadt Praiano, die Beine gestreckt, die winterliche Morgensonne im Haar. Keine Touristen, kein Verkehr. Nirgendwo auf der Welt legen sich Meer und Himmel sanfter auf die Seele als hier, an der steilen Costiera Amalfitana, auf halbem Weg zwischen Positano und Amalfi. Ein Arbeiter treibt Maultiere die Straße hinauf. Auf der Ladefläche eines Jeeps schläft ein alter Hund auf einem noch älteren Sofa. Mit etwas Fantasie riecht man Zitronen. Dann setzt sich ein Herr an den Nebentisch, beugt sich über den Sportteil von Il Mattino, der Zeitung aus Neapel, und zischt leise: "Questa Juventus!" Schon wieder gab es einen fragwürdigen Elfer für die Turiner, ach was, einen frei erfundenen. "Inesistente!" Und so dräut plötzlich ein Komplott über der Idylle. Der zarte Duft der Zitronen? Wie weggeblasen.

Oliver Meiler

SZ vom 24. März 2017

Bild: imago stock&people 19. März 2017, 06:212017-03-19 06:21:57 © SZ/ihe