Mitten in AbsurdistanSkurriles aus aller Welt

Ein missverstandener Flirtversuch in der U-Bahn, das wilde Comeback einer Gesangslegende und der Kampf eines Radfahrers mit den Elementen: SZ-Autoren berichten kuriose Erlebnisse.

Mitten in ... Altomünster

Diese alten Klostermauern stecken doch voller Geheimnisse! Ob sie schon der irische Wandermönch Alto hochgezogen hat, im Jahr 750? Dieser Ort atmet den Geist wirklich asketischen Lebens. Was für eine friedliche Umgebung, was für ein besinnlicher Platz für Exerzitien.

Links hinter der Kirche steht eine Tür offen, sie führt zu einem dunklen Gang. Erst stolpert man, dann stößt man sich den Kopf, so niedrig ist das Gewölbe. Ob uns der Durchgang denn erlaubt ist? Aber weiter. Da. Eine kleine Vertiefung im meterdicken Mauerwerk.

Im Dunkel des Lochs ist ein eingerolltes Bündel Papier zu erkennen. Handelt es sich um die Original-Handschrift Altos? Um das Gelübde eines Ordensmannes? Um ein Zeichen? Nein. Es ist der Playboy, aktuelle Ausgabe. Aus der Finsternis dringt Kindergekicher. Na wartet, ihr Saufratzen.

Martin Zips, SZ vom 16./17.7.2011

Bild: AP 15. Juli 2011, 15:452011-07-15 15:45:00 © Süddeutsche Zeitung/dd/kaeb