Internationaler Flugverkehr EU will Fluggäste durchleuchten lassen

Die EU plant, internationale Fluggäste umfassend zu überwachen. Sobald die Flugzeugtüren geschlossen sind, sollen Informationen über alle Passagiere an die Sicherheitsbehörden geschickt werden. Das sind Namen, Adressen, Bankverbindungen - aber auch Essensvorlieben.

Die EU plant Berichten zufolge, Fluggäste die von anderen Kontinenten nach Europa oder von Europa wieder ausreisen, polizeilich durchleuchten zu lassen. Während die Passagiere in der Luft sind, sollen europäische Ermittlungsbehörden den Hintergrund der Fluggäste überprüfen. Das berichtet das Magazin Der Spiegel. Bereits jetzt erfassen Fluggesellschaften von ihren Kunden Daten wie Adressen, Reiseziele, Bankverbindungen und Essensvorlieben. Diese sogenannten PNR-Daten (passenger name record) sollen nach Spiegel-Informationen künftig den europäischen Ermittlungsbehörden zugeleitet werden.

Diese Daten würden an die Behörden übermittelt, sobald das Flugzeug die Türen geschlossen habe, beziehungsweise "unmittelbar nachdem sich die Fluggäste vor dem Start an Bord des Flugzeugs begeben haben und keine weiteren Fluggäste mehr an Bord kommen können", wie es in einem Entwurf der EU-Kommission (PDF) heißt, der der Seite Netzpolitik.org vorliegt. In dem Papier heißt es, die Passagierdaten sollen für fünf Jahre gespeichert werden.

Zunächst sollen nur Passagiere betroffen sein, die von bzw. nach Europa fliegen. Der Spiegel zitiert allerdings aus einem Besprechungsprotokoll, wonach die Überwachung innereuropäischer Flüge eine "Ideallösung" sei - die auch später eingeführt werden könne.

Der EU-Innenausschuss soll am 17. Dezember über die behördliche Auswertung von Fluggastdaten in Europa entscheiden.