Heißer Riesling in Straßburg Stille Leber

Die große Tanne wird alljährlich unter großer Aufmerksamkeit auf Straßburgs Place Kléber aufgestellt.

(Foto: imago/PanoramiC)

Von Ingrid Brunner

Es duftet nach Plätzchen, die hier Bredele heißen, und Glühwein, der hier Vin Chaud genannt wird: Die Nähe zu Deutschland ist in Straßburg unverkennbar. Stolz nennt man sich Weihnachtshauptstadt. Doch das reklamieren auch deutsche und österreichische Städte für sich. Frankreichs Weihnachtshauptstadt ist Straßburg allemal, schon seit 1570 stellt man hier Buden auf. 24 Märkte sind es inzwischen, die meisten in der Altstadt mit ihren prächtigen Fachwerkhäusern. Ableger gibt es bereits in Tokio, Moskau, Peking und Taipeh.

Schon beim Vin Chaud zeigt sich der Unterschied zu Deutschland, denn der wird hier aus Weißwein, elsässischem Riesling, Silvaner oder Pinot Blanc zubereitet. Auch Varianten mit Bordeauxweinen, Cidre und Crémant d'Alsace gibt es. Dazu sollte man ein Foie-Gras-Sandwich probieren. Zwei dicke Scheiben Gänsestopfleber in einem tannenbaumförmigen Brötchen für neun bis zehn Euro, wo gibt's das sonst? Im Internet bietet die Stadt Routen für ein- bis dreitägige Touren an.

Ein Hingucker ist die opulent geschmückte, 30 Meter hohe und alles überstrahlende Tanne auf der Place Kléber, die ein Bediensteter der Staatsforste Jahr für Jahr in den Wäldern der Vogesen, Lothringens oder der Moselregion aussucht. Ein wohlbeachtetes Ritual für sich. Auf der Place de la Cathédrale gibt es neben Essen und Trinken Stände mit Kristallkunst aus den umliegenden Glasbläsereien oder auch elsässische Töpferwaren, etwa Formen für den Guglhupf und den Baeckeoffe-Eintopf. Letzterer wäre ein schöner Abschluss des Bummels, zu verzehren in einer verwinkelten Winstub.

(https://noel.strasbourg.eu)