Ursprünglich soll der Krampusbrauch im ganzen Habsburgerreich und den angrenzenden Gebieten verbreitet gewesen sein. Zu Zeiten der Inquisition wurde er verboten, lebte allerdings in einigen schwer zugänglichen Gebieten als Winterbrauchtum fort. Mitte des 17. Jahrhunderts schließlich entwickelte sich aus den Klosterschulen heraus der Einkehrbrauch, bei dem der Nikolaus die braven Kinder zu Hause beschenkt - und den Krampus im Gefolge hat, der die Unartigen bestraft.

In Zeiten, in denen Kindern schrecklich aussehende Wesen nur aus Filmen wie zum Beispiel der Herr-der-Ringe-Trilogie bekannt sind, müssen Eltern erst einmal Aufklärungsarbeit leisen. Was zum Fürchten aussieht, muss nicht immer ein Ork sein.

Wer nun allerdings denkt, Krampusse und Perchten treiben nur in abgelegenen Bergdörfern ihr Unwesen, wird sich wundern - denn die zotteligen Gestalten machen auch an den Stadtgrenzen nicht Halt. Mit archaisch anmutenden Holzmasken, ausladenden Geweihen und Nosferatu-artigen Gebissen ist die einzige Münchener Krampus-Gruppe "Sparifankerl Pass" (mundartlich für "Teufels-Gruppe) rund um den Marienplatz unterwegs, in diesem Winter zum Beispiel an den Nachmittagen des 9. und 23. Dezember.

Bild: Alessandra Schellnegger 4. Dezember 2012, 15:062012-12-04 15:06:01 © Süddeutsche.de/wolf/holz