Wollte Wowereit überhaupt eine rot-grüne Koalition in Berlin? Das abrupte Scheitern der Verhandlungen hinterlässt den Eindruck, der Regierende Bürgermeister war und ist eigentlich auf ein rot-schwarzes Bündnis aus, weil dieses für ihn viel bequemer ist. Wowereit hat wohl das Gefühl, sich im Wahlkampf schon genug angestrengt und sich so das Recht auf kommodes Regieren erworben zu haben. Dieser Wunsch nach Bequemlichkeit wird ihm eher von der CDU erfüllt.
Das Sichere ist nicht sicher. Der Satz stammt von Brecht, er ist aus dem Jahr 1932 - aber er passt zur aktuellen Politik wie kein anderer. Er gilt für die Lage des Euro ebenso wie für die Aussichten der bundesdeutschen Parteien. Wenn es um diese Parteien geht, zeigt das abrupte Scheitern der rot-grünen Koalitionsverhandlungen im Land Berlin, wie schnell angeblich profunde Prognosen altbacken werden: Nein, es führt keine Autobahn zu einer rot-grünen Bundesregierung. Nein, es ist noch lange nicht ausgemacht, dass die Tage von Angela Merkel gezählt sind. Es ist noch nicht einmal ausgemacht, dass die FDP bei den nächsten Wahlen aus dem Bundestag fliegt.
Bild vergrößern
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ließ die Koalitionsverhandlungen nach nur einer Stunde scheitern. (© dapd)
Anzeige
Aber genauso wenig ist das schnelle Scheitern von Rot-Grün im Land Berlin schon ein Indiz dafür, dass sich die Perspektiven für Rot-Grün im Bund nun auflösen und an deren Stelle großkoalitionäre Aussichten treten. Der Aufstieg der Piratenpartei ist nicht nur Ausdruck neuer gesellschaftlicher Unsicherheiten; er hat zugleich neue partei- und koalitionspolitische Labilitäten zur Folge. Die Erfolge der Piratenpartei bei der Berliner Wahl und die bemerkenswerten Werte in den Umfragen auf Bundesebene machen die schon bisher weichen Prädiktoren - die Daten also, auf denen Prognosen beruhen - noch weicher. Es gibt so etwas wie eine Videoclipisierung der Politik: An die Stelle der Trends, wie es sie einst gab, treten rasch wechselnde Eindrücke, die man nebeneinander legen kann, die aber kein klares Bild ergeben.
Der jüngste Eindruck: Klaus Wowereit wollte gar keine rot-grüne Koalition in Berlin, er war und ist auf ein rot-schwarzes Bündnis aus, weil dieses für ihn viel bequemer ist. Diese Bequemlichkeit geht auf Kosten der Bundes-SPD, die jetzt ziemliche Schwierigkeiten hat zu erklären, warum sie eine große Koalition auf Bundesebene ablehnt. Wowereit hat offenbar das Gefühl, sich im Wahlkampf genug angestrengt und sich damit ein Recht auf ein kommodes Regieren erworben zu haben. Weil die Christdemokraten diesen Wunsch eher erfüllen als die Grünen, hat er sich diesen gegenüber mordsmäßig aufgeführt. Er kopierte den Basta-Stil des früheren rot-grünen Kanzlers Gerhard Schröder, ja verschärfte ihn noch durch sein aggressives Phlegma. Aus dem eigentlich erwarteten Berliner Signal für Rot-Grün ist so nichts geworden. Der Bär will sich beim Honiglecken von den Bienen nicht stören lassen.
Den Grünen, deren Profil in den Koalitionen mit der SPD in Nordrhein-Westfalen, in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verschwimmt, wird das mittel- und langfristig wieder Auftrieb geben. Wowereit befreit sie von dem Verdacht, dass sie der Macht fast jedes Versprechen und fast jeden Grundsatz opfern. Und die CDU? Jüngst in Mecklenburg-Vorpommern und wohl nun auch im Land Berlin kriecht sie in tiefster Gangart zum roten Regierungschef; sie dienert sich an. Die CDU wähnt sich sicherer, wenn sie dort mitregiert. Aber das Sichere ist nicht sicher.
- Wowereit lässt Rot-Grün platzen SPD und CDU in Berlin - mächtig abgeneigt 05.10.2011
- Koalitionsverhandlungen in Berlin Rot-Grün in Berlin scheitert vorzeitig an Stadtautobahn 05.10.2011
- Nach der Wahl in Berlin Grüne stimmen für Koalitionsverhandlungen mit der SPD 10.10.2011
- Nord-SPD-Chef Stegner zu Wowereits Entscheidung "Beste Alternative heißt eindeutig Rot-Grün" 06.10.2011
- Berlin SPD votiert einstimmig für Verhandlungen mit CDU 05.10.2011
- Koalitionsverhandlungen in Berlin Baustelle Rot-Grün 02.10.2011
(SZ vom 06.10.2011/beu/gba)
New Yorker Bürgermeister will XXL-Soft-Drinks verbieten
Da hatten sich die Grünen wie keine andere Partei für die Regenbogen-Szene eingesetzt, gleichgeschlechtliche sexuelle Betätigung von Tabus befreit, gleichgeschlechtliche Partnerschaften gefördert und sogar die offizielle Homo-Ehe gefördert.
Und jetzt das, nur wegen einem Stückchen Autobahn. Schämen sie sich Herr Wowereit!
in der tat bundesboy, historischer verrat der spd. aber die spd stimmt wieder für kriege, unterstützt sie sogar. diese partei der arbeiterverräter, kriecher der großindustrie und knechte des kapitals, halt spd. das wowi nun mit den christfaschisten regieren will, passt doch ins bild. die cdu als nachfolgepartei der nsdap, mit ihrer ex-fdj-sekretöse, kennt keine tabus. ich, als links-sozialist, sehe daher schwarz für die zukunft. dank der verschwendung von milliarden an banken und ähnliche verbrecher dürfen wir uns warm anziehen.
Dass Wowereit die Rot-Grüne Koalition hat platzen lassen, ist gar nicht so unklug, denn wenn es ihm gelingt, die Union in Berlin genauso zu entzaubern, wie ihm dies mit der Linkspartei gelungen ist, dann dürfte die Bundestagwahl 2013 zum Fanal für Merkel werden. Mit den Piraten, der Linkspartei, der SPD und den GRÜNEN werden 2013 nämlich aller Wahrscheinlichkeit nach vier Parteien in den Bundestag einziehen, die allesamt richtige Politik für die Menschen machen werden. 64 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik könnte die Union mit 24% quasi im Orkus der Geschichte landen, während die Sozialdemokraten 2013, also fast 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkrieges die Chance nutzen dürften, den "Historischen Verrat" durch echte Zukunftspolitik vergessen zu machen.
Die GRÜNEN sind in Berlin nicht in der Regierung – da muss der Prantl von der Leine!
Was der Löwenthal der CSU, der Schnitzler der SED ist ganz offensichtlich der Prantl den GRÜNEN – ein polemisch, zynischer-sarkastischer „Mietmund“, der vor lauter parteipolitischer Scheuklappen den Blick für die Welt verliert.
Die GRÜNEN sind mit Ihren polemischen Wahlkampfschlagern (NEIN zu irgendwas, was in den entsprechenden Wahlkampfzonen gerade an Infrastrukturprojekten ansteht) nun schon mehrfach auf dem Bauch gelandet (u.a. in Hamburg mit einem Kohlekraftwerk, in Stuttgart mit einem Bahnhof, an der Mosel mit einer Brücke), so das die SPD in Berlin befürchten muss, dass die dortige AL mit einem NEIN Ernst macht, um nicht vollständig die Glaubwürdigkeit der GRÜNEN Opportunisten zu verspielen.
Dort stehen aber Bundes-Gelder auf dem Spiel, die für dieses Projekt bewilligt sind und ohne die der Autobahnabschnitt nicht gebaut werden kann. Bei der Haushaltslage muss Berlin dazu JA sagen – was mit den GRÜNEN offensichtlich nicht geht. Das Programm der GRÜNEN für die Wahl in Berlin war darüber hinaus voll von Dummenjungenstreichen, die Bürger keiner Regierung dieser Welt ungestraft durchgehen lassen. Das wollte sich Wowereit offensichtlich nicht antun. Selbstreflexion und –Kritik ist aber nicht Sache der GRÜNEN – die sich in diesem Wahljahr für die moralische Sperrspitze der Bürgergemeinschaft und damit zum Immerrechthaben berufen fühlen. Prantl stellt dafür schon immer das Vokabular zur Verfügung.
Und all die, die hier über die Schulden der Stadt Berlin herfallen, sei fehlendes Kurzzeitgedächtnis beschieden. Ein von CDU-Senat zu verantwortender Bankencrash, der heute Rettungsschirme jeder Art aufschnellen lässt, ist vom Land Berlin allein zu wuppen. Rot-Rot hat unter Wowereit die haushaltspolitischen Grausamkeiten umsetzen müssen, die mit dieser Haushaltnotlage unumgänglich sind. Die GRÜNEN haben träumend und versprechend daneben gestanden.
Das im Nachgang Herr Prantl Wowereit für faul, die CDU für kriecherisch erklärt und die GRÜNEN zu den letzten politischen Helden unserer Zeit hochsterilisiert, nn eigentlich nur eine einzige Schlussfolgerung zulassen – Rot-Schwarz ist in Berlin ganz offensichtlich die beste Option, um die Bedürfnisse, die die Mehrzahl der Bürger an ihre Regierung stellt, auch zu befriedigen. Und dafür werden Politiker gewählt und wiedergewählt. Das ist nun mal wirklich ganz sicher.
Vielleicht ist es besser wenn sich Wowereit überlegt sich noch einmal der Wahl im Senat zu stellen!Die beiden letzten Wahlen
waren für ihn ja nicht berauschend!Die Bereicherung der Parteienlandschaft ist zu begrüßen ,weil sich die alten,auch die Grünen sich um einige Dinge nicht mehr kümmern!Der Bürger steht im Mittelpunkt und in Berlin scheint sich die nächste Bürgervera...
an zudeuten!Die SPD scheint jetzt gegenüber der CDU in Sachen
Politikabbau nach zu eifern !Offensichtlich steuern alle beide auf 25%Prozent zu!So sehr ich Herrn Prantl auch schätze aber an eine Wiederauferstehung der FDP glaube ich so schnell nicht!Dazu hat die FDP zuviel im Argen liegen das die Menschen nicht so schnell vergessen!Was wir brauchen in diesem Land sind neue Köpfe!
Die FDP hat da schon einmal einen Superfehlstart hingelegt!
Die Grünen sich überschätzt!Renate Künast in Berlin konnte nicht so gut ankommen!Aber Wowie mit seinen erneuten Verlusten!
Sich 4 Jahre auf Kosten der Bürger sich auf die Bärenhaut als Ausklang zu legen?Nee,Herr Wowereit!
Paging