Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Gründer der Wehrsportgruppe Hoffmann. Sie stehen im Verdacht, Sprengstoff beschafft zu haben.
Gegen den Gründer der rechtsradikalen Wehrsportgruppe Hoffmann, Karl-Heinz Hoffmann, wird wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Entsprechende Informationen der Süddeutschen Zeitung bestätigte die Staatsanwaltschaft Gera.
Bild vergrößern
Karl-Heinz Hoffmann (hier im Vordergrund auf einem Foto von 1981 zu sehen) hatte 1973 die paramilitärische Wehrsportgruppe gegründet. 1980 wurde sie verboten. (© sz.sonstige)
Anzeige
Das Anwesen des 72-Jährigen im Landkreis Forchheim wurde am Mittwoch von Fahndern durchsucht. Dabei wurden Computer, mehrere Handys sowie Speichermedien sichergestellt. Sprengstoffspuren fanden sich nicht in dem Anwesen östlich von Erlangen.
Man werde das Material nun auswerten, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Mohrmann. Dann werde entschieden, ob gegen Hoffmann weiter ermittelt werde. Hoffmann hatte 1973 die paramilitärische Wehrsportgruppe gegründet, die 1980 verboten wurde. Unter anderem wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz war Hoffmann 1984 zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden. 1989 wurde er vorzeitig entlassen, nach Angaben von Verfassungsschützern galt er seither als unauffällig.
Zusammen mit dem Anwesen von Hoffmann waren am Mittwoch 15 weitere Objekte von Rechtsextremisten durchsucht worden, vor allem in Thüringen und Sachsen. Mehrere Neonazis stehen im Verdacht, im September Sprengstoff beschafft und nach Jena transportiert zu haben. Ermittler hatten ein Gespräch von Neonazis abgehört, in dem der Begriff "C4" gefallen sein soll. Da sich die Neonazis auch über eine Gebrauchsanweisung unterhalten haben sollen, vermuten die Fahnder dahinter die Abkürzung für den gleichnamigen Plastiksprengstoff. Die Männer im Alter zwischen 21 und 35 Jahren hatten kurz vor dem Gespräch einen Kameradschaftsabend im westlichen Sachsen besucht, auf dem sich auch Hoffmann aufgehalten hatte.
Seit Juli gehen Verfassungsschützer dem Verdacht nach, Neonazis könnten einen Anschlag auf das Fahrzeug von Katharina König planen, einer Landtagsabgeordneten aus Thüringen. Sie engagiert sich gegen Rechtsextremismus. Ob Hoffmann in mögliche Pläne involviert gewesen ist, sei nun Gegenstand der Ermittlungen, erklärte die Staatsanwaltschaft Gera.
Hoffmann wird von Verfassungsschützern weiterhin als Rechtsextremist eingestuft. Die Haft und das Verbot der in Franken beheimateten Wehrsportgruppe habe "keine weltanschauliche Läuterung" bei ihm bewirkt, sagte ein bayerischer Verfassungsschützer. Trotzdem wurde der 72-Jährige zuletzt als unauffällig bewertet - als ein Mann, der in neonazistischen Kreisen zwar als Symbolfigur, selbst aber nicht mehr als rechtsextremistischer Aktivist gilt.
Im Dezember 1980 hatte ein ehemaliges Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann den jüdischen Verleger Shlomo Levin und dessen Lebensgefährtin Frieda Poeschke in einer Wohnung in Erlangen erschossen. Der Verleger hatte sich gegen rechtsextremistische Umtriebe engagiert. Zwar wurde Hoffmann wegen einer möglichen Beteiligung an dem Mord angeklagt. Die Indizien hatten aber für eine Verurteilung nicht ausgereicht.
- Thema
- Rechtsextremismus RSS
- Oktoberfest-Attentat von 1980 Das Ende der Ermittlungen 06.10.2010
- Rechte Gewalt Nicht alle Opfer sind erfasst 15.09.2010
- Rechtsextreme Parteien NPD und DVU wollen fusionieren 17.09.2010
- Prozess: Volksverhetzung Rentner-Gang als Holocaust-Leugner? 14.03.2011
- Großaufgebot der Polizei Razzien gegen Neonazis 07.09.2010
- Neonazi-Demo Rechte dürfen demonstrieren, Linke nicht 13.08.2010
- Rechtsextremismus in München Die verkleideten Radikalen 09.08.2010
(SZ vom 08.10.2010/beu)
Bundespräsident Gauck
Ich frage mich warum wurde beim Anschlag auf das Oktoberfest 1980 wichtige Erkenntnisse bei der Ermittlungen nicht einbezogen. Was braucht es eigentlich noch bis dieser gemeingefährliche Hoffmann und sein Rechtsextremistischer Sumpf rocken gelegt wird, da gibt es noch viele Namen. Der Verfassungsschutz ist gefordert aktiv zusammen mit dem BKA die Gesellschaft vor solchen Menschenverachtern zu schützen
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Soviel mir bekannt ist,soll diese Gruppe doch schon in den spaeten 70 ger Jahren verboten worden sein. Auch wurde Hoffmann und seine Lebensgefaehrtin doch wegen Mord oder Mordversuch rechtskraeftig Verurteilt und hinter Schoss und Riegel gebracht.
Man kennt sie alle und läßt sie gewähren, weil man nicht mehr genau weiß, wer unter ihnen V-Mann des Verfassungschutzes ist.
Wie lange wird dieser Treat wohl offen bleiben wenn die Freunde der Diktatur hier ihre "Gefühle" frei definieren!
Waren das nicht die Oktoberfest Bomber oder besser standen sie nicht in Beziehung zum Oktoberfest Bombenanschlag!