Vor Parlamentswahl am Samstag Sohn von Pakistans Ex-Premier Gilani entführt

Sohn von Ex-Premier Yousuf Raza Gilani: Syed Ali Haider Gilani

(Foto: AFP)

Der Wahlkampf geht zu Ende, die Unruhe in Pakistan nimmt zu: Die Taliban kündigen Selbstmordanschläge an und Unbekannte entführen einen prominenten Kandidaten - den Sohn des früheren Premierministers Gilani.

Bewaffnete Männer haben den Sohn des früheren Premierministers Yousuf Raza Gilani entführt. Syed Ali Haider Gilani, der für die Volkspartei PPP (Pakistan's People Party) kandidiert, war der Polizei zufolge auf einer Wahlkampfveranstaltung in seiner Heimatstadt Multan in Punjab, als die Angreifer seinen Manager erschossen und ihn selbst ins Auto zwangen.

Zwei Zivilisten seien bei dem Vorfall zwei Tage vor den Parlamentswahlen verletzt worden. Über Gilanis Schicksal war zunächst nichts bekannt. Sein Vater regierte bis Juni 2012 in Pakistan, dann wurde er vom Verfassungsgericht wegen Missachtung des Gerichts des Amtes enthoben.

Taliban drohen mit Selbstmordanschlägen

Wahlvorbereitungen in Pakistan: Ein Soldat hält an einer Straße in Karachi Wache.

(Foto: AFP)

Zeitgleich drohten die radikalislamischen Taliban mit Selbstmordanschlägen während der Wahl. Taliban-Führer Hakimullah Mehsud habe die Anschläge persönlich befohlen, sagte ein Kommandeur der Extremisten der Nachrichtenagentur AFP. Mehrere Attentäter seien entsandt worden, um die Anschläge zu verüben. "Du kümmerst Dich um Anschläge in Punjab und Sindh, ich übernehme Khyber Pakhtunkhwa und Baluchistan", hieß es in einem Brief, der offenbar von Mehsud an Taliban-Sprecher Ehsanullah Ehsan adressiert war und AFP vorliegt.

Anschließend starben bei einem Bombenanschlag auf ein Polizeifahrzeug mindestens fünf Menschen. Der im Bezirk Mansehra am Straßenrand versteckte Sprengsatz detonierte unmittelbar neben dem Patrouillenfahrzeug, teilte ein Behördensprecher mit. Fünf Menschen seien auf der Stelle tot gewesen, unter ihnen ein Polizist und ein Kind. Weitere drei Polizisten wurden nach diesem Angaben schwer verletzt.

Zuvor waren bei Anschlägen auf Politiker und Parteien im Vorfeld der Wahl wurden seit Mitte April bereits etwa 100 Menschen getötet. Zu den meisten Taten bekannten sich die Taliban, für die die Wahl gegen ihre Auffassung des Islam verstößt.

Donnerstag war der letzte Wahlkampftag, am Samstag soll gewählt werden. Die Parlamentswahl gilt als Meilenstein für die Demokratie in dem Land, das über lange Zeit unter Militärherrschaft stand. Erstmals seit der Unabhängigkeit 1947 wird eine Regierung nach Beendigung ihrer Amtszeit die Macht an einen demokratisch gewählten Nachfolger abgeben.