UN-Bericht Mehr Bootsflüchtlinge als je zuvor

Diese Flüchtlinge haben den Weg nach Europa überlebt, mehr als 3000 andere in 2014 nicht.

(Foto: AFP)
  • Mehr als 3000 Menschen sind der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR zufolge im Jahr 2014 im Mittelmeer auf ihrem Weg nach Europa ums Leben gekommen.
  • Weltweit seien mehr als 4000 Bootsflüchtlinge gestorben, die Zahlen deuten auf neue Rekordwerte hin.
  • UN-Flüchtlingskommissar António Guterres kritisiert die Regierungen westlicher Länder und deren Asylpolitik.

4270 tote Bootsflüchtlinge weltweit in 2014

Mehr Menschen als je zuvor sind in diesem Jahr nach UN-Schätzungen per Schiff aus ihren Heimatländern geflohen. Die tödlichste und am meisten genutzte Route der Welt war dabei das Mittelmeer: Die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR zählt 3419 Menschen, die 2014 bei der Überquerung ums Leben kamen. Europa sei derzeit das Hauptziel der Flüchtlinge, die per Boot ankommen. Grund für die hohen Zahlen seien Kriege und Konflikte in Syrien, im Irak und in Libyen.

Insgesamt nahmen demnach weltweit etwa 348 000 Menschen gefährliche Schiffsüberfahrten auf sich, um bewaffneten Konflikten, Verfolgung oder wirtschaftlicher Not zu entkommen. Die Zahlen exakt zu erfassen sei schwierig, aber alles deute auf einen Rekord hin. Etwa 4270 seien dabei weltweit ums Leben gekommen. Das Mittelmeer überquerten rund 207 000 Menschen. Das waren fast dreimal so viele wie 2011 zu Zeiten des Bürgerkriegs in Libyen.

Kritik des UN-Flüchtlingskommissars

Für viele Regierungen sei es wichtiger, Flüchtlinge aus dem Land zu halten als Asyl zu gewähren, kritisierte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. "Das ist ein Fehler und eine falsche Reaktion, vor allem in einer Zeit, in der eine Rekordzahl von Menschen vor Kriegen flieht."

Schwere See

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