Umfrage zur Bundestagswahl Großteil der Wähler würde sich noch umstimmen lassen

Überraschungen nicht ausgeschlossen: Laut einer Umfrage können sich fast zwei Drittel der Deutschen vorstellen, bei der Bundestagswahl doch noch eine andere Partei zu wählen als jetzt geplant. Würden sie aber bei ihrer Entscheidung bleiben, käme es zu einem Patt.

Gut fünf Wochen vor der Bundestagswahl haben sich einer Umfrage zufolge rund drei Viertel der Wähler noch nicht endgültig festgelegt. Zwar konnte sich die Union in dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer leicht auf 41 Prozent verbessern, zusammen mit der FDP kommt sie auf 46 Prozent. Damit liegt Schwarz-Gelb gleichauf mit dem linken Lager aus SPD, Grünen und Linkspartei.

Allerdings erklärten 72 Prozent der Befragten, es sei für sie prinzipiell denkbar, eine andere oder sogar mehrere andere Parteien zu wählen. 63 Prozent vertraten die Ansicht, dass noch nichts entschieden sei, auch wenn 64 Prozent einen Wahlsieg von CDU/CSU und Bundeskanzlerin Angela Merkel erwarten. Zum Vergleich: 2009 hatten gut fünf Wochen vor der Bundestagswahl 55 Prozent den Wahlausgang noch für offen erklärt.

Patt zwischen den Lagern

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme in der ZDF-Umfrage die Union auf 41 Prozent (plus eins), ihr Koalitionspartner FDP könnte wie in der vorherigen Umfrage mit fünf Prozent der Stimmen rechnen. Die SPD unter Herausforderer Peer Steinbrück büßte zwei Punkte auf 25 Prozent ein, ihr Wunschkoalitionspartner Grüne verlor einen Punkt auf 13 Prozent. Die Linkspartei konnte einen Punkt auf acht Prozent zulegen.

Grundsätzlich ist das Wählerpotential für die Parteien groß: Einschließlich derer, die konkret die Union wählen wollen, könnten sich insgesamt 60 Prozent der Befragten vorstellen, CDU oder CSU zu wählen. Für die SPD beträgt das Wählerpotenzial 44 Prozent, für die Grünen 42 Prozent. Deutlich geringer ist das Wählerpotenzial für die FDP (18 Prozent) und für die Linkspartei (15 Prozent). 63 Prozent wünschen sich eine dritte Amtszeit für Bundeskanzlerin Merkel, 31 Prozent sprechen sich für Steinbrück als Kanzler aus.

Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 13. bis 15. August 2013 1316 Wahlberechtigte.

Die Zahl der Nichtwähler hingegen scheint nicht weiter zu wachsen. Einer Umfrage von Zeit Online und dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov zufolge wollen 70 Prozent der Deutschen wählen gehen.