Das hochverschuldete Griechenland verfehlt eine wichtige Marke: Die internationalen Kontrolleure hatten gefordert, das Defizit auf 7,6 Prozent zu senken, doch es fällt deutlich höher aus. Im nächsten Jahr will Athen überhaupt keine Schulden mehr machen - dafür müssen Tausende Beamte gehen.
Griechenland wird in diesem Jahr das von der EU, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzte Ziel nicht erreichen, sein Defizit als Anteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 7,6 Prozent zu drücken. Erwartet werden stattdessen 8,5 Prozent. Das Defizit werde bei 18,7 Milliarden Euro liegen. Das gab das griechische Finanzministerium am Sonntagabend bekannt.
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Die Probleme werden nicht kleiner: Der griechische Ministerpräsident Papandreou auf dem Weg zur Kabinettssitzung. (© dpa)
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Die Wirtschaft werde 2011 um 5,5 Prozent schrumpfen. Auch 2012 werde es ein Defizit von 6,8 Prozent als Anteil der Wirtschaftsleistung geben, hieß es in einer schriftlichen Erklärung des Finanzministeriums, die der Nachrichtenagentur dpa vorlag. Athen will zudem erstmals seit mehr als 100 Jahren Staatsbedienstete entlassen.
Der griechische Ministerrat verabschiedete am Sonntagabend den Haushalt für 2012, der erstmals keine Neuverschuldung vorsieht. Das Budget sieht Kürzungen und Mindereinnahmen von insgesamt 6,6 Milliarden Euro vor. Dies sei mit der Troika der Experten von der EU, der EZB und dem IWF vereinbart worden. Der Ministerrat tagte unter Vorsitz des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou.
20.000 Staatsbedienstete in Frührente
Unter anderem wurden auch die in Griechenland umstrittenen Entlassungen im staatlichen Sektor diskutiert. Konkret geht es um bis zu 30.000 Stellen. Wie griechsiche Medien übereinstimmend berichteten, sollen bis zum Jahresende etwa 20.000 Staatsbedienstete, die ein bis zwei Jahre vor der Pensionierung stehen, in die Frührente gehen.
Weitere 1000 Stellen sollen gestrichen werden, weil Behörden schließen sollen. Weitere 6000 bis 7000 auf Zeit beim Staat Beschäftigte sollen auch gehen. 3000 Angestellte bei Betrieben, die vom Staat abhängig sind, sollen ebenfalls entlassen werden, hieß es. Offizielle Erklärungen dazu gab es zunächst nicht.
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(dpa/moe)
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