Die Geständnisse der vier Angeklagten im sogenannten Sauerland-Prozess belasten einen V-Mann der Geheimdienste schwer.
Die Aussagen der vier Terrorverdächtigen im sogenannten Sauerland-Prozess bringen nach Darstellung des Spiegel die Bundesanwaltschaft in Bedrängnis.
Der Anegeklagte Attila Selek beim Terrorprozess in Düsseldorf (© Foto: dpa)
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Der Angeklagte Attila Selek belaste in seiner Aussage einen in Ludwigshafen geborenen Türken und mache brisante Angaben über die Verwicklung der Geheimdienste, berichtete das Magazin.
Kein Kommentar aus Karlsruhe
Die Bundesanwaltschaft zögere wegen möglicher diplomatischer Probleme mit der Türkei, einen Haftbefehl gegen Mevlüt K. zu beantragen. Dieser sei nach seinem Untertauchen in Istanbul Ende 2002 als V-Mann für den türkischen Geheimdienst tätig gewesen, der den Informanten in Kooperation mit dem US-Geheimdienst CIA geführt habe.
Ein Sprecher der Anklagebehörde in Karlsruhe wollte den Bericht nicht kommentieren, insbesondere nicht laufende Vernehmungen. Unabhängig vom konkreten Fall wies er aber darauf hin, dass die Bundesanwaltschaft ihr Handeln nur an Recht und Gesetz und am konkreten Tatverdacht ausrichte.
Der Focus berichtete derweil, die Bundesanwaltschaft bereite bereits einen Haftbefehl gegen Mevlüt K. vor. Dieser habe laut Aussagen der Angeklagten eine zentrale Rolle gespielt bei der Beschaffung von 26 Zündern.
Die Bundesanwaltschaft wirft den vier in Düsseldorf angeklagten Islamisten vor, sie hätten eine Serie von Autobombenanschlägen in Deutschland vorbereitet. Sie hatten laut Anklage ausreichend Chemikalien gehortet, um 550 Kilogramm Sprengstoff herzustellen.
Mit einer Anschlagserie wollten sie nach Einschätzung der Ermittler den kurz darauf geplanten Bundestagsentscheid über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr beeinflussen. Sie waren nach monatelanger Überwachung im Herbst 2007 in einem Ferienhaus im Sauerland festgenommen worden.
Angeklagte wussten von Ermittlungen
Das Oberlandesgericht Düsseldorf will am 10. August mit ihrer Vernehmung beginnen. Die Angeklagten haben nach Medienberichten und Angaben ihrer Anwälte bei der Befragung durch das Bundeskriminalamt umfangreiche Geständnisse abgelegt.
Dem Spiegel-Bericht zufolge umfasst die Niederschrift der Aussagen rund 1100 Seiten. Laut Aussage von Attila Selek habe der von ihm beschuldigte Ludwigshafener Türke Mevlüt K. der deutschen Gruppe um den Hauptangeklagten Fritz Gelowicz in Istanbul Zünder für einen geplanten Anschlag übergeben.
Bei einer Zusammenkunft sei K. nach einer Unterbrechung zurückgekehrt und habe plötzlich gewusst, dass die deutschen Behörden gegen eine Gruppe von Islamisten ermittelten. Dabei seien auch ihre eigenen Namen gefallen, habe Selek zu Protokoll gegeben. "Dann sagte er mir, dass er diese Informationen vom Geheimdienst klauen würde", zitierte das Magazin Selek.
Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(Reuters/odg)
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Hoffentlich jagen die Mal bei dem vom Gericht angeordneten Sprengversuch eine echte Menge Von dem Sprengstoff in die Luft, am besten in einer Schweineherde. Dann ist die Wirkung der Bombe (Massaker bei Menschen) sehr optisch realistisch.
Nach dem Märchen aus TausendundeinerNacht sind alle Bomber neugeborene Unschuldslämmchen.
Trotz allem auf bayrisch: Geh, Geh, Geh!
Ich lese nur: "Die Vier" , die haben zwar mit diesen Vieren nichts zu tun, sind aber doch sehr aufklärend. Und wieder hat mein Misstrauen einen Mosaikstein mehr. Schade...
Ich sehe das in etwa so: Ich habe mich schon oft mit Leuten unterhalten, die in sich schon eine gewisse "Grundwut auf das System" haben. Die einen mehr, die anderen weniger. Die Sauerland-Leute z.B. waren schon mal so verbohrt, dass sie sich haben in einem Terrorcamp ausbilden lassen. Vielleicht sind ja auch die Geheimdienste deswegen auf die Typen aufmerksam geworden. Und eventuell wollten hier ein paar Leute erweiterte Befugnisse für sich. Und anstatt die vielleicht doch ganz "harmlosen Jungs" (gut, sie hatten gewisse Hassgefühle -- aber es gibt viele Leute, die später dennoch "die Kurve kriegen") weiter beschattet und eventuell behindert, dass sie gefährlicher werden, kommt dann jemand aus dem Geheimdienst und "coacht" diese Leute. Das heißt, er zeigt den "Möchtegern-Terroristen", wie man das richtig macht. Er besorgt ihnen sogar noch die Zünder. Und dann wird es gefährlich ...
Ein Skandal!
Die Sauerlandgruppe erinnert mich gleich an das Cellerloch.
Der Anschlag war damals von der niedersächsischen Landesbehörde für Verfassungsschutz als False-Flag-Operation fingiert worden.
Der Verfassungsschutz präparierte einen gestohlenen Mercedes SL mit Munition und gefälschten Pässen, darunter auch ein Pass mit dem Foto von Debus.
Zur Durchführung des Anschlags hatte der Verfassungsschutz zwei Kriminelle - Klaus-Dieter Loudil und Manfred Berger - angeworben. Loudil wurde später den Medien als Tatverdächtiger präsentiert. Am 25. Juli 1978 wurde die Bombe gezündet und hinterließ nur geringen Sachschaden. Zu einem Ausbruch kam es nicht.
Ein Schelm der böses denkt.
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Celler_Loch
"Dieser (Mevlüt K.) sei nach seinem Untertauchen in Istanbul Ende 2002 als V-Mann für den türkischen Geheimdienst tätig gewesen, der den Informanten in Kooperation mit dem US-Geheimdienst CIA geführt habe."
Diese Information ist mir, aus einem Artikel auf "SternOnline" seit über einem halben Jahr bekannt... Die Bundesanwaltschaft hätte ihr eigentlich schon lange vor den Aussagen der Angeklagten nachgehen müssen... Auch die Vertreter der "Vierten Gewalt" haben sich um diesen, ziemlich skandalträchtigen, Umstand bisher kaum gekümmert. Dafür wurden zu Prozessbeginn wiedereinmal phantasievollen Szenarios von gesprengten Luftwaffenstützpunkten ausgepackt... -peinlich, peinlich und Meierbär!