Rede zum Tag der Kranken Schweizer Bundespräsident redet über das Lachen - und erheitert die Welt

Der Schweizer Bundespräsident Johann Schneider-Ammann.

(Foto: REUTERS)

Johann Schneider-Ammann spricht sehr langsam, trocken - und in nicht ganz akzentfreiem Französisch. Die Ansprache wird ein voller Erfolg.

Eine einfache Aufgabe ist es nicht, die der Schweizer Bundespräsident Johann Schneider-Ammann am vergangenen Sonntag zu bewältigen hatte. Eine Radio- und Fernsehansprache zum Tag der Kranken sollte er halten. Ein ernster Anlass, aber so weit eigentlich Routine für ein Staatsoberhaupt. Schwierig war aber das Thema: Schneider-Ammann sollte über das Lachen sprechen. Ob er sich das Thema selbst ausgesucht hatte, oder jemand anders es wählte, ist nicht bekannt.

Also legte Schneider-Ammann los: Er wünscht den Kranken "ab und zu - trotz ihrem Leiden - ein Lächeln, einen Moment des Glücks." Denn Lachen - das ist die Kernbotschaft seiner Ansprache -, Lachen ist gesund. Besonders für Kranke sei es deshalb wichtig zu lachen. Die Rede hält er, wie er oft seine Reden hält: Sehr langsam, trocken, in nicht ganz akzentfreiem Französisch (eigentlich ist er deutschsprachig). Er spricht ohne große Mimik oder Gestik. Und mit ernster Miene - schließlich ist der Tag der Kranken kein Fasching.

In der Schweiz und in Frankreich ist in den vergangenen Tagen viel über diese Rede berichtet worden. Die Resonanz auf den Tag der Kranken war - sagen wir - ungewöhnlich. Letztlich muss man aber feststellen, dass Schneider-Ammanns Ansprache ein voller Erfolg war. Denn die Schweizer lachten. Und nicht nur sie: Auch viele Franzosen und Belgier erheitert sie inzwischen.

Manchmal ist auch ein bisschen Häme mit im Spiel. Die französische Ausgabe der Huffington Post attestierte dem Bundespräsidenten, "deprimiert" zu wirken. Und im französischen Fernsehsender Canal Plus sagte der Moderator Yann Barthès, dass die "Idee auf dem Papier gut ist, man aber wohl vergessen hat, dass der Präsident wie ein Bestatter redet".

Und dann bekrittelte der französische Moderator, "Monsieur Schneider" habe es während seiner Rede nicht einmal geschafft, selber zu lachen. Immerhin, er muss doch einräumen: Es sei wohl die mit Sicherheit lustigste Ansprache der Geschichte der Schweiz gewesen.

Genau. Und mehr als die lustigste Ansprache der Schweiz, die trotzdem ernst ist, kann man wohl nicht verlangen von einem Politiker, der am Tag der Kranken über das Lachen sprechen soll.

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