Rede vor UN-Vollversammlung Rohani bietet Gespräche über Atomprogramm an

Irans neuer Präsident Hassan Rohani hat in seiner ersten Rede vor der UN den versöhnlichen Kurs gegenüber dem Westen fortgesetzt. Er sei zu sofortigen Gesprächen über das Atomprogramm bereit, die aber befristet und zielorientiert sein müssten. In einem Interview bezeichnete er außerdem den Holocaust als "verwerflich".

Iran ist sofort zu "fristgebundenen und ergebnisorientierten Verhandlungen" über sein umstrittenes Atomprogramm bereit. Die Verhandlungen müssten aber zeitlich befristet und zielorientiert sein, sagte Irans neuer Präsident Hassan Rohani am Dienstag während seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung in New York. Er sicherte volle Transparenz zu. Der Iran strebe nicht nach Atomwaffen.

Außerdem versuchte der Präsident, zu beschwichtigen: "Iran stellt absolut keine Gefahr für die Welt oder die Region dar". Rohani beharrte gleichzeitig auf dem Recht seines Landes, Uran anreichern zu dürfen. Das diene aber nicht militärischen Zwecken: "Das Ziel eines Atomprogramms eines jeden Landes darf nur die friedliche Nutzung sein. Ich erkläre hier mit aller Deutlichkeit, dass das der alleinige Zweck des iranischen Atomprogrammes ist."

Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama bei seiner Rede erneut deutlich gemacht, dass die USA Iran mit Atomwaffen nicht dulden würden. Das Land habe aber ein Recht auf eine friedliche Nutzung von Atomenergie. "Ich glaube, wenn wir den Streit um das iranische Atomprogramm lösen können, wäre das ein entscheidender Schritt auf einer langen Straße entlang einer schwierigen Beziehung", fügte Obama hinzu.

Iran und die USA haben seit der Geiselnahme von mehr als 50 Amerikanern im Jahr 1979 keine diplomatischen Beziehungen mehr. Bereits vor der Vollversammlung wurde klar, dass Bewegung in die Atomgespräche mit Iran kommt. Noch diese Woche gebe es in New York ein hochrangiges Treffen der Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands (5+1-Gruppe) mit Iran, teilte das Weiße Haus mit. Obama ernannte Außenminister John Kerry zum US-Unterhändler in den Atomgesprächen.

Rohani kritisierte die Sanktionen gegen sein Land. Iran habe inzwischen das nötige Wissen für die Anreicherung von Uran erworben, sie habe industrielle Ausmaße angenommen. Es sei deshalb eine Illusion, das iranische Atomprogramm noch mit "illegalem Druck" stoppen zu wollen, sagte er in Anspielung auf die Sanktionen gegen sein Land. Rohani bezeichnete die Sanktionen als unmenschlich. Insbesondere die einfachen Bürger seien die Opfer. "Die sogenannte iranische Bedrohung ist nur eine ausgedachte Bedrohung."