Razzia bei "Oldschool Society" De Maizière bezeichnet Schlag gegen Rechtsextremisten als "großen Erfolg"

  • Bei einer Großrazzia gegen die rechtsextreme Organisation "Oldschool Society" werden vier Personen verhaftet.
  • Sie sollen Anschläge gegen Salafisten, Asylbewerber und Moscheen geplant und sich dazu Sprengstoff beschafft haben.
  • Innenminister de Maizière spricht von einem großen Erfolg der Sicherheitsbehörden und zieht Vergleiche zwischen der Organisation und dem NSU.
  • Laut Informationen der dpa wurde der Verfassungsschutz bereits im Sommer 2014 auf Mitglieder der Gruppe aufmerksam.

De Maizière lobt Zusammenarbeit von Sicherheitsbehörden

Mit dem Schlag gegen die rechtsextreme Gruppe "Oldschool Society" (OSS) ist nach Ansicht von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) möglicherweise die Bildung einer rechtsradikalen Organisation nach dem Vorbild des NSU verhindert worden. "Das wäre eine erste Vereinigung nach dem NSU, die dort aufscheint", sagte de Maizière in Berlin.

Bei Razzien in mehreren Bundesländern hat die Bundesanwaltschaft vier mutmaßliche Rechtsextremisten festnehmen lassen, unter ihnen einen 56-Jährigen, der als Rädelsführer der Gruppe gilt. Die drei Männer und eine Frau stehen im dringenden Verdacht, mit anderen die rechtsterroristische Vereinigung "Oldschool Society" gegründet und unter anderem Anschläge auf Moscheen und Asylbewerberheime geplant zu haben.

Zudem wurden die Wohnungen der Festgenommenen durchsucht. An dem Einsatz waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft etwa 250 Beamte beteiligt. Anlass gaben Erkenntnisse von Verfassungsschutzbehörden. Die vier Festgenommenen sollen demnach Sprengstoff beschafft haben. Inwieweit es bereits konkrete Anschlagsziele gab, ist bislang nicht bekannt. Bei der Durchsuchung wurden nach Angaben der Ermittlungsbehörden Feuerwerkskörper mit großer Sprengkraft sichergestellt.

Der CDU-Politiker lobte die gute Zusammenarbeit von Verfassungsschützern und Polizei in Bund und Ländern beim OSS-Zugriff. "So besorgniserregend die Entwicklung ist, so sehr freuen wir uns über den bedeutenden Ermittlungserfolg der vergangenen Nacht."

Anschläge auf Salafisten, Asylbewerber und Moscheen geplant

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) erklärte unter Verweis auf den Generalbundesanwalt, die "OSS" habe offenbar Anschläge auf Salafisten, Asylbewerberunterkünfte oder Moscheen vorgehabt. "Wir haben immer gesagt: Die Bedrohung ist näher gekommen", meinte Lewentz mit Blick auf die Folgen für die innere Sicherheit nach den Terroranschlägen von Belgien, Paris und Kopenhagen.

Der Nachrichtenagentur dpa zufolge wurde der Verfassungsschutz bereits im August 2014 auf Mitglieder der Gruppe aufmerksam. Aus Sicherheitskreisen hieß es demnach, man sei ihnen im Internet auf die Spur gekommen. Im November 2014 hätten sich neun Rechtsextremisten im sächsischen Frohburg südlich von Leipzig zu einer Gründungsveranstaltung getroffen.

Totenkopfsymbole und Runen

Auf ihrer Facebook-Seite präsentiert sich die "Oldschool Society" mit einem Totenkopf-Logo und Symbolen, die den Runen der SS ähneln. Daneben sind blutverschmierte Hackbeile zu sehen.

Trotzdem werden die Mitglieder der Facebook-Gruppe aufgefordert, keine Nazi-Symbole oder Bilder von Adolf Hitler zu posten. "Wir die Führungsebene wollen diese Organisation sehr lange am leben halten und diese auch nicht durch unüberlegtes Handeln an den Nagel hängen!" heißt es zur Begründung wörtlich.

In der Timeline sind vor allem Medienberichte über Straftaten durch Asylbewerber zu sehen, versehen mit zynischen und ausländerfeindlichen Kommentaren. Auch der mutmaßliche Anführer der Gruppe, der 56-jährige Andreas H. unterhält eine Facebook-Seite, auf der das Logo der "Oldschool Society" zu sehen ist.

Er und die anderen Beschuldigten sollen heute oder morgen noch dem Haftrichter vorgeführt werden.