Provokantes Militärmanöver an Seegrenze zu Südkorea Nordkorea beginnt mit Schießübung

Erste Schüsse wurden bereits abgefeuert: Nordkorea führt nach südkoreanischen Angaben nahe der Seegrenze eine Militärübung durch. Bewohner südkoreanischer Inseln in der Region wurden aufgefordert, sich in Schutzbunker zu begeben.

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs mit einer Schießübung nahe der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer begonnen. Die ersten Schüsse seien am Morgen abgefeuert worden, sagte ein Militärsprecher. Bislang seien keine Einschläge südlich der Grenze gemeldet worden.

Zuvor hatte Südkoreas Generalstab mitgeteilt, Nordkorea sei vor strikten Reaktionen für den Fall gewarnt worden, dass Artilleriegranaten auf südkoreanisches Gebiet fallen sollten. "Unser Militär ist umfassend vorbereitet", hieß es aus Seoul.

In der Seeregion liegen mehrere südkoreanische Inseln. Die dortigen Bewohner wurden TV-Berichten zufolge vom Militär aufgefordert, Zuflucht in Schutzbunkern zu suchen. Südkoreanische Fischer in der Gegend wurden angehalten, sich mit ihren Booten zurückzuziehen.

Das an diesem Dienstag begonnene Militärmanöver ist Teil einer Reihe provokativer Machtdemonstrationen Pjöngjangs in den vergangenen Wochen. So hatte eine ähnliche Militärübung in der Region Ende März zu einem Scharmützel zwischen Nord- und Südkorea geführt - beide Länder lieferten sich einen stundenlangen Schusswechsel mit schwerer Artillerie.

Auch unmittelbar vor dem Besuch von US-Präsident Barack Obama in Südostasien, der an diesem Dienstag zu Ende ging, kam es vergangene Woche zu einem Zwischenfall an der Grenze zwischen den beiden Koreas. Seoul zufolge waren Schiffe des kommunistischen Nordens in südkoreanische Hoheitsgewässer eingedrungen. Auch von einem möglicherweise bevorstehenden neuen Atomtest Nordkoreas war die Rede.