Parlamentswahl in Schweden Herbe Niederlage für Regierungschef Reinfeldt

Schweden steht vor einem Machtwechsel: Bei der Parlamentswahl hat die Mitte-rechts-Allianz von Ministerpräsident Reinfeldt ersten Prognosen zufolge starke Verluste erlitten. Der Regierungschef kündigte seinen Rücktritt an.

  • Die oppositionellen Sozialdemokraten gewinnen mit 31,2 Prozent der Stimmen die Parlamentswahl in Schweden. Spitzenkandidat Löfven will nun zügig eine Regierung bilden. Das von den Sozialdemokraten angeführte oppositionelle Mehrparteien-Bündnis mit Grünen und Linken liegt bei insgesamt 43,7 Prozent.
  • Die konservativ-liberale Koalition von Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt erzielt dagegen nur 39,3 Prozent.
  • Reinfeldt gesteht seine Niederlage ein und kündigt Rücktritt an.

Oppositionelle Sozialdemokraten Wahlsieger in Schweden

Nach deutlichen Verlusten für Schwedens bürgerliche Regierung macht sich der sozialdemokratische Wahlsieger Stefan Löfven auf die Suche nach Verbündeten. "Ich werde jetzt Sondierungen starten, um eine neue Regierung für Schweden zu bilden", sagte Löfven in der Nacht zum Montag.

Die bislang oppositionellen Sozialdemokraten liegen nach Auszählung fast aller Stimmen deutlich in Führung. Sie kam auf 31,2 Prozent der Stimmen. Das von den Sozialdemokraten angeführte oppositionelle Mehrparteien-Bündnis mit Grünen und Linken liegt bei insgesamt 43,7 Prozent.

Niederlage für den Regierungschef Fredrik Reinfeldt

Dagegen erzielte die bürgerliche Regierung unter dem Konservativen Fredrik Reinfeldt nur 39,3 Prozent. Die Vier-Parteien-Koalition rutschte demnach bei der Parlamentswahl am Sonntag im Vergleich zu 2010 deutlich ab.

Reinfeldt gestand bereits am späten Sonntagabend seine Niederlage ein und kündigte seinen Rücktritt an: "Morgen reiche ich mein Rücktrittsgesuch ein", sagte er. Im kommenden Frühling will Reinfeldt auch als Parteichef der Konservativen zurücktreten.

Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten konnten bei der Abstimmung deutlich zulegen. Sie wurden ersten Hochrechnungen zufolge mit 12,9 Prozent drittstärkste Kraft, nach 5,7 Prozent bei der Wahl 2010.

Feministische Partei schafft es nicht ins Parlament

Die Feministische Initiative scheiterte mit 3,1 Prozent an der Vier-Prozent-Hürde. Nach einer ersten Prognose hatte es ausgesehen, als könnte die Partei erstmals den Einzug in den Reichstag schaffen. Sie war als möglicher Unterstützer einer linksgerichteten Koalition gehandelt worden.

"Schweden wünscht sich eine neue Richtung"

"Ich denke, alles deutet darauf hin, dass sich das schwedische Volk eine neue Richtung für Schweden wünscht. Ich freue mich auf Stefan Löfven als Ministerpräsidenten", sagte die Sozialdemokratin Karin Jämtin.

Mehr als sieben Millionen Schweden waren aufgerufen, über die Verteilung von 349 Sitzen im schwedischen Reichstag abstimmen. Gleichzeitig war ihre Stimme bei den Kommunal- und Regionalwahlen gefragt. Mehr als 2,4 Millionen Schweden wählten in diesem Jahr vorab - ein Rekord. Am Montag sollte die endgültige Auszählung der Stimmen beginnen.