Niedrigverdiener werden durch die Riester-Rente im Alter noch tiefer in die Armut getrieben, sagt der frühere Bundesarbeitsministers Norbert Blüm. Für die Zukunft der gesetzlichen Rente sieht der CDU-Politiker schwarz.
Bundesbürger mit sehr kleinen Einkommen werden durch die Riester-Rente nach Ansicht des früheren Bundesarbeitsministers Norbert Blüm (CDU) im Alter noch tiefer in die Armut getrieben. "Die Lage der Ärmeren wird durch die Riester-Rente nicht nur nicht verbessert, sondern sogar verschlechtert", schreibt Blüm in der Zeit.
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Eigenhändig geift Bundesarbeitsminister Norbert Blüm 1986 auf dem Bonner Marktplatz zum Leimpinsel, um das erste Plakat zur Sicherheit der Renten auf eine Litfaßsäule zu kleben. (© Foto: dpa)
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Die Riester-Rente senke das Alterseinkommen "aller, die nur auf die gesetzliche Rentenversicherung angewiesen sind", erklärt der CDU-Politiker, der in seiner Amtszeit als Minister noch medienwirksam "Die Rente ist sicher" auf eine Litfasssäule plakatiert hatte.
Nach Angaben Blüms senkt der vierprozentige Beitrag zur Riester-Rente die Nettolohnquote und das davon abhängige Rentenniveau. Von der Absenkung des Rentenniveaus infolge der Einführung der Riester-Rente seien also auch jene Rentner betroffen, die gar keinen Beitrag zur Riester-Rente zahlten und deshalb auch keine Riester-Rente erhielten.
Der von ihm aufgezeigte Mechanismus verschärfe die bekannte Tatsache, wonach die Riester-Rente im Alter auf die Grundsicherung angerechnet wird und so besonders arme Rentenempfänger von einer eventuellen Riester-Rente nicht profitieren können. Gewinner seien Bürger mit höheren Einkommen. "Das ist eine originelle Premiere in der deutschen Sozialpolitik: Der freiwillige Beitrag der Stärkeren wird zum Maßstab für alle. Die Schwachen zahlen eine Rechnung mit für Leistungen, welche die Stärkeren erhalten", klagt Blüm.
Für die Zukunft der Rente sieht Blüm schwarz: "Dem Jubel über die Riester-Rente wird in spätestens zwanzig Jahren ein großer Kater folgen. Dann nämlich, wenn Altersarmut nicht mehr eine Restgröße ist, sondern das Schicksal vieler", prophezeit Blüm.
(sueddeutsche.de/schä)
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die derzeitigen Beitragszahler finanzieren die Rentenzahlungen der heutigen Rentner.
Problematisch wurde dieses Umlageverfahren durch den Geburtenrückgang. Und in den nächsten 10 Jahren verdoppeln sich die Rentner und Pensionäre. Bei immer weniger Beitragszahler. Das Ergebnis kann sich jeder selbst ausrechnen.
Ihre Rechnung sollte den Faktor 30 % für den Verwaltungsapparat beinhalten. Somit ziehen sie bei ihrer Rechnung 30 % ab.
Hallo SZ: Ist doch 'ne gute Frage, woher dieses staedige Defizit in den Rentenkassen kommt. Eine Liste der versicherungsfremden Leistungen waere sicher aufschlussreich. Nur ein Beispiel (wenn cih die Zahlen richtig im Kopf habe): In den 1990er Jahren betrug die Belastung der Rentenkassen durch die "Beitragsfreien" Jahre der Weltkriegsgeneration rund 20 Milliarden DM.
Wir stottern im Nachhinein durch unsere Rentenbeitraege die Kosten des 2. Weltkriegs ab.
Ehrlicher waere ein Kriegslastenfond, der aus Steuereinnahmen finanziert wird.
Die Liste ist vermutlich sehr unuebersichtlich.
aus dem Geschäft. Seine Renten waren gut für die Rentner, schlecht für die Nichtrentner.
Wenn er Riester kritisiert, muß er in gleichem Atemzug auch H IV kritisieren. Acu hier greift der Staat Ab ALG II auf vorhandenes Vermögen zurück, egal wie es dazu kam.
Aber Riester kann fast noch besser popularisiert werden als kriminelle Auslandsbahner.
Und Renten waren schon immer eine Kassenschlager, zumindest bei Kohl und Blüm.
Was am aktuellen Rentensystem unfair ist?
(a) Jeder bekommt _seine_ Rentenpunkte und entsprechend eine Gegenleistung proportional der Beitragshöhe. Eine Solidarkomponente gibt es nicht direkt. Indirekt wird dies über den Steuerzuschuss des Staates an die Rentenkasse realisiert, denn die Steuerlast steigt mit dem Einkommen überproportional an.
(b) Wer durch einen Billigjob / geringe Qualifikation nicht genug Rentenpunkte fürs Existenzminimum hat, der bekommt nach Aufstockung durch Sozialhilfe genausoviel wie jemand, der die ganze Zeit vom Amt gelebt hat.
Was mich noch etwas wundert: Hätte der im ersten Teil des Beitrags gerechnete Durchschnittsrentner seinen Rentenbeitrag in Bundesschuldverschreibungen angelegt, so wäre seine Rente alleine durch seinen Beitrag "sicher". Dennoch schiesst der Staat 80 Mrd Euro jährlich zur Rente zu. Woher kommt dieses Defizit? Vor allem, da es seit Existenz dieses Systems in den Sechzigern besteht und nicht erst seit den letzten paar demographisch und arbeitsmarkttechnisch bösen Jahren.
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