Politik kompakt Waffenstillstand in Myanmar vereinbart

Myanmars Regierung hat mit der wichtigsten Rebellengruppe, der ethnischen Minderheit der Karen, einen Waffenstillstand unterzeichnet. Eine Delegation der Regierung und Vertreter der Karen National Union (KNU) unterzeichneten am Donnerstag nach mehrstündigen Verhandlungen ein entsprechendes Dokument in Hpa-An, der Hauptstadt des östlichen Bundesstaates Karen.

Zusätzlich wurde im Staatsfernsehen am Donnerstagnachmittag überraschend die Freilassung von 651 Gefangenen angekündigt, von denen viele politische Häftlinge sein sollen. Sie sollten am Freitag auf freien Fuß gesetzt werden, hieß es.

Die myanmarische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreeisträgerin Aung San Suu Kyi erklärte, ihr Land stehe "am Rande des Durchbruchs zur Demokratie" und der KNU-Vertreter David Taw fügte hinzu: "Wir wollen, dass der Friedensprozess weitergeht."

Der Konflikt zwischen den Karen und Myanmars Zentralregierung ist einer der ältesten Bürgerkriege der Welt. Seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1948 ist die Beziehung der ethnischen Minderheiten zur Zentralregierung von Konflikten geprägt. Mehrere bewaffnete Gruppen kämpfen seit Jahrzehnten für mehr Rechte. Rund ein Drittel der 50 Millionen Einwohner des Landes gehört ethnischen Minderheiten an.

(AFP/dpa)