Jüngst pries Kanzlerin Merkel noch die Sicherheit deutscher Reaktoren. Dabei räumte ihr Umweltministerium schon 2006 ein: Meiler wie Krümmel sind technisch veraltet.
Die aktuelle Atomdebatte nach der neuen Panne im Atomkraftwerk Krümmel verhilft zwei älteren parlamentarischen Anfragen zu neuer Aktualität. In den Jahren 2006 und 2007 haben Abgeordnete der Grünen im Bundestag dem Bundesumweltministerium Fragen zur Sicherheit von Meilern älterer Bauart gestellt. Sowohl die Anfragen als auch die Antworten liegen sueddeutsche.de vor.
Das Kernkraftwerk im schleswig-holsteinischen Krümmel (© Foto: dpa)
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Die Reaktion der Bundesregierung offenbart die technische Rückständigkeit der Anlagen. So wurde am 19. Oktober 2007 gefragt, ob die Anlagen Brunsbüttel und Krümmel zu den "die sichersten der Welt" gehören. Die Antwort der Bundesregierung: "Nein".
Es sei eine Klassifizierung nach Anlagentypen möglich und es ließen sich konzeptionsbedingte "Vor- und Nachteile feststellen". Eine nähere Spezifikation der "Vor- und Nachteile" ersparte sich die Bundesregierung damals.
Ein klarer Widerspruch zu den aktuellen Aussagen von RWE-Chef Jürgen Großmann: "Die Kernkraftwerke in Deutschland arbeiten alle auf höchstem internationalem Niveau", sagte er Bild.
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte unlängst die deutschen Atomkraftwerke grundsätzlich für sicher - trotz der neuen Panne in Krümmel. Sie habe keinen Zweifel daran, dass nur Anlagen in Betrieb seien, für die Zuverlässigkeit und Fachkompetenz gewährleistet seien, ließ Merkel erklären. Sie bleibe bei ihrer Forderung nach längeren Laufzeiten der Meiler.
Umweltministerium ließ heikle Frage unbeantwortet
Wie gespalten die Bundesregierung in dieser besonderen Kernfrage ist, wurde deutlich, als Merkels Umweltminister die Atomindustrie harsch kritisierte. Der Sozialdemokrat Sigmar Gabriel wollte nach den Problemen im AKW Krümmel den Atomausstieg beschleunigen und den Ländern die Aufsicht entziehen. Der Störfall in deutschen Meilern sei ein Normalfall, behauptete Gabriel - was RWE-Chef Großmann nun harsch zurückwies.
Der Strommanager sprach von einem Einzelereignis und beteuerte: Auch ältere deutsche Kernkraftwerke seien auf "Top-Niveau. Ohne Abstriche."
Das Bundesumweltministerium klang im Herbst 2007 in der Antwort auf die Grünen-Anfrage anders: "Die neueren Siedewasserreaktoren sowie die Druckwasserreaktoren der dritten oder vierten Generation haben grundsätzlich bessere Sicherheitseigenschaften", räumte das Ministerium ein. Bei dem abgeschalteten Meiler Krümmel handelt es sich um einen Siedewasserreaktor älterer Bauart.
In der anderen Anfrage, sie stammt vom 19. April 2006, fragten die Grünen: "Ist die Bundesregierung der Auffassung, dass die AKWs Biblis A und B, Neckarwestheim und Brunsbüttel zu den weltweit hochmodernsten und sichersten AKWs gehören?"
Die Antwort des Ministeriums besteht nur aus zwei Sätzen: Die älteren Meiler "entsprechen nicht dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik", heißt. Und: Sie gehörten "nicht zu den weltweit hochmodernsten und sichersten Atomkraftwerken".
Teil der Anfrage von 2006 ist zudem die heikle Frage: "Wären diese AKWs nach dem heutigen Stand genehmigungsfähig - wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?"
Sie ist nach wie vor offen - das Umweltministerium beantwortete sie schlichtweg nicht.
(sueddeutsche.de/odg/woja)
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Unsere Politiker nicht, die graben an den usnrigen, und das mit einem nicht zu bremsenden Eifer.
Warum hat man eigentlich nach dem Abbau der Kernkraftanlagen in der Ex-DDR nicht im Westen weitergemacht. Viel neuer waren doch die dort betriebenen KKW auch nicht.
Auch so eine verpasste Chance aus der Vereinigung etwas Positives für ganz Deutschland zu machen. Nun gut, in der DDR gab es keinen Lobbyismus, die musste einfach demontiert werden, um ein Zeichen zu setzen.
Die verstopfte Kolspuehlung gehoert defenitiv nicht dazu. Das andere was Du fragst kann ich nur bestaetigen,die sogenannte Ueberwachung und Atomaufsicht da ist es mit der Kompetenz ( man hat das ganze rechtzeitig Kastriert )nicht allzu weit bestellt. Da geht es zu wie bei den Autos und den sogenannten Tuerken TUV,das hat allesdings nichts mit den Menschen dieses Landes zu tun.
Wenn das Umweltministerium zu eine Anfrage berichtet, Zitat: Dabei räumte ihr Umweltministerium schon 2006 ein: Meiler wie Krümmel sind technisch veraltet," dann ist das doch eher eine Binsenweisheit. Man kann über die Jahre lediglich an der Sicherheitstechnik Änderungen vornehmen, aber nicht an den baulichen Eigenheiten. Damit steigt zwangsläufig das Gefahrenpotenzial gegenüber neueren Kraftwerken. Es wird hier aber völlig außer Acht gelassen, dass es gerade die älteren KKW sind, die - so sie in Funktion sind - die den EVU täglich eine Million Euro in die Kassen spülen. Wie blauäugig muss man denn sein, um unter dieser Prämisse zu erwarten die Strom-Erzeuger würden freiwillig auf die alten Kisten verzichten. Frau Merkel wird sich hüten, etwas anderes als die Atom-Lobby zu sagen. Was sie als Physikerin in Wahrheit zum Thema meint, wird wohl immer ihr Geheimnis bleiben.
Das leuchtet mir ein! Trotzdem weiß ich noch nicht, ob nicht schon die verstopfte Klospülung zum meldepflichtigen Störfall gehört!
Außerdem frage ich mich die ganze Zeit, wenn denn schon nach der vorangegangenen Pannenserie bei Krümmel (es war ja, glaube ich , auch der Trafo, der brannte) das Bundesumweltministerium die Überwachung an sich genommen hatte, warum Sgmar das mit dem fehlenden Prüfgerät bei der Genehmigung für das Wiederochfahren nicht aufgefallen ist?
Mich würde also interessieren, wie das Genehmigungsprotokoll hierfür aussah und wer dafür verantwortlich ist!
Eigentlich ist ja die technische Sicherheit der Anlage durch das automatische Abschalten bei der Störung einigermaßen belegt. Was mich aber stört ist, daß es ganz offensichtlich Aufsichtsbehörden gibt, die nicht willens sind, sich ihrer eigentlichen Aufgabe zu stellen und statt dessen lieber ein wenig in der Tagesschau polemisieren!
An Juergen2008: Meldpflichtig sind alle Stoerfaelle,da gibt es ganz genaue Ablaeufe die regeln,wie und wo gemeldet werden muss! Das diese Vorschriften nicht eingehalten wurden,ist Sache der Berteiber,dafuer stehen sie allein in der Verantwortung. Das heisst auf gut Deutsch,wenn ihr solche Vorschriften zum betreiben der Mailer nicht einhalten koennt,verliert ihr die Betriebserlaubniss wegen Unzuverlaessigkeit. Das der Mailer trotz nicht installierter Trafoueberwachung angefahren wurde ist ein weiterer Punkt Vattenvall die Beriebserlaubniss zu entziehen,dazu kommt noch das die Meldung ueber die Panne von der Presse kahm und nicht vom Betreiber. Auch ist absolut unverstaendlich,das dieser alte Trafo nicht erneuert wurde, auch scheint kein zweiter Haupttrafo mit Umschaltung vorhanden gewesen sein. Man sieht hier sind mindestens ein dutzent Fragen offen.
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