Ostasien US-Raketenabwehr für Südkorea

Die USA wollen ihren Verbündeten Südkorea mit einem modernen Raketenabwehrsystem ausrüsten, um das Land vor möglichen Angriffen Nordkoreas zu schützen. China protestiert.

Die USA wollen Südkorea mit einem modernen Raketenabwehrsystem besser gegen Nordkorea verteidigen. Vertreter der beiden verbündeten Staaten erklärten am Freitag, das System Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) solle in Südkorea stationiert werden. Es richte sich ausschließlich gegen eine Bedrohung durch den kommunistischen Staat, nicht aber gegen andere Länder.

Nordkoreas wichtigster Verbündeter China legte aber umgehend Protest ein: Der Schritt zerstöre das sicherheitspolitische Gleichgewicht in der Region. Zudem wurden die Botschafter der USA und Südkoreas in Peking einbestellt. Auch Russland wandte sich gegen die Stationierung des THAAD-Systems. Es werde bei der militärischen Planung der Regierung berücksichtigt, erklärte das Außenministerium in Moskau nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax.

Aus dem Verteidigungsministerium in Seoul verlautete, das System solle bis Ende 2017 einsatzbereit sein. Der Standort könnte bereits in den kommenden Wochen gefunden sein. Die Raketenabwehr, die von dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin gebaut wird, soll den US-Streitkräften in Korea unterstellt werden. Sie haben dort 28 500 Soldaten stationiert.

THAAD ist bereits auf der US-Pazifikinsel Guam im Einsatz und richtet sich gegen Kurz- und Mittelstreckenraketen. Sie sollen auch außerhalb der Erdatmosphäre zerstört werden können. Die Stationierung der THAAD-Abwehr ist seit dem Start einer nordkoreanischen Rakete ins All im Februar im Gespräch. Der Start wurde vom UN-Sicherheitsrat als unerlaubter Test einer Langstreckenrakete verurteilt. Nordkorea erkennt das Verbot nicht an und sieht darin eine Verletzung seiner staatlichen Souveränität. Zudem sorgt das Atomprogramm seit Jahren für Spannungen. Auch China lehnt das Atomprogramm des isolierten Staates ab und trug im März die Verschärfung der UN-Sanktionen gegen Nordkorea mit.