Olympische Winterspiele Obama schickt Homosexuellen-Aktivistin nach Sotschi

Keine Kabinettsmitglieder, dafür lesbische Sportlerinnen: Die USA senden mit ihrer Olympia-Delegation für Sotschi eine klare Botschaft. Damit steht fest, dass auch Präsident Obama selbst nicht zu den Winterspielen reisen wird.

US-Präsident Barack Obama hat die lesbische Tennislegende und Homosexuellenrechtlerin Billie Jean King in die offizielle Delegation berufen, die zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele ins russische Sotschi reisen wird. Auch die homosexuelle Medaillengewinnerin im Eishockey, Caitlin Cahow wird nach Sotschi reisen.

Geleitet werde die Gruppe von der früheren Heimatschutzministerin Janet Napolitano, erklärte das Weiße Haus. Bei der Abschlussfeier übernimmt der stellvertretende US-Außenminister William Burns diese Funktion. Damit werden der Delegation des Weißen Hauses keine Kabinettsmitglieder angehören - auch Präsident Obama selbst reist nicht zu den Winterspielen, ebensowenig sein Vize Joe Biden.

Zum ersten Mal seit 2000 werden damit weder ein amtierender oder ein Vize- noch ein früher Präsident oder eine First Lady bei den Spielen vertreten sein. Die US-Delegation ist damit im Vergleich zu früheren Jahren nicht hochrangig besetzt. Für die Sommerspiele 2012 in London hatte das Weiße Haus noch die First Lady Michelle Obama als Delegationsleiterin ernannt. Bei den Winterspielen im kanadischen Vancouver 2010 wurden die Vereinigten Staaten von Biden vertreten.

Die Regierung in Moskau steht derzeit insbesondere wegen eines Anti-Homosexuellen-Gesetzes in der Kritik. Homosexuellengruppen fordern daher den Boykott der Spiele in der Schwarzmeerstadt.

Mehrere Staats- und Regierungschefs haben bereits angekündigt, nicht nach Sotschi zu reisen, darunter Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Präsident François Hollande. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schloss eine Reise zu den Olympischen Winterspielen aber nicht aus. Sie sei zwar in ihren acht Jahren als Kanzlerin "noch nicht ein einziges Mal bei irgendwelchen Olympischen Spielen gewesen", sagte Merkel in der ARD-Sendung "Farbe bekennen". "Und trotzdem werde ich noch mal schauen." Konkrete Pläne für eine Reise nach Sotschi gebe es aber nicht.