Oberbürgermeisterwahl in Dresden CDU erleidet herbe Schlappe

  • Bei der Oberbürgermeister-Wahl in Dresden landet der CDU-Kandidat, Innenminister Ulbig, mit etwa 15 Prozent abgeschlagen auf Platz drei. Ulbig zieht seine Kandidatur deshalb zurück.
  • Die meisten Stimmen erhält die SPD-Politikerin Stange mit 36 Prozent.
  • Der kommissarisch amtierende Erste Bürgermeister Hilbert (FDP) erreichte 31,7 Prozent. Pegida-Kandidatin Festerling holte fast zehn Prozent.
  • Da kein Bewerber die absolute Mehrheit erreicht, wird im Juli ein zweiter Wahlgang abgehalten werden müssen.

Niederlage für die CDU

Die CDU ist in Großstädten seit Jahren schwach. Auch bei der Oberbürgermeisterwahl in Dresden muss sie nun eine schwere Niederlage einstecken. Der Unions-Kandidat, Sachsens Innenminister Markus Ulbig, erhielt am Sonntag lediglich 15,4 Prozent der Stimmen. Am besten schnitt seine Kabinettskollegin, SPD-Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange, mit 36 Prozent der Stimmen ab.

Stange war für ein von der rot-rot-grünen Stadtratsmehrheit unterstütztes Bündnis ins Rennen gegangen. Hinter ihr landete der kommissarisch amtierende Erste Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der für ein unabhängiges Bündnis angetreten war, mit 31,7 Prozent auf dem zweiten Rang. Die Kandidatin der islamkritischen Pegida, Tatjana Festerling, kam auf 9,6 Prozent.

Damit verliert die CDU voraussichtlich ihren letzten OB-Posten in einer deutschen Großstadt mit mehr als 500 000 Einwohnern. Die Entscheidung wird ein zweiter Wahlgang am 5. Juli bringen. In diesem zweiten Wahlgang können - anders als bei einer Stichwahl - alle Kandidaten erneut antreten.

Ulbig zieht Kandidatur zurück

Innenminister Markus Ulbig zog seine Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt wegen des schlechten Wahlergebnisses zurück. Das bestätigte der Generalsekretär der CDU Sachsen, Michael Kretschmer, wie der MDR berichtet. Ulbig werde jedoch Innenminister bleiben. Am Montag wolle er Gespräche mit FDP-Mann Dirk Hilbert führen. Hilbert kündigte an, mit Ulbig über Schnittmengen reden zu wollen. Er wolle eine breite Stadtgesellschaft vereinen: "Als Oberbürgermeister muss man für alle Dresdner da sein."

CDU-Generalsekretär Kretschmer zufolge ist das Ziel bei der nächsten Wahl ein gemeinsamer bürgerlicher Kandidat. SPD-Kandidatin Stange sagte dazu: "Für die CDU finde ich das auch sehr spannend, wenn man jetzt der kleinere Seniorpartner der FDP wird." Stange will im zweiten Wahlgang ebenfalls auf Wähler aus dem bürgerlichen Lager bauen.

Insgesamt waren mehr als 430 000 Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Wahlamts bei 51,1 Prozent und damit deutlich höher als bei der OB-Wahl 2008. Die bisherige Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hatte ihr Amt im Februar aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Seitdem führte Hilbert die Amtsgeschäfte.