Nordkorea Atomtest folgt Raketentest

Wie der Vater, so der Sohn - Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un dürfte wenige Monate nach dem Raketentest eine Atombombe zünden lassen. UN-Resolutionen fürchtet er nicht. China müsste dem jungen Führer ein Angebot machen, das er nicht ausschlagen kann: ein Programm zum Aufbau des verarmten Landes oder aber nachhaltiger Liebesentzug.

Ein Kommentar von Reymer Klüver

Immer wieder wird Nordkoreas Diktatoren-Clan als unberechenbar hingestellt. Das stimmt so nicht. Denn im Grunde folgt das scheinbar erratische Verhalten der Herren Kim vorhersehbaren Mustern. Auf die gerade beschlossene UN-Resolution gegen den Raketenstart der Nordkoreaner im Dezember hat das Regime mit altbekannter Widerborstigkeit reagiert und einen neuen Atomtest angekündigt.

Nicht anders verhielt es sich 2006 und 2009. Damals folgte auf einen Raketentest jeweils mit ein paar Monaten Abstand und stets auf Ansage der Atomtest.

Wie der Vater so der Sohn: Nordkoreas neuer Staatschef Kim Jong Un dürfte also bald wieder eine Bombe zünden lassen. UN-Resolutionen jedenfalls fürchtet er nicht - weil er nichts zu befürchten hat. Bisher hat China stets die schützende Hand über das Despotenregime der Kims gehalten. Zwar haben die Chinesen in dieser Woche eine UN-Resolution passieren lassen und den eigensinnigen Schutzbefohlenen leise tadelnd aufgefordert, die Situation nicht zu verschärfen. So haben sie sich aber auch früher verhalten. Anzeichen eines Kurswechsels sind das nicht.

Der aber wäre nötig: Wenn den Chinesen wirklich daran gelegen ist, die koreanische Dauerkrise zu entschärfen, müssen sie nun dem jungen Kim ein Angebot machen, das er nicht ausschlagen kann: ein Programm zum Aufbau des abgewirtschafteten Landes unter US-Mithilfe oder aber nachhaltiger Liebesentzug.