Newsblog Einigung auf Waffenruhe bleibt aus

Hillary Clinton betont US-Unterstützung für Israel +++ Vorerst keine Waffenruhe im Nahen Osten +++ Israel intensiviert Angriffe auf Gaza +++ Rotes Kreuz warnt vor Medikamentenknappheit im Gazastreifen +++ Westerwelle erlebt Luftalarm in Jerusalem +++

Die Geschehnisse zum Nachlesen im Newsblog

Trotz der in Aussicht gestellten Waffenruhe können sich Israel und militante Palästinenser nicht auf eine Einstellung der Gefechte einigen. Israel intensiviert die Angriffe auf den Gazastreifen.

[] Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi sprach am Dienstagnachmittag zunächst von einer bevorstehenden Einigung auf eine Feuerpause. Israel verzichtete vorerst auf eine Bodenoffensive. Mursi sagte, der "israelische Angriff auf den Gazastreifen wird heute enden, die Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen der palästinensischen und der israelischen Seite werden in den nächsten Stunden positive Ergebnisse bringen".

[] Israel bestätigte indirekt Gespräche in Ägypten, dementierte jedoch, ein Durchbruch stehe unmittelbar bevor. Es sei noch keine Regelung gefunden worden, sagt Mark Regev, Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

[] Außenminister Guido Westerwelle, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Außenministerin Hillary Clinton bemühen sich in Nahost um Deeskalation.

[] Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert die Vereinten Nationen auf, ein sofortiges Waffen-Embargo gegen Israel, die Hamas und andere bewaffnete Gruppen im Gazastreifen zu verhängen und internationale Beobachter in die Region zu entsenden.

22:22 Uhr

US-Außenministerin Hillary Clinton hat in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Netanjahu die Unterstützung der USA für Israel betont. Amerika stehe "felsenfest und standhaft" hinter seinem Verbündeten. "Deshalb ist es essentiell, die Situation im Gazastreifen zu deeskalieren." Sie bezeichnete den Raketenbeschuss israelischer Städte als Angriffe "terroristischer Organisationen", die aufhören müssen, um die Grundlage für eine dauerhafte Friedenslösung zu schaffen.

Von einer Waffenruhe in den nächsten Stunde sprach auch Clinton in ihrer Ansprache nicht. Stattdessen versprach sie, dass die USA "in den kommenden Tagen" mit Israel, Ägypten und der palästinensischen Regierung an einem Waffenstillstand arbeiten werden.

22:11 Uhr "Grünes Licht" für weitere Angriffe

Die Waffenruhe ist vorerst vertagt. Dies hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters jetzt auch ein Sprecher der israelischen Regierung bestätigt. Israel habe "grünes Licht" von seinen Bürgern, die Angriffe fortzusetzen, sagte Lior Bendor den arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira.

21:20 Uhr

Die von vielen herbeigesehnte Waffenruhe wird es - zumindest an diesem Dienstag - voraussichtlich nicht mehr geben. Ägyptens Präsident Mohammed Mursi und die radikal-islamische Hamas hatten zunächst eine Waffenruhe für den Abend in Aussicht gestellt. Jetzt melden Vertreter der Hamas, es habe vorerst keine Einigung mit Israel über eine Waffenruhe gegeben. "Die israelische Seite hat nicht geantwortet, deshalb müssen wir bis morgen warten", sagte ein Hamas-Anführer der Nachrichtenagentur Reuters.

20:50 Uhr

Kommt die Waffenruhe oder nicht? Auf Twitter wird diskutiert, ob die Intensivierung der Angriffe durch Israel eher auf eine baldige Feuerpause hindeutet - oder darauf, dass ein Ende der Gefechte nicht in Sicht ist. "Die Zeit davor scheint die gefährlichste zu sein", schreibt ZDF-Reporter Christian Sievers.

20:36 Uhr

Die Zahl der Toten in Israel seit Beginn der Militäroperation vor knapp einer Woche ist auf fünf gestiegen. Israelische Medien berichten, ein Zivilist sei in der Negev-Wüste bei einem Angriff aus dem Gazastreifen getötet worden. Es handele sich um einen 33-jährigen Beduinen. Zuvor hatte das Militär mitgeteilt, ein israelischer Soldat sei an schweren Verletzungen durch Splitter einer Rakete gestorben.

20:00 Uhr

Nach heftigen Angriffen durch die israelische Armee brennen in Gaza-Stadt zahlreiche Gebäude.

Nach heftigen Angriffen durch die israelische Armee brennen in Gaza-Stadt zahlreiche Gebäude.

(Foto: REUTERS)

Gaza-Stadt wird vom Meer, vom Land und aus der Luft beschossen - die Waffenruhe, die laut Hamas und Islamischem Dschihad um 20 Uhr hätte angekündigt werden sollen, scheint nicht in greifbarer Nähe.

19:33 Uhr

Die Verhandlungen über eine Waffenruhe ziehen sich auch deshalb hin, weil bei den Gesprächen in Kairo keine Vertreter Israels anwesend sind. Laut dem israelischen Fernsehsender "Kanal 2" findet die Korrespondenz per Fax statt.

19:01 Uhr

Aus dem Norden von Gaza-Stadt werden mehrere Explosionen gemeldet. Drei palästinensische Journalisten kommen Medienberichten zufolge bei Angriffen der israelischen Luftwaffe ums Leben. Ein israelischer Soldat stirbt an der Grenze zum Gazastreifen durch eine palästinensische Rakete. Insgesamt sind seit der Eskalation des Konflikts 130 Menschen im Gazastreifen und vier in Israel getötet worden. Etwa 1000 Menschen wurden verletzt, die meisten von ihnen Palästinenser.

18:48 Uhr

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) begrüßt die Signale für eine mögliche Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und Gaza. "Das wäre eine sehr gute Nachricht für den Frieden und für die Menschen in Israel, aber auch in Gaza, wenn sich diese Nachricht bestätigen würde", sagte er kurz nach seiner Ankunft in Kairo. "Natürlich öffnet sich damit auch ein Zeitfenster, dass genutzt werden muss, um einen nachhaltigen Waffenstillstand zu erarbeiten", fügte er hinzu. Die Arbeit sei noch nicht getan.

18:34 Uhr

US-Präsident Barack Obama hat sich beim ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi für seine Vermittlungsbemühungen bedankt. Obamas Berater Ben Rhodes sagte, der US-Präsident habe während eines Telefonats mit Mursi von Bord der Präsidentenmaschine Air Force One erneut betont, wie wichtig die Bemühungen um eine Deeskalation im Gaza-Konflikt seien. US-Außenministerin Hillary Clinton war am Dienstagmorgen zu einer Reise in den Nahen Osten aufgebrochen, um in Kairo, Jerusalem und Ramallah Gespräche mit Vertretern beider Seiten zu führen.

18:18 Uhr

Die erwartete Waffenruhe zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas ist nach Angaben der Regierung in Jerusalem noch nicht endgültig beschlossen. "Der Ball ist noch im Spiel", sagte der israelische Regierungssprecher Mark Regev dem Sender CNN. Die Hamas hatte zuvor erklärt, die Waffenruhe solle noch am Abend in Kraft treten. Auch Ägyptens Präsident Mursi, der in dem Konflikt vermittelt, hatte für diesen Dienstag eine Feuerpause in Aussicht gestellt.

17:54 Uhr

Zum ersten Mal ist bei einem palästinensischen Raketenangriff ein Haus im Großraum Tel Aviv direkt getroffen worden. Es habe einen Volltreffer in einem Hochhaus in der Vorstadt Rischon Lezion gegeben, bestätigt die Armee. Vier Menschen erlitten Medienberichten zufolge leichte Verletzungen. Ein Einwohner, der im Auto unterwegs war, berichtet von einem lauten Knall. Durch die Wucht der Explosion habe alles gewackelt.

In der Stadt Tel Aviv gab es seit vergangenem Donnerstag insgesamt fünfmal Luftalarm, die meisten Raketen wurden jedoch abgefangen. Ein Armeesprecher sagte, militante Palästinenser im Gazastreifen hätten seit Beginn der Militäroperation vor fast einer Woche etwa 1300 Raketen abgefeuert, davon seien 770 in Israel eingeschlagen. Rund 390 seien von der Raketenabwehr abgefangen worden. Der Rest zündete fehl oder schlug im Gazastreifen selbst ein.

17:34 Uhr

Eine palästinensische Familie hat Unterschlupf in einem UN-Gebäude in Gaza-Stadt gefunden.

Eine palästinensische Familie hat Unterschlupf in einem UN-Gebäude in Gaza-Stadt gefunden.

(Foto: AP)

Korrespondenten des Nachrichtensenders BBC berichten, Hunderte Palästinenser hätten ihre Häuser verlassen und seien auf dem Weg ins Zentrum von Gaza-Stadt. Die israelische Armee hatte zuvor Flugblätter abgeworfen, in denen sie die Bewohner der Außenbezirke zur Flucht aufforderte.

17:15 Uhr

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärt in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, ein "bereitwilliger Partner" bei einem Waffenstillstand zu sein - sofern auf diplomatischem Wege eine langfristige Lösung erreicht werden könne. Sollte sich aber ein massiverer Militäreinsatz als notwendig erweisen, um den palästinensischen Raketenbeschuss zu unterbinden, werde die israelische Regierung nicht zögern, die Bevölkerung zu verteidigen.

16:42 Uhr

Die radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad kündigen die Ausrufung einer Waffenruhe im Gaza-Konflikt für Dienstagabend an. Die Waffenruhe werde um 20 Uhr (MEZ) verkündet und um 23 Uhr in Kraft treten, teilt die Hamas mit. Wie von Vertretern beider Gruppen verlautet, soll die Ankündigung in der ägyptischen Hauptstadt Kairo erfolgen. Dort verhandeln Vertreter der Hamas und Israels seit Tagen über eine Feuerpause.

16:31 Uhr

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) ist besorgt über die Zunahme an zivilen Opfern im Nahostkonflikt. "Die intensiven Kämpfe der letzten Tage haben schwerwiegende Konsequenzen für Zivilisten im Gaza-Streifen wie auch in Israel", erklärte Juan-Pedro Schaerer, der IKRK-Delegierte für die Region, laut einer Mitteilung. Wegen der vielen Verwundeten in den Krankenhäusern von Gaza würden die Bestände an Medikamenten und medizinischem Material zusehends knapp. Nachlieferungen seien schwierig. Seit Freitag gelang es dem IKRK nach eigenen Angaben acht Lastwagen mit Medikamenten und anderen Hilfsgütern für den Gazastreifen zu organisieren. Nun warte man auf Möglichkeiten, sie zu verteilen.

16:11 Uhr

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass bewaffnete Palästinenser sechs mutmaßliche Kollaborateure im Gazastreifen erschossen haben. Diese seien "auf frischer Tat ertappt" worden, erklärte demnach eine Quelle gegenüber einem von der Hamas kontrollierten Radiosender. "Sie besaßen High-Tech-Ausrüstung und Filmausrüstung, um Informationen über Stellungen zu sammeln", so die nicht näher genannte Quelle. Die Männer hätten für Israel spioniert.

Weiter meldet Reuters, dass die Leiche eines der Männer an ein Motorrad gebunden und durch die Hauptstraßen von Gaza-Stadt geschleift worden sei.

15:40 Uhr

Die israelische Luftwaffe wirft Flugblätter über Gaza-Stadt ab, in denen sie die Bewohner der Außenbezirke zum Verlassen ihrer Häuser auffordert. "Zu ihrer eigenen Sicherheit" sollen die Bewohner ihre Wohnungen "sofort" verlassen und sich ins Zentrum der Stadt begeben, heißt es in den auf Arabisch verfassten Blättern. Dabei werden auch Hinweise zur Nutzung bestimmter Routen gegeben.

15:31 Uhr

Kurz vor einer möglichen Einigung auf eine Waffenruhe intensiviert die israelische Luftwaffe ihre Angriffe auf den Gazastreifen. Im Süden von Gaza-Stadt seien am Dienstag mindestens sechs Menschen bei Angriffen auf zwei Autos getötet worden, teilt das Gesundheitsministerium in der Enklave am Mittelmeer mit. Der Angriff habe sich ereignet, als gerade eine Delegation arabischer Außenminister und Diplomaten zu einem Solidaritätsbesuch durch Gaza-Stadt fuhr.

15:03 Uhr

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi rechnet nach offiziellen Angaben noch am Dienstag mit einer Einigung auf eine Waffenruhe. "Die Bemühungen um einen Waffenstillstand zwischen der palästinensischen und israelischen Seite werden noch in den nächsten Stunden zu positiven Ergebnissen führen", sagte Mursi der staatlichen Nachrichtenagentur Mena zufolge. Die "israelische Aggression" werde noch im Laufe des Tages enden. Ägypten tritt in dem Konflikt als Vermittler auf.

14:33 Uhr

Während Westerwelles Besuch heulen im Großraum Jerusalem die Sirenen wegen eines Luftalarms. Eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete schlägt nach Polizeiangaben außerhalb der Stadt ein. Bislang starben bei Angriffen 117 Menschen im Gazastreifen und drei in Israel. Fast 1000 Menschen wurden verletzt, die meisten von ihnen Palästinenser.

14:15 Uhr

Der oberste Militärchef der im Gazastreifen herrschenden Hamas, Mohammed Deif, verpasst den Hoffnungen auf einen baldigen Waffenstillstand einen Dämpfer. "Wenn sie (die Israelis) eine großangelegte Offensive wollen, sind wir bereit. Dies wird eine großartige Gelegenheit sein, unsere Gefangenen (aus israelischen Gefängnissen) zu befreien", sagt Deif in einer Mitteilung.

14:01 Uhr

Israel macht klar, dass es lieber auf eine Bodenoffensive verzichten wolle, dafür aber die Raketenangriffe unbedingt aufhören müssten. "Wir geben ihnen noch Zeit, aber nicht unbegrenzt", sagt Mark Regev, Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. "Parallel dazu gehen die Vorbereitungen für eine Bodenoffensive weiter." Netanjahu hatte am Vorabend seinen engsten Ministerkreis zu einer Dringlichkeitssitzung versammelt, um über den Fortgang der Militäroperation oder eine Waffenruhe zu beraten. Die Sitzung sei jedoch ohne Entscheidung zu Ende gegangen.

13:30 Uhr

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bemüht sich auf seiner Nahost-Reise um eine Deeskalation des Gaza-Konflikts. Auf einer Pressekonferenz in Kairo ruft er Israel und die Palästinenser im Gazastreifen zu einem Ende der Gewalt auf. Die Sorge Israels um seine Sicherheit müsse berücksichtigt werden. Gleichzeitig sei eindringlich von einer Bodenoffensive abzuraten. Diese wäre eine "gefährliche Eskalation". Israel müsse die sich aus dem internationalen Recht ergebenden Verpflichtungen beachten. Ban flog anschließend weiter nach Tel Aviv.