Nach Mail-Affäre Allen zieht Kandidatur als Nato-Oberkommandeur zurück

US-General John Allen wurde in die Mail-Affäre um Ex-CIA-Chef Petraeus verwickelt.

(Foto: dpa)

Er wurde vom Vorwurf freigesprochen, "unangemessene" Mails an eine Frau geschrieben zu haben. Dennoch zieht der US-General John Allen nun seine Kandidatur um das Nato-Oberkommando zurück. US-Medien hatten schon vor Tagen gemeldet, er wolle seiner Familie erneute Ermittlungen ersparen.

Der US-General John Allen hat seine Kandidatur als neuer Oberkommandierender der Nato-Einsätze zurückgezogen. Präsident Barack Obama erklärte, er habe die Entscheidung nach einem Treffen mit Allen am Dienstag akzeptiert. Zwar hatte ihn das US-Verteidigungsministerium kürzlich nach Untersuchungen von Vorwürfen entlastet, er habe "unangemessene" E-Mails an eine Frau geschrieben.

Der US-Fernsehsender NBC hatte jedoch schon vor einigen Tagen gemeldet, Allen wolle seiner Familie ein Bestätigungsverfahren im Senat ersparen, in dem die E-Mails sicherlich erneut zum Thema würden. Das Magazin Foreign Policy berichtete hatte damals berichtet, Allen habe US-Verteidigungsminister Leon Panetta und Generalstabschef Martin Dempsey um Bedenkzeit gebeten.

Die Ermittlungen gegen Allen waren im November im Zusammenhang mit dem Rücktritt von CIA-Chef David Petraeus eröffnet worden. Petraeus hatte eine außereheliche Affäre eingestanden und sein Amt zur Verfügung gestellt. Allen soll eine wahre Flut von E-Mails an eine Freundin der Familie Petraeus geschrieben haben.

Medien hatten die Frau seinerzeit als "Mitglied der feinen Gesellschaft" mit engen Kontakten zu Militärs bezeichnet. Das Verteidigungsministerium war im Zuge der Untersuchungen zu dem Schluss gekommen, dass sich der designierte Nato-Oberkommandierende nicht standeswidrig verhalten habe.