Serbien soll nach einem Vorschlag der EU-Kommission offizieller Beitrittskandidat zur Europäischen Union werden. Das Gremium belohnt damit vor allem die Festnahme des Kriegsverbrechers Ratko Mladic. Brüssel knüpft die Aufnahme von Verhandlungen allerdings an eine Bedingung: Der Dialog mit dem Kosovo müsse verbessert werden.
Serbien soll nach dem Willen der Europäischen Kommission offiziell ein Kandidat zur Aufnahme in die EU werden. Eine entsprechende Empfehlung gab die EU-Kommission in Brüssel bekannt. Als positiv für Serbien, das sich seit 2009 um einen Kandidatenstatus bemüht, wertete die Kommission vor allem die Festnahme der beiden Kriegsverbrecher Ratko Mladic und Goran Hadzic.
Bild vergrößern
Eine Näherin in Serbien arbeitet an einer EU-Flagge. Die EU-Kommission hat das Land jetzt als Beitrittskandidaten vorgeschlagen. (© AP)
Anzeige
Beitrittsverhandlungen mit der serbischen Regierung sollten aber erst gestartet werden, wenn der Dialog mit dem Kosovo Fortschritte mache, sagte EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle. Nach Spannungen an der gemeinsamen Grenze brach die serbische Regierung die von der EU betreuten Vermittlungsgespräche mit dem Kosovo im September ab.
Aufnahmeverhandlungen mit Montenegro
Auch ein weiteres Balkanland macht Fortschritte auf dem Weg in die EU: Füle schlägt den Start von Aufnahmeverhandlungen mit Montenegro vor, das bereits den Status eines Beitrittskandidaten innehat. Anfang September hatte das Parlament von Montenegro ein Wahlgesetz verabschiedet, das als eine der Hauptvoraussetzungen für die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen mit der EU galt.
Den von Füle vorgeschlagenen Schritten für Serbien und Montenegro müssen die 27 EU-Länder noch zustimmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte eine weitere Annäherung Serbiens an die EU bei einem Besuch in Belgrad im August ausdrücklich von Fortschritten in der Kosovo-Frage abhängig gemacht.
Türkei als Sorgenkind
Sorgen bereitet der EU-Kommission die Lage in der Türkei. "Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei haben sich bedauerlicherweise mehr als ein Jahr lang nicht weiterbewegt", erklärte die Kommission. Weitere Fortschritte seien nötig hinsichtlich "grundlegender Rechte" wie der Meinungsfreiheit.
"Besorgt" äußert sich die Brüsseler Behörde vor allem über die Krise zwischen der Türkei und Zypern. Die seit Jahren angespannten Beziehungen verschlechterten sich zuletzt wegen eines Streits um die Erforschung von Gasvorkommen vor der Küste Zyperns. Ankara drohte, in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres während der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft seine Beziehungen zur EU einzufrieren.
- Thema
- EU-Beitrittskandidat RSS
(AFP/dapd/bero)
Reiseknigge: Türkei
am Besten gleich reinin den Euro, alle zu uns die mühselig und beladen sind, der deutsche michel blutet nochnicht genug.
Brüssel ist abgehoben, der administrative Wasserkopf geriert eine Eigendynamik.
mit Ihrer Argumentation machen Sie den Beitritt Serbiens auch nicht schmackhafter. Nur weil hier Länder wie Rumänien und Bulgarien ect. aufgenommen wurden, was m. E. ein riesiger Fehler war, heißt das noch lange nicht in dieser Kategorie die EU bis nach Thailand hin erweitern zu müssen. Und eine Autofirma macht ein Land noch lange nicht zum erfolgreichen Industrieland.
...diese EU-Kommission hat wirklich jegliches Gespür verloren, was die europäische Bevölkerung denkt. Die Überdehnung Europas wird Spannungen produzieren, dass es am Ende einen Riesenknall macht.
Ich bin gegen jede Erweiterung der EU mit Ländern, die keinerlei demokratisch verankertes Gedankengut hegen...ich bin gegen jede weitere Aufnahme von Balkanländern, deren nationale und wirtschaftliche Verwerfungen alles nur noch schlimmer machen.
Wie können wir uns zur Wehr setzen ? Macht Vorschläge !
Ich denke es geht nicht um die Wirtschaft Serbiens oder um Serbien als solches.
Was fehlt ist eine Vision oder etwas Ähnliches wo Europa hin soll. Nur immer mehr Mitglieder kann es ja wohl nicht sein. Seit der Massenaufnahme 2004 kommt der Normalbürger ja gar nicht mehr mit was das alles soll.
Interessant, mit wieviel Ignoranz hier über den Balkan und die EU geurteilt wird. Sehen Sie sich doch mal die wirtschaftlichen Daten von Serbien an. Die sind nicht schlechter als die der Nachbarn, und wenn Kroatien aufgenommen wird und Ungarn, Rumänien und Bulgarien dabei sind, dann gibt es wenig Argumente gegen Serbien. Zur Information: Serbien ist ein Industrieland (z.B. FIAT) mit hohem Anteil an hochwertigen Nahrungsmitteln. Informieren hilft und dämpft ein wenig die Emotionen.
Paging