Mittelmeer Flüchtlingsstrom nach Europa erreicht 100.000-Marke

Die irische Marine rettete am vergangenen Wochenende diese Flüchtlinge auf dem Mittelmeer.

(Foto: AP)

Seit Jahresbeginn sind mehr als 100 000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen - die meisten von ihnen aus dem Nahen Osten und Afrika. In Griechenland ist die Zahl der ankommenden Flüchtlinge am stärksten gestiegen.

Etwa 102 000 Menschen sind seit Beginn dieses Jahres in Booten über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Die Schwelle von 100 000 sei damit früher überschritten worden als im vergangenen Jahr, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bestätigte die Zahlen und sprach von einem "dramatischen Anstieg". Wie UNHCR-Sprecher Adrian Edwards weiter mitteilte, kamen auf der gefährlichen Überfahrt in diesem Jahr bereits fast 1800 Flüchtlinge ums Leben.

Auch für die kommenden Monate werde ein starker Anstieg der Flüchtlingszahlen erwartet. "Eine ruhigere Wetterlage dürfte Schlepper ermutigen, nicht seetüchtige offene Boote mit noch mehr schutzlosen Menschen zu füllen", sagte IOM-Sprecher Leonard Doyle.

Fast 55 000 der zumeist aus dem Nahen Osten und Afrika stammenden Menschen seien in Italien an Land gegangen. Eine besonders starke Zunahme im Vergleich zum Vorjahr von 34 000 auf etwa 46 000 habe Griechenland verkraften müssen.

In Italien hatten am Sonntag die drei nördlichen Regionen Ligurien, Lombardei und Venetien gewarnt, sie würden keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen. Auch unter den EU-Ländern wird über die Verteilung der Immigranten gestritten. Viele Mitgliedsstaaten stemmen sich gegen den Plan der EU-Kommission, 40 000 Flüchtlinge aus Italien und Griechenland nach einem Quotenschlüssel zu verteilen. Deutschland steht hinter dem Vorhaben.