Während immer neue Missbrauchsfälle ans Licht kommen, wird die Phase der Betroffenheit abgelöst durch die Debatte über nötige Konsequenzen.
Es gehe doch um die Kinder, sagt Siegfried Kneißl, "ich sehe die Kinder vor mir, auch wenn sie jetzt Erwachsene sind." Einen Aktenordner voller Kindheitsgeschichten hat der Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums München und Freising inzwischen.
Politik und Kirche streiten darüber, welche Konsequenzen aus dem Missbrauchskandal zu ziehen sind. (© Foto: AP)
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Es sind traurige und schreckliche Geschichten von zerbrochenem Vertrauen, von Brutalität und falscher Nähe; jeden Tag kommen neue hinzu. "Und dann kommen die Machtspiele, in der Kirche, in der Politik", empört sich Kneißl.
Das stimmt insofern, als dass die Phase der Betroffenheit über die zahlreichen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, aber auch in nichtkirchlichen Schulen und Einrichtungen, abgelöst wird durch die Debatte, welche Konsequenzen nun zu ziehen sind. Wie hart müssen die betroffenen Institutionen aufklären? Soll der Gesetzgeber Verjährungsfristen verlängern, Missbrauch von Minderjährigen härter bestrafen? Was bringt ein runder Tisch?
Der Missbrauchsbeauftragte Kneissl ist selber von dieser Debatte getroffen - das Erzbistum München-Freising wehrt sich gegen den Vorwurf, im Fall des Klosters Ettal überreagiert und zu Unrecht den Abt und den Prior zum Rücktritt gedrängt zu haben.
Generalvikar Peter Beer rechtfertigte im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung das harte Vorgehen der Bistumsleitung. Die Grenzüberschreitung eines Paters aus dem Jahr 2005 hätte nach dem Kirchenrecht "auf jeden Fall" sofort dem Erzbistum gemeldet werden müssen, sagte Beer, "wir hätten dann auch von uns aus die Staatsanwaltschaft eingeschaltet."
Abt Barnabas Bögle habe aber erst am Abend vor der Veröffentlichung in der SZ den Generalvikar informiert, "nachdem wir ihn von Ettal nach München haben bringen lassen", so Beer. Im Kloster habe "eine Insiderkultur geherrscht, die nur durch die Rücktritte durchbrochen werden konnte". Auch seien gegen den betroffenen Lehrer, den das Kloster durch ein Gutachten entlastet sah, neue Vorwürfe aufgetaucht.
Beers Chef, der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, räumt ein, dass es in der katholischen Kirche mangelnde Aufklärungsbereitschaft gegeben habe. "Es gab sicher Tendenzen in der Vergangenheit, das Ansehen der jeweiligen Institution nicht zu beschädigen", sagte Marx dem Münchner Merkur.
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Die Ärzte in München
Ich denke auch daß man sich im Klaren darüber sein sollte daß körperliche Züchtigung ohne Billigung, Duldung oder Wissen der Eltern nicht machbar ist und es auch nie war.
In einer Klasse bekommt man auch kein "Schweigediktat" durchgesetzt. Nicht einmal bei Grundschülern.
"Gefährlich" wird die Sache im Grunde immer erst dann, wenn die Kinder selbst in der festen Überzeugung leben daß das was da mit ihnen geschieht in dieser Art und Weise korrekt ist.
Und dieses Problem haben Sie fast automatisch wenn sie es mit Schulen mit ausgeprägtem weltanschaulichem Sendungsbewußtsein zu tun haben.
waren bis 1980 erlaubt. Die städtischen Schulen haben aber bereits 1963 nicht mehr geschlagen, als ich in die Grundschule kam. Als ich 1967 bis 1969 auf eine andere Schule wechselte, gab es dort Schülerinnen, deren Eltern das Züchtigungsrecht auf die Schule übertragen hatten. Diese Schülerinnen wurden regelmäßig geohrfeigt oder bekamen welche mit dem Lineal auf die Finger. Ich wurde nur einmal geschlagen, da keine Zustimmung der Eltern vorlag. Meine Klaßleitung sagte danach folgende Worte: "Du brauchst nigendwo etwas zu sagen, denn es wird dir niemand glauben. Ich habe die Klasse auf meiner Seite. Ich werde dafür sorgen, dass dir kein Mensch glaubt, nicht einmal die eigenen Eltern. Denn Du bist hier ehrlos und wehrlos und hast gar keine Rechte."
Sie hat meinen Vater überzeugt, dass er mir nichts glauben braucht, meine Mutti konnte sich nicht durchsetzen, da er auch zu ihr nicht gut war.
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Marc Dutroux.
Ein äußerst bedrohliches Indiz für eine Welt, die wir heute ebenso wenig glauben wollen, wie unsere Großeltern und Eltern die Welt der Verbrennungsöfen und Gaskammern glauben wollten.
Und doch: Wir stehen ihr direkt gegenüber. Nur - wir haben unsere Augen fest zugekniffen und halten uns unserer Ohren mit aller Kraft und Macht zu, damit wir nicht sehen und hören müssen, was sich da in unserer Welt "auch" abspielt.
Was "auch" ein Teil der "Leistungsträger- und Elitegesellschaften" in unserem Europa ist.
Der Tod ist längst nicht nur ein Meister aus Deutschland. Er hat längst auch Einzug gehalten in den Kreisen der überetablierten, übersaturierten, überprivilegierten Elitarier, deren Spiele von Stanley Kubrick in dessen letztem Film "eyes wide shut" sehr schön dargestellt wurde, womit wir es "eigentlich" zu tun haben.
Der Missbrauch, der durch den Machtmissbrauch gegenüber Kindern und Schutzbefohlenen praktiziert wurde und wird, ist nur ein "kleiner", ein "recht menschlicher" Missbrauch. Wir reden hier über noch ganz andere Spielarten.
http://www.reportagen-archiv.com/2008/03/18/ritueller-kindesmissbrauch-in-frankreich/
http://www.reportagen-archiv.com/2009/05/29/marc-dutroux-und-die-toten-zeugen/
http://www.wahrheitssuche.org/dutroux.html
Die Vertreter der Amtskirche, die jetzt lieber Ihre Macht und gefährdete "Ehren" verteidigen machen sich zum Teil des Problems und noch schlimmer. Sie halten eine Hintertür auf für die, denen eine klare Barrikade helfen würde, rechtzeitig inne zu halten, bevor sie etwas bereuen müssen. Die Opfer sind dadurch, dass sie diese Demütigungen ertragen haben auch unbemerkt zu Helden geworden. Ihre beschmutzte Ehre ist Ehre und Würde geblieben und es ist ihnen nur zu wünschen, dass sie den "Dreck" der erlebten Demütigungen abstossen, der immer ein störender Fremdkörper bleiben wird, weil er mit mit ihrer Würde nicht vereinbar ist. Sie können sich damit den Weg frei machen zu den heilenden Energien der Liebe, für die ein Respekt und eine Achtung vor den Anderen selbstverständlich, weil sie auf den Wert des geliebten Menschen anspricht und nicht auf eine irgend wie geartete Attraktivität. Die Kirchenvertreter, die hier Imagerettungen in den Vordergrund stellen, entfernen sich weit von den Grundüberzeugungen eines Glaubens, die man jederzeit in der Bibel nachlesen kann.
Gläubigen Menschen graut es bei dem Gedanken, sich mit einer so großen Macht wie Gott derart frivol anzulegen.
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