Auf den Straßen geht der Kampf um Kairo weiter, das Militär stellt sich zwischen die Fronten, es gab 13 Tote und mehr als 1000 Verletzte, auch ausländische Journalisten werden angegriffen. Und wie reagiert Hosni Mubarak? Der Präsident erklärt in einem Interview, er könne nicht zurücktreten - weil sein Land sonst im Chaos versinke. Das Auswärtige Amt verschärft unterdessen seine Sicherheitshinweise für Ägypten noch einmal.
Der Aufruhr in Ägypten geht weiter: Nach einer blutigen Nacht versammelten sich auch am Donnerstag auf dem Tahrir-Platz in Kairo wieder die Gegner von Hosni Mubarak. Während das Militär versuchte, gewaltsame Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Befürwortern der Regierung zu verhindern, entschuldigte sich Ministerpräsident Ahmed Schafik für die Vorfälle der Nacht und verspricht eine Untersuchung.
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Blick durch einen verkohlten Kleinbus hindurch auf demonstrierende Mubarak-Befürworter in Kairo: Das Militär verhinderte größere Zusammenstöße, dennoch stiegt die Zahl der Opfer. (© REUTERS)
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14:26 Uhr
Unter den Anti-Mubarak-Aktivisten macht das Gerücht die Runde, das Militär habe sich nun auf die Seite der Anhänger des umstrittenen Präsidenten geschlagen. Die Soldaten an den Kontrollpunkten rund um den Tahrir-Platz würden Mubarak-Gegner filzen und ihnen Lebensmittel und Medikamente abnehmen.
14:34 Uhr
Bislang profitierten vor allem die Regimegegner von modernen Kommunikationswegen, jetzt schlägt die Regierung zurück: Der Mobilfunkbetreiber Vodafone Egypt gab zu, Propaganda-SMS verbreitet zu haben. Ebenso wie die Konkurrenz von Mobinil und Etisalat sei die ägyptische Tochter des in London ansässigen Konzerns von den Behörden angewiesen worden, "Mitteilungen an das ägyptische Volk zu verschicken". Die Behörden hätten sich dabei auf die Notstandsbefugnisse des Telekommunikationsgesetzes berufen. Vodafone folgte der Anweisung, protestierte aber nach eigenen Angaben.
14:57 Uhr
Weltweiter Protest gegen die Gewalt gegen Journalisten in Kairo: Das US-Außenministerium spricht von einer "konzertierten Kampagne, um internationale Journalisten einzuschüchtern". Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen und das Internationale Presseinstitut in Wien verurteilten die Übergriffe. Mehrere Nachrichtenagenturen, TV-Sender und andere Medien berichten von Handgreiflichkeiten gegen ihre Reporter. ZDF-Chefredakteur Peter Frey gab unterdessen bekannt, eine in Ägypten verhaftete Mitarbeiterin des Mainzer Senders sei inzwischen freigelassen worden. "Das wichtigste Thema ist in diesem Moment die Sicherheit meiner Mitarbeiter", sagte Frey.
16:02 Uhr
Auf der Brücke, die zum Tahrir-Platz führt, dem Zentrum der Proteste, fallen Schüsse - offenbar Warnschüsse des Militärs, um die aufgebrachte Menge zu vertreiben. Die Demonstranten ignorieren erneut die Ausgangssperre, die ihnen die Regierung auferlegt hat. Der TV-Sender al-Arabija berichtet von Mubarak-Anhängern, die Hotels in Kairo stürmen und Jagd auf ausländische Journalisten machen. Die Lage bleibt äußerst angespannt - auf Ägypten wartet womöglich eine weitere, blutige Nacht.
16:06 Uhr
Das Regime geht in die Informations-Offensive: Ministerpräsident Ahmed Schafik stellt sich auf einer Pressekonferenz den Fragen der Journalisten. Keine einzige wolle er unbeantwortet lassen, sagt er. Vizepräsident Suleiman erklärt laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens, dass Mubaraks Sohn Gamal nicht für das Präsidentenamt kandidieren wird - ein Zugeständnis an die Gegner. Mubarak junior, 47, ist seit 2002 Generalsekretär der Regierungspartei und ebenso umstritten wie sein Vater. Das Gesundheitsministerium veröffentlicht derweil neue Zahlen: Demnach sind bei den Protesten bislang acht Menschen getötet und 890 verletzt worden.
16:20 Uhr
Wasser auf die Mühlen derer, die ein radikalislamisches Ägypten befürchten: Hunderte Sympathisanten der Hamas haben sich in Gaza-Stadt mit dem ägyptischen Volk solidarisiert. Sie marschierten vor der Vertretung Ägyptens auf und demonstrierten gegen die Herrschaft Mubaraks, der in ihren Augen ein Freund Israels und damit ein Gegner der Hamas ist. Die Organisation selbst hat bislang nicht Stellung zu den Protesten in Ägypten bezogen.
17:01 Uhr
Die gewaltsamen Auseinandersetzungen in Kairo fordern mehr und mehr Opfer. Das ägyptische Gesundheitsministerium hat frühere Angaben nach oben korrigiert. Demnach gab es bislang 13 Tote und 1200 Verletzte.
17:07 Uhr
Der Fernsehsender al-Dschasira zeigt schockierende Bilder: Ein Kleinlaster der ägyptischen Polizei rast hupend in eine friedlich demonstrierende Menschenmenge, nicht allen Protestierenden gelingt es, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Einige Menschen werden von dem Wagen, der ungerührt weiterfährt, erfasst und durch die Luft geschleudert.
17:18 Uhr
Nach den Worten von Außenminister Guido Westerwelle ist die Zeit des demokratischen Wandels in Ägypten jetzt gekommen. In einem Telefonat mit seinem ägyptischen Amtskollegen Achmed Abul Gheit forderte er die schnellstmögliche Aufnahme eines Dialogs mit der Opposition. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes unterstrich Westerwelle angesichts der schockierenden Bilder aus Kairo nachdrücklich, dass jegliche Gewalt ein Ende haben müsse.
17:32 Uhr
Erfolg für die Opposition: Vizepräsident Suleiman hat die islamistischen Muslimbrüder zu einem Treffen mit Regierungsvertretern eingeladen. Die Gruppe gilt als eine der wichtigsten Oppositionskräfte im Land, viele ihrer Anhänger wurden unter der Regierung Mubarak verfolgt und inhaftiert.
17:52 Uhr
Vizepräsident Suleiman spricht im ägyptischen Staatsfernsehen. Er betont den Willen zu Verhandlungen mit der Opposition. Zudem deutet er an, dass Neuwahlen schon im August stattfinden könnten. Bislang sprach die Regierung stets von September. Er ist überzeugt, dass die Regierung die Kraft für Reformen hat.
18:17 Uhr
Sanfte Töne des Vizepräsidenten: "Ihr wart der Funken, durch den die Reformen eingeleitet wurden", sagt Suleiman in seinem Interview über die jugendlichen Demonstranten. Er dankt ihnen und bittet sie um eine Chance für die Regierung, alles umzusetzen, was sie gefordert hatten. Denn die Regierung, so Suleiman, sei all ihren Forderungen nachgekommen und werde das weiter tun.
18:32 Uhr
Die Reaktion der Muslimbrüder folgt prompt: Al-Dschasira meldet, die Islamisten lehnten jeden Dialog mit dem Regime ab. Das Interview Suleimans - und sein Gesprächsangebot - präsentiere für sie keine Lösung. Das Volk lehne das Regime ab, lehne die Regierungspartei ab, lehne Mubarak ab. Und der Präsident allein sei verantwortlich für die chaotische Situation in diesen Tagen.
19:05 Uhr
Auch dass sich die Demonstranten auf den Straßen Kairos von Suleimans Verhandlungsgebot beeindrucken lassen, erscheint mehr als fraglich. Denn ihre wichtigste Forderung weist der Vizepräsident kategorisch zurück: einen Rücktritt von Präsident Mubarak vor Ablauf seiner Amtszeit im September. "Die Forderung nach Rücktritt des Präsidenten ist ein Aufruf zum Chaos", erklärte er. "Es gibt keinen Staat ohne Kopf."
20:53 Uhr
Ähnlich wie sein Vizepräsident äußert sich Mubarak selbst in einem Interview mit dem US-Sender ABC. Darin bekräftigt er zwar grundsätzlich seine Bereitschaft zu einem Rücktritt, schränkt jedoch ein: "Aber wenn ich heute zurücktrete, wird Chaos ausbrechen." Doch Mubarak schlug auch neue Töne an: "Nach 62 Jahren im Dienst der Öffentlichkeit habe ich genug. Ich will gehen." Bei einem sofortigen Rücktritt würde aber die islamistische Muslimbruderschaft die Macht übernehmen, schürte er Sorgen vor allem in westlichen Ländern.
21:40 Uhr
Angesichts der Gewalt auf den Straßen habe sich Mubarak besorgt geäußert, so ABC. "Ich war sehr unglücklich über das, was gestern geschehen ist", zitierte ihn der Sender. "Ich will nicht, dass Ägypter gegen Ägypter kämpfen." Ein Einlenken angesichts der wütenden Straßenproteste gegen ihn lehnte Mubarak ab. Angesprochen auf die Demonstranten entgegnete er laut ABC: "Mir geht es nicht darum, was die Leute über mich sagen. Mir geht es um mein Land, mir geht es um Ägypten."
21:42 Uhr
Kritisch äußerte sich Mubarak zu den Forderungen von US-Präsident Barack Obama nach einem raschem Rückzug. Er habe Obama in einem Telefongespräch gesagt: "Sie verstehen die ägyptische Kultur nicht und nicht, was passieren würde, wenn ich jetzt zurücktrete."
22:08 Uhr
Das Interview wurde nach Angaben der ABC-Reporterin Christiane Amanpour im Präsidentenpalast in Kairo geführt. Beschützt von Soldaten, Panzern und Stacheldraht habe sich der belagerte Präsident dort mit Beratern und seiner Familie zurückgezogen. Bei dem Interview sei auch Mubaraks Sohn Gamal zugegen gewesen, der einmal als Wunschnachfolger des Präsidenten galt. Mubarak bestritt in dem Interview laut ABC-Angaben aber, dass er seinen Sohn als seinen Nachfolger aufbauen wollte.
23:25 Uhr
Am Abend verschärfte das Auswärtige Amt seine Sicherheitshinweise für Ägypten noch einmal und sprach jetzt eine teilweise Reisewarnung aus. "Aufgrund der gewaltsamen Auseinandersetzungen in Ägypten wird vor Reisen nach Kairo, Alexandria und Suez gewarnt", teilte das Außenamt am Donnerstagabend in Berlin mit. Diese ausdrückliche Warnung gilt aber nicht für die übrigen Landesteile einschließlich der Urlaubsgebiete am Roten Meer. Von Reisen in diese Regionen rät das Amt gleichwohl weiterhin dringend ab, was aber juristisch eine niedrigere Hinweisstufe ist.
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Bundespräsident Gauck
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"Wie ich schon sagte ich habe dort zwei Jahre verbracht und nicht wie sie mit dem Mund und hören/sagen!"
Aber offensichtlich hat es zu keiner Erkenntnis gereicht.
Bicht einmal dazu, da0 man ja erst einmal wissen sollte, was andere für Erfahrungen haben, bevor man versucht, darüber zu urteilen.
Aber in diesen Foren trifft man immer wieder auf solche Zeitgenossen.
"@DEPP schreibt Sie scheinen überhaupt keine Kenntnisse zu dieser Region zu besitzen genau wie der Papageien Toury ..."
... mit welch rudimentären Kenntnissen und Vermutungen ausgestattet sich mache Foristen aufmandeln um anderen, etwas vom Pferd zu erzählen. Dabei würden sie ein Pferd nicht einmal erkennen, wenn es vor ihnen steht.
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