Erst haben beide Kriegsparteien einseitig den Waffenstillstand erklärt - jetzt ziehen Israels Streitkräfte gestaffelt aus dem Gaza-Streifen ab.
Drei Wochen nach Beginn der israelischen Militäroffensive im Gaza-Streifen haben Israel und die radikal-islamische Hamas am Wochenende in einseitigen Schritten eine Waffenruhe ausgerufen. Die israelischen Streitkräfte begannen am Sonntagnachmittag mit einem gestaffelten Abzug aus dem Gaza-Streifen, wie Militärkreise in Tel Aviv bestätigten.
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Israelische Soldaten verlassen den Gaza-Streifen. (© Foto: dpa)
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Panzer gaben laut Augenzeugen ihre Hauptstellung in der früheren Siedlung Netzarim auf und öffneten damit erstmals seit Beginn der israelischen Bodenoffensive Anfang Januar die Straße zwischen dem südlichen und nördlichen Gaza-Streifen.
Auch aus dem Gebiet um Atatra im Norden des Gaza-Streifens rückten die israelischen Truppen ab. Wie Augenzeugen berichteten, bezogen die Panzer Stellungen an der nördlichen und östlichen Grenze des Palästinensergebiets.
Israels Regierungschef Ehud Olmert hatte am Samstag trotz andauernden Raketenbeschusses aus dem Gaza-Streifen erklärt, die Ziele der Offensive seien erreicht und Hamas wesentlich geschwächt. In einer Ansprache hatte er in der Nacht zu Sonntag erklärt, die Führer der Hamas versteckten sich und viele ihrer Kämpfer seien getötet worden.
Falls Hamas erneut Raketen abfeuere, werde Israel zurückschlagen. Am Sonntag erklärte Hamas, die Gruppe werde den Beschuss Israels mit Raketen für eine Woche einstellen.
Israels Armee müsse in diesen sieben Tagen seine Truppen aus dem Gaza-Streifen abziehen, die Grenzübergänge öffnen und die Versorgung der palästinensischen Bevölkerung mit Hilfslieferungen in vollem Umfang gewähren. Nach Angaben von Hamas sind etwa 400 ihrer Mitglieder bei der Offensive getötet worden.
Der israelische Generalstabschef Gabi Aschkensai sagte am Sonntag, Hamas habe zwar einen schweren Schaden erlitten, doch die Gruppe sei "nicht verschwunden". Der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Juval Diskin sagte, es sei wichtig, dass die internationale Staatengemeinschaft und Ägypten die Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen effektiv kontrollierten. Zwar seien Hunderte Tunnel zerstört worden, doch "wenn wir nicht aufpassen, haben wir in ein paar Monaten wieder genauso viele Tunnel".
Die Feuerpause wurde umgehend vom künftigen US-Präsidenten Barack Obama begrüßt. Auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerten sich positiv über die Waffenruhe. Merkel war am Sonntag überraschend zu einem eilig einberufenen Krisen-Gipfel nach Ägypten gereist, auf dem die Konditionen einer Waffenruhe und auch der Wiederaufbau des Gaza-Streifens diskutiert wurden.
Merkel sagte im ägyptischen Badeort Scharm el-Scheich, es gebe keine Alternative zu einer Zwei-Staaten-Lösung, Großbritanniens Premierminister Gordon Brown, der ebenfalls nach Ägypten gereist war, erklärte, es müsse jetzt "schnell an der Verwirklichung" eines palästinensischen Staates gearbeitet werden. Bei der israelischen Offensive wurden nach palästinensischen Angaben mehr als 1300 Palästinenser getötet und 5300 Palästinenser verletzt. Auf israelischer Seite kamen 13 Menschen ums Leben, darunter zehn Soldaten.Am Wochenende protestierten Zehntausende Menschen in mehreren Großstädten gegen den Krieg im Gaza-Streifen.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 19.01.2009/woja)
Obama zeichnet Bob Dylan aus
Schon vor etlichen Tagen konnte man die Vorhersage lesen, Israel würde "pünktlich" zwei Tage vor der Inthronisierung Obamas die Kampfhandlungen einstellen - um dem neuen US-Präsidenten die Bürde eines Nahost-Kriegs in den ersten Tagen seines Amtes zu ersparen.
Es liegt quer im Magen, dass Kriege mit 1000 Toten mit solchem Kalkül geführt werden. Dennoch scheint es vernünftiger, Kriege kühl kalkuliert als hitzköpfig zu führen. Wenn man sie denn überhaupt führen muß ...