Die deutschen Kommunen befinden sich nach Einschätzung des Städte- und Gemeindebundes in der schwersten Finanzkrise seit Gründung der Bundesrepublik. Deshalb schlägt die Vereinigung Alarm - und warnt vor gravierenden Folgen für das Gemeinwohl.
Den Kommunen geht es finanziell so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht wegen der Finanznöte nun auch die lokale Demokratie in Gefahr.
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Die Kommunen erwarten ein Rekorddefizit. Eine von der FDP geforderte Abschaffung der Gewerbesteuer - ihrer wichtigsten Einnahmequelle - lehnte der Deutsche Städte- und Gemeindebund ab. (© dpa)
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Wegen der Haushaltslage könnten die Städte und Gemeinden nur noch ihre Pflichtaufgaben erfüllen und hätten kaum noch Entscheidungsspielräume, sagte der Präsident der Vereinigung, Roland Schäfer. Viele überschuldete Gemeinden stünden unter der Aufsicht von Behörden. Bürgermeister und Räte fühlten sich überflüssig.
"Die gewählten Ratsmitglieder haben nichts mehr zu entscheiden", sagte der Bürgermeister von Bergkamen in Nordrhein-Westfalen. "Das ist das Ende von lokaler Demokratie, wenn man überhaupt keine Spielräume mehr hat." Bislang hätten die Bürger laut Umfragen noch relativ großes Vertrauen in die kommunale Politikebene, dabei müsse es auch bleiben.
Die deutschen Kommunen befinden sich nach Einschätzung des Gemeindebundes in der schwersten Finanzkrise seit Gründung der Bundesrepublik. Zwischen Einnahmen und Ausgaben klaffe ein Haushaltsloch von elf Milliarden Euro. "Der wirtschaftliche Aufschwung kommt in den Kassen der Kommunen nicht an", sagte Schäfer.
Und immer mehr Bürger bekommen die leeren Kassen auch zu spüren. Schlaglöcher werden nicht mehr repariert, Schulen und öffentliche Gebäude verfallen, Theater und Hallenbad werden teurer. Auch der gesetzlich festgeschriebene Ausbau der Kita-Plätze für unter Dreijährige ist gefährdet.
Allein die Sozialausgaben belasteten die kommunalen Haushalte in diesem Jahr mit über 41 Milliarden Euro, sagte Schäfer. Vor zehn Jahren seien es noch 26 Milliarden Euro gewesen. Diese Entwicklung dränge die Kommunen an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. "Die Gemeindefinanzkommission muss zügig ein Entlastungskonzept vorlegen", forderte Schäfer.
Grundsätzlich offen zeigte er sich für den Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), die Kommunen selbst die Höhe der Einkommensteuer festlegen zu lassen. Eine von der FDP geforderte Abschaffung der Gewerbesteuer - der wichtigsten Einnahmequelle der Kommunen - lehnte er ab. Aber als zusätzliche Maßnahme sei denkbar, bestimmte Projekte wie etwa Schwimmbäder über einen Zuschlag bei der Einkommensteuer zu finanzieren.
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(AFP/dpa/afis)
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Na so ein Wunder.
'Antikapitalistischen' Unworts-Begriffe wie "soziale Gerechtigkeit" (also keine echte, sondern eine religioes-ideologisch-selektive) auf den Leim gehen, staendig gegen boese Liberale und "Kapitalismus" (uebrigens nichts anderes als eine defizitaere Projektion aberglaeubischer Strukturen) kraehen und dann wundern, wenn die Kommunen pleite sind.
Sicherlich werden die Kommunen wieder reich, wenn man mehr Geld in Harz-IV, weitere Subventionen in Oeko oder gar die Perpetuum Mobile Vorstellung BGE steckt, Nur feste dran glauben ...
Die Vorwürfe von Unfähigkeit, Kungelei und wenig sorgsamen Umgang mit Steuergeldern halte ich aus eigener Kenntnis vieler Gemeinden für absolut ungerechtfertigt. Nirgendwo hat der Bürger mehr Einblick und Kontrolle über seine Verwaltung oder ist ihr näher als in einer Gemeinde.
In Gemeinden werden bei Baumaßnahmen sehr wohl die Folgekosten für Bewirtschaftung und Unterhalt eingerechnet. Sorgfältige Ausschreibungen, ggf. durch qualifizierte Büros, verhindern horrende Mehrkosten, die bei Bund und Ländern an der Tagesordnung sind. Pensionslasten berühren die Gemeinden kaum, denn auch im Gegensatz zu Bund und Ländern führen sie für ihre Beamten die vorgeschriebenen Pensionsrücklagen monatlich an die Versorgungskammern ab. Es gibt sogar schuldenfreie Gemeinden, die vielerorts den Etat abwürgende Schuldentilgung vermeiden und dafür Wohnungen für junge Familien oder Senioren bauen. Solche können es sich auch leisten Schulen, Kindergärten und Horte zu bauen oder für freiwillige soziale und kirchliche Träger zu bezuschussen - und ihre Straßen ordnungsgemäß instand zu halten, Dass Bund und Länder aufgrund ihrer Gefälligkeitspolitik nicht wirtschaften können, ist seit einigen Jahrzehnten deutscher Alltag. Die Gier ihrer Abgeordneten auf Wiederwahl, eng verbunden mit der Suche nach neuen Forderungen und Wünschen der Bürger, darf nicht dazu führen, die durch Bund und Länder geschröpften Gemeinden abzuqualifizieren. .
Welcher vernünftige Mensch stellt sich denn noch der Kommunalpolitik zur Verfügung? Häufig Sozialarbeiter,Lehrer und Weltverbesserer.Da kommt nicht nur der Strom aus der Steckdose,sondern auch das Geld vom Finanzamt.Jedes Kuhnest braucht Schwimmbad,Sporthalle,Feuerwehr und Bauhof.Daneben tritt man gerne als Sponsor auf und irgendwann fragt man sich wo das Geld herkommt.
Solange die Kommunen so dumm sind und die betrügerische Gewerbesteuer
(Die dummen Gewerbetreibenden zahlen, die Freiberufler nicht. Allen vorneweg die Juristen, welche die Politik dominieren) verteidigen statt sie abzuschaffen, habe ich keinerlei Mitleid mit diesen unqualifizierten Kommunalpolitikern.
Gewerbesteuer bedeutet immer nahezu 100% Steuerausfall, wenn ein Betrieb mal rote Zahlen schreibt.
Und dabei wäre es so einfach. Aus einer entsprechend erhöhten Mehrwertsteuer mit einem Verteilerschlüssel ähnlich der Gewerbesteuer wären die Kommunen wesentlich stabiler zu finanzieren. Z.B. bei einer Wirtschaftsflaute mit einem Umsatzeinbruch von 10% hätten die Kommunen bei einer MwSt. - finanzierten Lösung immer noch 90% ihrer Steuereinnahmen, obwohl bei einem solchen Einbruch sehr viele Betriebe schon rote Zahlen schreiben würden, was bei der Gewerbesteuer zu Totalausfällen geführt hätte.
Das Argument aus der roten Ecke, "bei Abschaffung der Gewerbesteuer und einer MwSt. - Erhöhung werden die Betriebe entlastet und der Endverbraucher belastet"
ist blanker Unsinn. Die Gewerbesteuer steckt schon immer in Preis des Endverbrauchers drin. Als erhöhte MwSt. hätte sie nur einen anderen Namen.
Nebenbei wäre es noch ein Bürokratieabbau bei Gewerbe und Kommunen in Milliardenhöhe, wenn das komplette Gewerbesteuermelde und Kontrollwesen wegfiele.
Also noch einmal die Kommunen sind selbst schuld. Die Damen und Herren des Deutschen Städtetages könnten sich selbst aus dem Sumpf ziehen, wenn sie nicht so unqualifiziert an ihrem kranken Gewerbesteuersystem herumdoktern würden,
was nur zur Folge hat, dass dieses System Jahr für Jahr immer mehr verkompliziert wird.
Mit solchen Versagern kann man kein Mitleid haben. Nur mit den Menschen, die unter der schlechten Steuersituation ihrer Kommune zu leiden haben.
Nein ohne Spaß, da hört der Spaß auf. Dass unsere Lokalen zum Teil Sinnvolles bauen, ist gut und notwendig. Nur es gibt zu viele kleine "Stuttgart 21" und daraus entstehen "Stinkwutbürger"! Und? Das ist nicht gut so!
Es bleibt nur die Hoffnung, dass ganz demokratisch die Leute und Parteien, die dieses z.B. bayrische Milliardendesaster aus Großmannssucht, vielleicht auch Spezlnpflege, aber ganz sicher Unverantwortung gegen den "gemeinen" Bürger angerichtet haben, abgewählt werden und im Locus der Geschichte heruntergespült werden.
Nur eine Wiedergutmachung im ganz normalen Rahmen erwarte ich nicht mehr. Und das spricht Bände über unsere Elitegesellschaft. Klemmt da die Waage der Justitia?
Was könnten unsere Kommunen mit den gesparten und dann verballerten Milliarden alles Gutes tun.
Oft glaubt man von so manchem Politiker: schöner kann keiner reden, aber schlechter kann keiner handeln. Nur es kommt nichts besseres nach, wie jeder sehen kann.
Das - müsste sich mal ändern. Nur darauf können wir wohl lange warten...
Paging