Klare Worte zwischen Freunden: Kanzlerin Merkel wird bei Netanjahus Besuch betonen, dass sie von Israel mehr Engagement für den Frieden erwartet. Der israelische Premier will hingegen, dass die Kanzlerin ihm dabei hilft, einen Albtraum abzuwenden.
In die bislang ergebnislosen Versuche, den Nahost-Friedensprozess wiederzubeleben, wird sich an diesem Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch einmal einschalten. In Berlin empfängt sie den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.
Bild vergrößern
Deutliche Worte, vor allem über die Siedlungspolitik der israelischen Regierung, dürfte Kanzlerin Angela Merkel gegenüber Premierminister Benjamin Netanjahu finden, der an diesem Donnerstag zu einem Besuch in Berlin erwartet wird. (Im Bild: die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen Ende Januar 2011 in Jerusalem) (© dpa)
Anzeige
Es gehe darum, "wie der aktuelle Stillstand im Nahost-Friedensprozess überwunden werden kann", heißt es offiziell. Gegenüber ihrem Gast dürfte Merkel deutlichere Worte finden. Sie hat ihm schon mehrfach klar gemacht, dass sie von der israelischen Regierung allgemein mehr Engagement für den Frieden erwartet und ganz konkret einen Stopp des Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten. So war es vor zwei Monaten während der deutsch-israelischen Regierungskonsultationen in Jerusalem zu einem öffentlichen Schlagabtausch zwischen Netanjahu und Merkel gekommen. Berichten über ein unfreundliches Telefonat vor einigen Wochen wurde von beiden Regierungen widersprochen.
Der neuerlichen Begegnung wird einige Bedeutung beigemessen, weil Merkel als ausgewiesene Freundin Israels zu den wenigen internationalen Politikern zählt, denen ein gewisser Einfluss auf Netanjahu zugetraut wird. Dahinter steht die Überlegung, dass Netanjahu sich die letzten Sympathien in Europa eigentlich nicht verscherzen darf. "Israel pflegt einen intimen Dialog mit Deutschland, der viele Fragen wie Diplomatie, Politik und Sicherheit umfasst", sagte ein Sprecher der Regierung in Jerusalem.
Diplomatie im Sicherheitsrat
Nach israelischen Berichten will Netanjahu Merkel von der Unterstützung für einen souveränen palästinensischen Staat im Westjordanland, dem Gazastreifen und Ostjerusalem abbringen. Eine Rolle dürfte dabei die Furcht Israels vor der einseitigen Ausrufung eines palästinensischen Staates spielen.
Für die israelische Regierung gleicht die Aussicht einem Albtraum, ein solcher Staat könnte im Herbst nach vorheriger Billigung des UN-Sicherheitsrates von der Vollversammlung in die Vereinten Nationen aufgenommen werden. Dabei kommt es auch auf die Stimme Deutschlands an, das derzeit über einen Sitz im Sicherheitsrat verfügt. Bisher gilt es als sehr unwahrscheinlich, dass Deutschland einem nicht aus Friedensverhandlungen mit Israel hervorgegangenen palästinensischen Staat seinen Segen geben könnte. Von Belang dürfte für Deutschland dabei aber die Frage sein, an welcher Seite direkte Friedensverhandlungen gescheitert sind.
Auf dem Berliner Wunschzettel Netanjahus steht nach einem Bericht der Jerusalem Post aber auch ein U-Boot. Netanjahu wolle bei Merkel für den Verkauf eines sechsten deutschen U-Bootes an Israel werben - und zwar mit einem beträchtlichen Preisnachlass.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Bericht zum Gaza-Krieg Goldstone nimmt Vorwürfe gegen Israel zurück 03.04.2011
- Geheimdienst in Israel Harter Kerl mit Kippa 30.03.2011
- Israel und Syrien Stilles Warten auf den Umsturz 29.03.2011
- Nahost-Friedensgespräche Speeddating im Weißen Haus 30.08.2010
- Israel Netanjahu verteidigt Erstürmung der Gaza-Flotte 09.08.2010
(SZ vom 07.04.2011/olkl)
Stockender Kita-Ausbau
Wenn die Proteste nur laut genug sind, ändert sie derzeit täglich Ihre Meinung um 180°.
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
@nh100
Kennne Sie diese Karte?:
http://deutsche.files.wordpress.com/2007/10/palestine-2disrael-2dloss-2dland-2d1946-2dto-2d2000-small.jpg
oder wollen Sie auch hier behaupten dies seien Fälschungen oder gar ob der offensichtlichen zionistischen Vertreibung und Landraubs alles ja nur böser Antisemitismus???
"Harte Worte über Ham mas und His bolla, und das von einem konstruktiven Isr.kritiker wie ihnen? Ich bin überrascht. "
Ach sehen Sie, die "Auslassungen" wie diese von Hasbaratrollen sind umso peinlicher, dümmlicher und erbärmlicher, ob der für jeden halbwegs normalen Menshcne ersichtlichen Tatsachen:
Abgesehen davon, ich wusste ja garnicht das Hamas und Hisbollah ein Ghetto in Gaza betrieben, eine deutlich höhere Mauer durch Israel ziehen als die Berliner Mauer, hunderte Checkpoints im Westjordanland betreiben, in Ostjerusalem und Westjordanland munter weiter Palästinenser morden und vertreiben, deren Häuser und Felder umpflügen und immer mehr neue illegale und völkerrechtswiedrige Häußer und Siedlungen errichten mit dme Ziel Grossisrael.
Ohne massiven internationalen Boykott und Sanktionen wird man die verbrecherische "Politik" Israels niemals beenden können.
- nichts anderes ist das u- Boot , und zwar für atomare Marschflugkörper.
besten Dank für die aussenansicht des israelischen Botschafters, jetzt weiss was er uns als Realität verkaufen will.
Paging